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LGT Navigator: Tech-Schwergewichte glänzen inmitten der Corona-Krise

LGT Navigator: Die Quartalsergebnisse von Apple und Amazon zeigten, dass die beiden Tech-Giganten in der Corona-Krise vom Online-Shopping-Boom profitieren konnten …

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Bei der Google-Mutter Alphabet und Facebook lief es hingegen nicht ganz so gut. Sie übertrafen aber mit ihren Quartalszahlen grösstenteils ebenfalls die Markterwartungen. Der beispiellose Einbruch der weltgrössten Volkswirtschaft wie auch der grössten europäischen Wirtschaft im zweiten Quartal zeigt eindrücklich das Ausmass der Corona-Krise. Unterdessen bringt US-Präsident Donald Trump vor dem Hintergrund der dramatischen Pandemielage in den USA eine Verschiebung der Präsidentenwahl im November ins Gespräch.

Die grossen Tech-Konzerne Apple und Amazon erzielten im zweiten Quartal Milliardengewinne und übertrafen zumeist die Markterwartungen deutlich. Insbesondere Amazon profitierte im vergangenen Quartal massiv vom «Lockdown»-bedingten Einkaufsboom im Internet. Der Gewinn fiel mit USD 5.2 Mrd. etwa doppelt so hoch aus wie in der Vergleichsperiode im Vorjahr und dies obwohl Amazon im zweiten Quartal USD 4 Mrd. für Corona-Massnahmen wie Schutzausrüstung, Reinigung und Prämien investieren musste. Bei Apple stieg der iPhone-Umsatz im Jahresvergleich um +1.7% auf USD 26.4 Mrd. und überbot damit den Marktkonsens von USD 21 Mrd. Apples Konzernumsatz stieg im Q2 um +11% auf USD 59.7 Mrd. – ein Rekordquartal. Der Gewinn legte um +12% auf USD 11.25 Mrd. zu. Facebook wuchs hingegen deutlich langsamer als zuvor, da Kunden in der Krise weniger Werbung auf der Plattform geschaltet haben. Erschwerend kam noch ein Boykottaufruf von Bürgerrechtsgruppen hinzu, aufgrund dessen grosse Unternehmen zeitweise Anzeigen beim weltgrössten Online-Netzwerk stoppten. Der Google-Mutterkonzern Alphabet musste im Q2 erstmals einen Umsatzrückgang hinnehmen und wurde vor allem durch höhere Kosten und sinkende Werbeeinnahmen belastet.

Unterdessen streiten sich Republikaner und Demokraten im US-Kongress weiterhin um die Ausgestaltung des neuen Corona-Hilfspakets. Die Zeit drängt, laufen doch Ende dieses Monats – sprich heute – die Corona-Zuschüsse für Millionen amerikanischer Arbeitsloser aus.

An der New Yorker Börse überwogen Konjunktursorgen, nachdem die US-Wirtschaft im zweiten Quartal einer ersten Schätzung zufolge einen historischen Einbruch verbuchte. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial schloss -0.85% tiefer bei 26 313.65 Punkten. Während des Handelstages hatte der Leitindex aber zeitweise sogar rund -2% verloren. An Asiens Aktienmärkten setzte sich der negative Trend zum Wochenschluss fort. In Tokio verliert der Nikkei 225-Index knapp -2.5%.

US-Wirtschaft im zweiten Quartal abgestürzt

Die amerikanische Wirtschaft verbuchte im zweiten Quartal einen noch nie dagewesenen Einbruch. Das Bruttoinlandsprodukt brach auf das Jahr hochgerechnet um -32.9% ein, wie eine erste Schätzung des Handelsministeriums in Washington zeigte. Aufgrund des «Lockdowns» brachen vor allem die Konsumausgaben weg (-34.6%). Bereits im ersten Quartal war die Wirtschaftsleistung um -5% zurückgegangen, womit sich die USA aus ökonomischer Sicht nun in einer Rezession befinden. Ob sich die weltgrösste Volkswirtschaft bereits im dritten Quartal erholen kann scheint angesichts der eskalierenden Corona-Krise in den USA höchst fraglich. Keine guten Nachrichten sendet der US-Arbeitsmarkt. Die wöchentlich registrierten erstmaligen Anträge auf staatliche Arbeitslosenhilfe sind in der vergangenen Woche erneut gestiegen und zwar um 1.434 Mio. In der Woche zuvor waren es 1.422 Mio.

Im Gefolge der US-Wirtschaft ist auch Mexikos Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal um -17.3% im Vergleich zum Vorquartal eingebrochen.

Covid-19 sorgt für historischen Einbruch der deutschen Wirtschaft im Q2

Die deutsche Wirtschaft verbuchte angesichts des praktischen Stillstands während des Corona-bedingten «Lockdowns» den stärksten je gemessenen Einbruch. Das Bruttoinlandsprodukt brach zwischen April und Juni um -10.1% gegenüber dem Vorquartal ein ­ der stärkste Rückgang seit Beginn der quartalsweisen Berechnungen im Jahr 1970. Ökonomen waren im Schnitt von einem Rückgang um etwa -9% ausgegangen. Im Q2 seien sowohl die Exporte als auch die Importe sowie auch die Dienstleistungen massiv eingebrochen. Da die deutsche Wirtschaftsleistung bereits im ersten Quartal um -2% zum Vorquartal zurückgegangen war, befindet sich Europas grösste Volkswirtschaft damit technisch gesehen in einer Rezession.

Auch Österreichs Wirtschaft ist vor dem Hintergrund Corona-Krise im Q2 um -12.8% gegenüber dem Vorquartal eingebrochen.

Wirtschaftskalender 31. Juli
MEZLandIndikatorLetzte Periode
07:30FRBIP Q2 (Q/Q)-5.3%
10:00ITBIP Q2 (Q/Q)-5.3%
11:00EZBIP Q2 (Q/Q)-3.6%
Unternehmenskalender 31. Juli
LandUnternehmenPeriode
CHSwatchH1
CHSwiss ReH1
FRBNP ParibasH1
FRVinciH1
FRGDF SuezH1
GBBT GroupQ1
GBBritish American TobaccoH1
USAMerck & CoQ2
USADuPontQ2

 

Quelle: BondWorld.ch