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LGT Navigator: Streit um US-Schuldengrenze und steigende Ölpreise sorgen für Unruhe

LGT Navigator: Ein potenzieller Zahlungsausfall der US-Regierung und der jüngste Anstieg der Ölpreise, der die Inflationserwartungen nochmals in die Höhe treibt und damit die Zentralbanken zu einem schnelleren Handeln zwingen könnte, belastet die Stimmung an den Finanzmärkten.

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Während an der Wall Street die Indizes gestern zu einer Erholung ansetzten, verbuchten die Börsen in Asien mehrheitlich Verluste.

In Asien folgten die Aktienindizes am Mittwoch zunächst den positiven Vorgaben aus den USA, konnten dann aber ihre anfänglichen Gewinne nicht halten und tendieren zum Schluss mehrheitlich im negativen Bereich. Neben dem Streit um die Erhöhung der Schuldenobergrenze in den USA sorgt insbesondere der Anstieg der Ölpreise inmitten von Problemen hinsichtlich der Energieversorgung für Beunruhigung. Nachdem die OPEC+ an ihrer geplanten Produktionssteigerung festhielt, anstatt sie weiter zu erhöhen, stieg das US-Öl WTI am Mittwoch auf den höchsten Stand seit 2014 bei knapp USD 80. Rohöl der Sorte Brent notiert bei rund USD 82.50 je Barrel, nachdem der Preis am Vortag ein Dreijahreshoch erreicht hatte.

An der New Yorker Börse legte der Dow Jones Industrial, unterstützt durch ein starkes Ergebnis der ISM-Einkaufsmanagerumfrage im Dienstleistungsgewerbe, um +0.92% auf 34’314.67 Punkte zu und der S&P 500 gewann +1.05% und beendete den Dienstagshandel bei 4’345.72 Zählern. An der Nasdaq wurden Tagesgewinne von knapp +1.5% beobachtet.

Zahlungsausfall der USA hätte katastrophale Folgen

Die amerikanische Finanzministerin Janet Yellen warnte vor einem Zahlungsausfall der USA, sollte der Kongress die Schuldenobergrenze nicht rechtzeitig anheben oder aussetzen. Dies könnte «katastrophale Folgen» haben, das Vertrauen in die Kreditwürdigkeit der weltgrössten Volkswirtschaft beschädigen und in den USA zu einer Rezession führen. In einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC meinte die ehemalige Fed-Chefin: der Disput im Parlament sei unverantwortlich und gefährde die Erholung der US-Wirtschaft von der Coronakrise.

Handelsbilanzdefizit der USA steig auf Rekordhoch

Die Bilanz von Exporten und Importen erreichte in den USA im August einen neuen Rekordwert von USD 73.25 Mrd. (Vormonat USD 70.3 Mrd.). Während die Exporte der Amerikaner um lediglich +0.5% zulegten, stiegen die Importe um +1.4% auf ein Rekordhoch von USD 287 Mrd.

Vorlaufindikatoren signalisieren weitere Abschwächung der Euro-Wirtschaft

Die vom Londoner Institut IHS Markit publizierten Einkaufsmanagerindizes (PMIs) bestätigen eine nachlassende Konjunkturdynamik in der Eurozone. So fiel der PMI für die Privatwirtschaft (Dienstleister und Industrie) im Euroraum im September auf 56.2 von 59.0 Punkten im Vormonat. Hintergrund seien laut IHS Markit die globalen Lieferprobleme und ein dadurch erhöhter Preisdruck bei nachlassender Nachfrage, kommentierte IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson.

Erzeugerpreise in der Eurozone steigen weiter an

In der Industrie der Eurozone sind die Produzentenpreise im August auf Jahressicht kräftig um +13.4% gestiegen. Gegenüber dem Vormonat betrug der Preisanstieg +1.1%. Die Erzeugerpreise fliessen teilweise in die Konsumentenpreise ein, da die Unternehmen die Kosten auf ihre Produkte überwälzen.

Auf Lieferprobleme und Energiepreise nicht überreagieren

Die Europäische Zentralbank (EZB) müsse nach Einschätzung von Präsidentin Christine Lagarde bei der Inflationsentwicklung die Zweitrundeneffekte berücksichtigen, dürfe jedoch nicht überreagieren. Die Zentralbank sollte auf Versorgungsengpässe oder steigende Energiepreise nicht überreagieren, da die Geldpolitik diese Phänomene nicht direkt beeinflussen könne, meinte Lagarde.

Wirtschaftskalender 6. Oktober

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE Auftragseingang Industrie (August, M/M) +3.4%
11:00 EZ Einzelhandelsumsätze (August, J/J)  +3.1%
14:15 USA ADP Beschäftigung Privatwirtschaft (September) 374’000

 

Unternehmenskalender 6. Oktober

Land Unternehmen Periode
FR Saint-Gobain Investorentag
GB Tesco H1

 

Quelle: BondWorld.ch