LGT

LGT Navigator: Steigende Bondrenditen sorgen für halten Druck auf Aktien aufrecht

LGT Navigator: Steigende Inflationserwartungen und höhere Renditen an den Anleihenmärkten drücken weiterhin auf die Stimmung an den Aktienbörsen.

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


LGT Navigator


Besser als erwartete Konjunkturdaten aus den USA vermochten die Kurse nicht zu stützen. An der Wall Street kamen insbesondere erneut die Technologiewerte unter die Räder. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte über 1.6% und erreichte damit das höchste Niveau seit Februar 2020.

An der New Yorker Börse greift die Inflationsangst um sich und sorgte gestern für kräftige Einbussen bei Standardwerten und in noch stärkerem Ausmass bei Technologieaktien. Während die Aussichten in Bezug auf die Bewältigung der Coronakrise dank der, wenn auch langsamen, Ausweitung der Impfkampagnen positiv sind, drückt die Angst vor einem unkontrollierten Anstieg der Inflation und in der Folge steigender Zinsen auf die Börsenstimmung. Der Dow Jones Industrial brach am Donnerstag um -1.75% auf 31’402.01 Punkte ein, nachdem der Leitindex Mitte Woche noch über 32’000 Punkte auf Rekordniveaus gestiegen war. Der S&P 500 fiel gar um -2.45% auf 3’829.34 Zähler ein. Am stärksten erwischt es in diesem Szenario die Technologieaktien. So brach der Nasdaq 100 um -3.56% auf 12’828.31 Punkte ein – der stärkste prozentuale Tagesverlust seit Oktober 2020. Einerseits würden Tech-Aktien unter einem Anstieg der Finanzierungskosten leiden und andererseits sind sie durch die überdurchschnittlichen Kursanstiege in der jüngsten Vergangenheit anfällig für Gewinnmitnahmen.

Nach dem Anstieg der Renditen an den Anleihemärkten setzte sich der negative Trend an den Börsen in Asien fort. Der breite MSCI Asia Pacific Index notierte zuletzt rund -3% im Minus. Auch an Europas Aktienmärkten signalisieren die Futures einen tiefroten Handelsstart.

Neuste Konjunkturdaten deuten auf zähe, aber fortlaufende Erholung der US-Wirtschaft

Die weltgrösste Wirtschaft ist im Schlussquartal zwar mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von +4.1% etwas stärker gewachsen als zunächst angenommen, verlor aber im Vergleich zur starken Erholung im Q3 (annualisiert +33.4%) deutlich an Fahrt. Gleichzeitig meldeten US-Unternehmen im Januar einen kräftigen und fortlaufenden Anstieg des Auftragseingangs. Die Bestellungen für langlebige Güter (z.B. Maschinen oder Flugzeuge) legten zum Jahresstart um +3.4% gegenüber dem Vormonat zu. Analysten waren von einem Zuwachs um +1.1% ausgegangen. Zudem haben die Aufträge im Dezember mit +1.2% stärker zugenommen als in einer Berechnung mit +0.5% angenommen. Die Aufträge nahmen damit im Januar bereits den neunten Monat in Folge zu. Der Auftragseingang bei zivilen Kapitalgütern (ohne Luftfahrt) – ein wichtiger Indikator für Unternehmensinvestitionen – betrug auf Monatssicht +0.5%.

EZB wird ungewollten Anstieg der Zinsen verhindern

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird laut EZB-Direktorin Isabel Schnabel eine ungewollte Straffung der Finanzierungsbedingungen verhindern. Ein zu rascher Anstieg der Realzinsen aufgrund einer antizipierten schnelleren Wirtschaftserholung könnte die Erholung gefährden, warnte die EZB-Direktorin. Ein optimistischerer Konjunkturausblick sei aber durchaus gerechtfertigt. «Wir sehen Licht am Ende des Tunnels», so Schnabel in einem Zeitungsinterview.

Geldmengenwachstum beschleunigt sich

Das Wachstum der breit gefassten Geldmenge M3 hat sich im Euroraum zu Jahresbeginn beschleunigt. Das Aggregat erhöhte sich um +12.5% gegenüber dem Vormonat, wie die EZB meldete. Damit ist die Geldmenge in der Eurozone vor dem Hintergrund der extrem lockeren Geldpolitik der EZB im Januar so stark gestiegen wie seit November 2007 nicht mehr. Auch die Kreditvergabe der Geschäftsbanken an Privathaushalte wuchs im Januar um +3% und die Kreditvergabe an Unternehmen um +7%. Die Ausweitung der Geldmenge soll der Wirtschaft Impulse geben, erhöht aber auch das derzeit heiss diskutierte Inflationsrisiko.

Bundesbank geht von erneutem Einbruch im Q1 aus

Die deutsche Notenbank rechnet mit einem neuerlichen spürbaren Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal aufgrund der Corona-Massnahmen. Die stärkeren Belastungen durch die bis mindestens Anfang März geltenden strikten Eindämmungsmassnahmen dürften zu einem Rückschlag der gesamtwirtschaftlichen Leistung im ersten Quartal 2021 führen, kommentierte die Bundesbank in ihrem gestern publizierten Monatsbericht. Ab dem Frühjahr sollte die deutsche Wirtschaft dann aber dank der sukzessiven Lockerungen der Massnahmen und der breiteren Verfügbarkeit von Impfstoffen laut Bundesbank wieder auf ein deutlich höheres Leistungsniveau zurückkehren und die Erholung fortsetzen.

Konsumklima in Deutschland verbesserte sich trotz «Lockdown»

Die Stimmung der deutschen Konsumenten hat sich im Februar nach dem Einbruch zu Jahresbeginn etwas erholt. Gemäss den neusten Umfrageergebnissen des Nürnberger Konsumforschungsunternehmens GfK haben sich sowohl die Bereitschaft für Konsumausgaben als auch die Erwartungen hinsichtlich der künftigen Einkommen verbessert. Der auf dieser Basis für März prognostizierte Konsumklimaindex verbesserte sich um 2.6 auf -12.9 Punkte.

US-Finanzministerin fordert mehr Unterstützung für globale Impfprogramme

Die neue amerikanische Finanzministerin Janet Yellen betonte die Notwendigkeit einer koordinierten Reaktion auf die globale Coronakrise und forderte die G20-Länder auf, die Unterstützung für globale Impfprogramme auszuweiten. Ein schnelles und globales Impfprogramm sei der stärkste Impuls, den die Weltwirtschaft braucht, kommentierte Yellen.

Wirtschaftskalender 26. Februar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:45 FR Verbraucherpreise (Januar, J/J) +0.6%
09:00 CH KOF-Konjunkturbarometer (Februar) 96.5
09:00 CH BIP Q4 (Q/Q) +7.2%
09:00 SP Verbraucherpreise (Januar, J/J) +0.4%
14:30 USA Persönlicher Konsum (Januar, M/M) -0.2%
14:30 USA Persönliche Einkommen (Januar, M/M) +0.6%
14:30 USA PCE-Preisindex (Januar, J/J) +1.3%
14:30 USA Handelsbilanz (Januar) USD -83.19 Mrd.
15:45 USA Chicago Einkaufsmanagerindex (Februar)  63.8
16:00 USA Konsumentenstimmung Universität Michigan (Februar) 76.2

 

Unternehmenskalender 26. Februar

Land Unternehmen Periode
CH LafargeHolcim Q4
DE BASF Q4
DE Deutsche Telekom Q4
AUT Erste Group Q4
FR Engie Q4

 

Quelle: BondWorld.ch