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LGT Navigator: Steigende Inflationserwartungen und höhere Anleihenrenditen nehmen der Aktienrally den Schwung

LGT Navigator: Nach dem verlängerten Wochenende hielt die freundliche Stimmung an den US-Börsen am Dienstag an und die Indizes erreichten, getrieben von einem ungebrochenen Optimismus der Anleger, erneut Rekordwerte.

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Einerseits steigen die Hoffnungen auf eine baldige Bewältigung der Coronakrise dank der fortschreitenden Impfkampagnen und sinkenden Covid-19-Neuinfektionszahlen, und andererseits setzen die Kapitalmärkte nach wie vor auf fiskal- und geldpolitische Impulse der Regierungen und der Notenbanken. Für einen Dämpfer sorgen höhere Anleihenrenditen aufgrund steigender Inflationserwartungen.

Nachdem die Indizes an der New Yorker Börse zunächst nochmals neue Rekordniveaus erreichten, ging der Schwung zum Ende des Handelstages etwas verloren. Der Dow Jones Industrial überschritt erstmals die Marke von 31’600 Punkten, gab dann aber wieder nach und schloss +0.2% höher bei 31’522.75 Zählern. Auch der S&P 500 erklomm zunächst einen neuen Höchstwert bei 3’950.43 Zählern, wies schlussendlich aber einen praktisch unveränderten Stand zum Freitag bei 3’932.59 Punkten (-0.06%) aus. Als Dämpfer erwies sich der Anstieg der US-Staatsanleihenrenditen, die den höchsten Stand seit rund einem Jahr erreichten. Hintergrund sind steigende Inflationserwartungen infolge der massiven Stimulierungsmassnahmen zur Eindämmung der Coronakrise. Im Fokus stehen auch die anziehenden Ölpreise. So kletterte der Preis der US-Sorte WTI auf mehr als USD 60 je Fass. Der Wintersturm in weiten Teilen der USA und insbesondere Texas könnte die Produktion und Logistik beeinträchtigen.

In Washington steigt der Druck auf den US-Kongress, endlich das bereits seit langem antizipierte weitere Corona-Konjunkturpaket zu verabschieden. In weniger als einem Monat werden Millionen von Amerikanern ihre Arbeitslosenunterstützung verlieren. Dabei geht es auch um eine erste grosse Bewährungsprobe für Präsident Joe Biden, der ein Hilfspaket in Höhe von USD 1.9 Billionen fordert. Biden hofft dabei nach wie vor auf eine parteiübergreifende Einigung. Das gescheiterte Amtsenthebungsverfahren gegen Ex-Präsident Donald Trump hat aber eindrücklich gezeigt, dass die Republikaner nicht gewillt sind, über die Parteigrenzen hinweg zusammenzuarbeiten.

Während die chinesischen Börsen aufgrund des Neujahrsfestes auch heute geschlossen blieben, notieren die Aktienindizes in Asien uneinheitlich. In Tokio verliert der Nikkei 225 -0.6%, während in Hongkong der Hang Seng um rund 1.2% zulegt. An Europas Börsen dürften heute nochmals einige wichtige Unternehmensberichte, die US-Detailhandelsumsatzzahlen sowie die mit Spannung erwartete erste Rede des neuen Regierungschefs Mario Draghi (10:00 Uhr MEZ) im Mittelpunkt stehen.

New Yorker Empire State-Index deutet auf anhaltenden Erholungskurs im Industriesektor

Die Stimmung der von der New Yorker Fed befragten Industrieunternehmen hat sich im Februar deutlicher als erwartet aufgehellt. Der sogenannte Empire-State-Index verbesserte sich gegenüber dem Vormonat um 8.6 auf 12.1 Punkte. Analysten hatten im Schnitt einen Anstieg von 3.5 auf 6.0 Zähler prognostiziert. Ein Wert von über Null signalisiert ein Wachstum des regionalen Industriesektors. Das Barometer der Federal Reserve von New York notiert nun bereits seit acht Monaten in Folge im positiven Bereich.

Konjunktureinschätzung der Börsenprofis laut ZEW-Umfrage deutlich zuversichtlicher

Die Erwartungen von Analysten und Investoren an die zukünftige Wirtschaftsentwicklung in Deutschland und im Euroraum haben sich gemäss dem Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) spürbar verbessert. Der ZEW-Indikator legte im Februar von 61.8 Punkten im Vormonat auf 71.2 Zähler zu, während Analysten vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Einschränkungen durch die Coronakrise mit einem Rückgang auf 59.8 Punkte gerechnet hatten. Vor allem bei Konsum und Handel werde ein deutlicher Aufholprozess erwartet, wobei dies aber auch die Inflationserwartungen erhöhe, kommentierte das ZEW. Der Konjunkturindikator für die Eurozone kletterte von 58.3 auf 69.6 Punkte.

Inzwischen bestätigte die Statistikbehörde Eurostat, dass die Wirtschaftsleistung in den Euroländern im Schlussquartal 2020 angesichts der Beschränkungen zur Bekämpfung der Coronakrise um -0.6% gegenüber dem Vorquartal zurückgegangen ist. Auf Jahressicht betrug der Rückgang des Bruttoinlandprodukts im vierten Quartal -5%. Im Gesamtjahr 2020 sorgte die Pandemie für den stärksten Konjunktureinbruch in der Geschichte der Eurozone. Das BIP schrumpfte um -6.8%. Der Einbruch war noch kräftiger als mit -4.5% in der weltweiten Finanzkrise 2009.

Australiens Zentralbank signalisiert langfristig lockere Geldpolitik

Die Reserve Bank of Australia (RBA) signalisierte in ihrem Protokoll der Sitzung vom 2. Februar ihren Willen, die Zinsen auf extrem niedrigem Niveau zu belassen und die Anleihekäufe fortzusetzen, bis die Inflation und das Lohnwachstum nachhaltig anziehen. Die RBA werde sich dabei auch an der Geldpolitik anderer Zentralbanken orientieren, um eine unerwünschte Aufwertung des australischen Dollars zu verhindern.

Wirtschaftskalender 17. Februar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
00:00 CN Feiertag  
08:00 GB Verbraucherpreise (Januar, J/J) +0.6%
08:00 GB Kern-Verbraucherpreise (Januar, J/J) +1.4%
14:30 USA Detailhandelsumsätze (Januar, M/M) -0.7%
14:30 USA Erzeugerpreise (Januar, J/J)  +0.8%
14:30 USA Kern-Erzeugerpreise (Januar, J/J) +1.2%
15:15 USA Industrieproduktion (Dezember, M/M) +1.6%
16:00 USA NAHB-Wohnungsmarktindex (Februar) 83.0
20:00 USA FOMC-Protokoll  

 

Unternehmenskalender 17. Februar

Land5 Unternehmen Periode
CH Schindler Q4
DE Beiersdorf Q4
FR Kering Q4
FR Capgemini Q4
NL Ahold Q4
GB Rio Tinto Q4
GB BAT Q4

 

Quelle: BondWorld.ch