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LGT Navigator: Steigende Renditen und Rohstoffrally bringen Techwerte unter Druck

LGT Navigator: Die globalen Aktienmärkte sind mehrheitlich mit Verlusten in die neue Woche gestartet und knüpften damit an die Entwicklung der Vorwoche an. Im Fokus der Anleger stehen weiterhin die Anleihenmärkte, wo die Renditen jüngst kräftig angezogen haben.

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Darunter leiden vor allem auch Technologieaktien, die angesichts ihrer hohen Bewertungen nun stärker unter Gewinnmitnahmen leiden. Der Bloomberg-Rohstoffindex, der die Preisentwicklung von 23 Rohstoffen abbildet, erreichte unterdessen den höchsten Stand seit März 2013.

Zu Wochenbeginn setzte sich der Aufwärtstrend bei den Renditen fort, nachdem die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen im Verlauf der vergangenen Woche von 1.15% auf über 1.3% gestiegen war. Zu Beginn des Jahres rentierten US-Staatsanleihen noch mit rund 0.9%. Der Renditeanstieg reflektiert die Erwartungen der Marktteilnehmer auf eine starke Konjunkturerholung sowie eine anziehende Inflation. Bewahrheitet sich dieses Szenario, dürften auch die Schuldzinsen steigen, was insbesondere Unternehmen schaden wird, die auf günstige Kredite angewiesen sind. Aber auch die stolzen Aktienbewertungen könnten unter Druck geraten. Zu den Verlierern gehörten gestern vor allem die Technologiegiganten Apple, Amazon, Microsoft, Netflix and Alphabet. So gaben die Indizes an der Technologiebörse Nasdaq am Montag kräftig nach. Der Nasdaq 100 brach um -2.63% auf 13’223.74 Punkte ein.

Es gibt aber auch Gewinner im gegenwärtigen Marktumfeld und dazu zählen etwa Finanztitel. Das Geschäftsmodell der Banken profitiert vor allem von einer steileren Zinskurve, also der Differenz zwischen langfristigen und kurzfristigen Zinsen. Die US-Zinskurve ist derzeit so steil wie zuletzt 2016. Entsprechend waren Finanzaktien in den vergangenen Wochen gefragt und haben sich deutlich besser geschlagen als der S&P 500. Dieser gab gestern um -0.77% auf 3’876.50 Zähler nach, während der Dow Jones Industrial bei 31’521.69 Punkten (+0.09%) fast unverändert zum Freitagsschluss blieb.

Nach der Korrektur bei denTechnologiewerten an der Wall Street tendierten die asiatischen Börsen heute Morgen etwas fester, wobei in Japan feiertagsbedingt nicht gehandelt wurde. Für Europas Börsen signalisieren die Futures-Märkte heute Morgen eine Eröffnung leicht über dem Vortagesniveau. Im Zentrum des Interesses steht vor allem auch die Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell heute Nachmittag ab 16:00 Uhr (MEZ).

Rohstoffpreise im Höhenflug – Kupfer auf Rekordkurs

Die Hoffnungen auf einen Konjunkturaufschwung spiegeln sich auch an den Rohstoffmärkten. So kletterte der Bloomberg-Rohstoffindex, der die Preisentwicklung von 23 Rohstoffen abbildet, auf den höchsten Stand seit März 2013! Der Preis für ein Fass der amerikanischen Rohölsorte WTI überschritt die USD 60-Grenze und die Nordseesorte Brent kostet inzwischen rund USD 66. Für steigende Preise sorgen derzeit auch extrem kalte Temperaturen in Teilen der USA. Rohstoffexperten gehen denn auch in den kommenden Monaten von einem weiteren deutlichen Anstieg der Ölpreise aus. WTI könnte sich im dritten Quartal bis auf USD 72 verteuern und ein Fass der Sorte Brent bis zu USD 75 kosten. Die Aussicht auf eine Erholung der Wirtschaft und damit eine Ausweitung der Produktion lässt die Preise von Industriemetallen steigen. An der Rohstoffbörse in London kostete eine Tonne Kupfer am Montag USD 9270 – das Metall ist damit so teuer wie zuletzt vor zehn Jahren. Setzt sich der Höhenflug fort, könnte der bisherige Rekordpreis von knapp USD 10’200 aus dem Jahr 2011 übertroffen werden. Ungebrochen ist auch die Nachfrage nach Nickel: Die Notierungen sind erstmals seit sieben Jahren auf über USD 20’000 pro Tonne geklettert.

Geschäftsklima in Deutschland hellt sich auf

Die Stimmung in deutschen Unternehmen hat sich im Februar trotz der strikten Corona-Schutzmassnahmen aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex verbesserte sich gegenüber dem Vormonat um 2.1 Punkte auf 92.4 Zähler, wie das Ifo-Institut am Montag in München mitteilte. Das ist der höchste Stand seit Oktober. Analysten hatten lediglich eine Verbesserung auf 90.5 Punkte prognostiziert. Die befragten Manager schätzen sowohl die aktuelle Marktlage als auch die Zukunftsaussichten optimistischer ein als zu Jahresbeginn. Dabei hat sich die Stimmung in allen Branchen verbessert. So ist das Geschäftsklima in der Industrie, die weniger stark von den Einschränkungen betroffen ist als der Handel und die Dienstleister, sogar auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren gestiegen. Auch die Tourismusbranche blickt erstmals wieder etwas zuversichtlicher in die Zukunft und setzt ihre Hoffnungen auf die bevorstehende Feriensaison. Dennoch bleibe die Situation im Dienstleistungsbereich schwierig, erklärte das Ifo-Institut.

Bundesbank erwartet Konjunkturaufschwung im zweiten Quartal

Die deutsche Wirtschaft dürfte im Frühling wieder zurück auf den Erholungspfad finden, erwartet die deutsche Bundesbank. Zur Konjunkturaufhellung sollen ab dem zweiten Quartal sinkende Infektionszahlen, eine breite Verfügbarkeit von Impfstoffen sowie die Lockerung der Corona-bedingten Schutzmassnahmen beitragen, schreibt die Notenbank in ihrem Monatsbericht vom Februar. Im ersten Quartal rechnet die Bundesbank aber noch einmal mit einem spürbaren Rückgang der Wirtschaftsleistung, ausgelöst durch die Folgen der Pandemiebekämpfung. Allerdings sei nicht zu befürchten, dass der Einbruch ähnlich stark ausfalle wie im Frühjahr 2020, heisst es im Bericht. 2020 schrumpfte das deutsche Bruttoinlandprodukt gegenüber dem Vorjahr um -5%.

Wirtschaftskalender 23. Februar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
10:00 IT Auftragseingang Industrie (Dezember) +5.3%
11:00 EZ Verbraucherpreise (Januar, M/M) +0.3%
11:00 EZ Verbraucherpreise (Januar, J/J) +0.9%
11:00 EZ Kern-Verbraucherpreise (Januar, J/J) +1.4%
15:00 USA S&P CaseShiller Häuserpreisindex 20 grösste Städte (Dezember, J/J) +9.1%
16:00 USA Konsumentenvertrauen (Februar)  89.3
16:00 USA Fed-Powell Konjunktureinschätzung und Ausblick   

 

Unternehmenskalender 23. Februar

Land Unternehmen Periode
CH SIG Combiblock Q4
DE Fresenius  Q4
GB HSBC Q4

 

Quelle: BondWorld.ch