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LGT Navigator: Trump und Biden liefern sich unpräsidiales Duell

LGT Navigator: Das erste Fernsehduell im laufenden Präsidentschaftswahlkampf in Cleveland geriet zu einer Farce. Zumindest wenn man sich eine ernsthafte Debatte mit inhaltlichen Aussagen zu den brennendsten politischen und gesellschaftlichen Themen erhofft hatte.

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Eine erste Reaktion an den asiatischen Börsen zeigte keinen klaren Trend und zeigt, dass auch Investoren nach dem TV-Duell keinen klaren Favoriten ausmachen konnten. In den Hintergrund rückten neue Konjunkturdaten. Immerhin hat sich aber die Stimmung der amerikanischen Konsumenten wieder deutlich aufgehellt.

In der ersten Fernsehdebatte haben sich US-Präsident Donald Trump und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden einen ersten Schlagabtausch geliefert. Einen Sieger in der hitzigen und teilweise chaotischen Debatte ist schwer auszumachen. Trump ist ein K.O. nicht gelungen und Biden konnte keinen Punktesieg einfahren. Es ist fraglich, ob noch unentschiedene Wähler sich eine Meinung bilden konnten, da die Diskussion inhaltlich nichts Neues brachte. Sorgen dürften sich die Finanzmärkte vor allem wegen der erneuten Weigerung Trumps, das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahl unabhängig vom Ausgang anzuerkennen.

Unterdessen gehen die schwierigen Verhandlungen über ein US- Konjunkturpaket in Washington weiter: Die demokratische Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi und Finanzminister Steven Mnuchin haben sich bei Unterredungen darauf geeinigt, die Gespräche heute fortzusetzen.

Die amerikanischen Aktienindizes verloren nach der dreitägigen Erholungsrally wieder an Dynamik und beendeten den Tageshandel am Dienstag mit Verlusten. Der Dow Jones Industrial gab um knapp -0.5% auf 27 452.66 Punkte nach. Auch der S&P 500 und der Nasdaq 100 gingen mit einem Minus von -0.48% und -0.37% aus dem Tagesgeschäft. Die asiatischen Aktienmärkte haben heute Morgen uneinheitlich auf die erste US-Präsidentschaftsdebatte reagiert. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index verliert rund -1.5%, während der Hang Seng-Index in Hongkong um rund +0.7% zulegen kann.

US-Konsumenten zeigen sich optimistischer

Die Stimmung der amerikanischen Verbraucher hat sich im September trotz der nach wie vor schwierigen Pandemie-Situation positiv entwickelt. Das monatlich publizierte Konsumentenvertrauensbarometer des New Yorker Wirtschaftsforschungsbüros The Conference Board erholte sich dabei deutlich stärker als erwartet vom Corona-bedingten Einbruch im April und stieg von 86.3 auf 101.8 Punkte, den höchsten Wert seit März. Ökonomen waren im Schnitt von einer Verbesserung auf lediglich 90.0 Zähler ausgegangen. Die Stimmung der Privathaushalte könnte bei den bevorstehenden Wahlen durchaus eine entscheidende Rolle spielen.

Wirtschaftsstimmung im Euroraum hat sich weiter erholt

Die neusten Umfrageergebnisse der Europäischen Kommission deuten auf eine anhaltende, aber zähe Erholung vom Corona-Schock hin. Der Sammelindex zur Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung verbesserte sich im September von 87.5 Punkten im Vormonat auf 91.1 Zähler und übertraf damit die Erwartungen der Analysten von 89.0 Punkten. Der Indikator ist breit abgestützt und berücksichtigt die Stimmung in der Industrie, der Bauwirtschaft, der Dienstleistungsbranche und der Entwicklung im Einzelhandel sowie der Privathaushalte.

Mittelfristige Aussichten für Euro-Wirtschaft bleiben schwach

Die drei Forschungsinstitute Ifo, Istat und KOF gehen in einer gemeinsamen Prognose davon aus, dass das Wirtschaftswachstum im Euroraum nach der eindrücklichen Erholung im dritten Quartal im Schlussquartal 2020 wieder abflachen wird. Im gestern publizierten «Eurozone Economic Outlook» gehen die Institute in den letzten drei Monaten dieses Jahres von einem vergleichsweise moderaten Wachstum von +2.2% gegenüber dem Vorquartal aus. Dies nachdem die Euro-Wirtschaft im dritten Quartal der Prognose zufolge um noch +8.2% wachsen wird (wohlgemerkt nach einem Corona-bedingten Einbruch um fast -12% im Q2). Für das erste Quartal 2021 wird dann noch ein BIP-Wachstum von +1.5% vorausgesagt. Die Prognose für das Gesamtjahr 2020 sieht einen Rückgang der Wirtschaftsleistung von -8% voraus. Die drei Institute aus München, Rom und Zürich warnten jedoch, dass verlässliche Prognosen im derzeitigen Umfeld schwierig seien, da niemand wisse, wie sich die Corona-Pandemie weiter entwickeln würde und wann ein Impfstoff verfügbar sei.

Wirtschaftskalender 30. September
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:45FRVerbraucherpreise (September, J/J)+0.2%
09:00CHKOF-Konjunkturbarometer (September)110.2
09:30EZEZB-Lagarde Rede 
09:55DEArbeitslosenrate (September)6.4%
10:00ITVerbraucherpreise (September, J/J)-0.5%
10:00EZVerbraucherpreise (September, J/J)-0.2%
10:00EZKern-Verbraucherpreise (September, J/J)+0.4%
10:30GBBIP Q2 (Q/Q)-20.4%
14:15USAADP-Beschäftigungswachstum Privatwirtschaft (September)+428’000
14:30USABIP Q2 (Revision, annualisiert Q/Q)-31.7%
16:00USAAusstehende Eigenheimverkäufe (August, M/M)+5.9%

 

Unternehmenskalender 6. Oktober
LandUnternehmenPeriode
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Quelle: BondWorld.ch