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LGT Navigator: Trump will vor dem Hintergrund dramatischer Arbeitsmarktverluste den Stillstand schnell beenden

LGT Navigator: Die neusten Arbeitsmarktdaten aus den USA bekräftigen die Befürchtung eines dramatischen Konjunktureinbruchs der sich auf die gesamte Weltwirtschaft auswirken dürfte………….

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Innerhalb eines Monats gingen in den USA wegen des wirtschaftlichen Stillstands in Folge der Coronavirus-Pandemie rund 22 Mio. Jobs verloren. Trotzdem kündigte US-Präsident Trump bereits eine baldige Lockerung des «Lockdowns» an, was an den Aktienmärkten für Kursgewinne sorgte.

US-Präsident Donald Trump will die USA in drei Phasen auf den Weg zur Normalität zurückführen und die Wirtschaft graduell wieder öffnen. Eine landesweite Schliessung könne keine langfristige Lösung sein und das Land brauche eine funktionierende Wirtschaft, so Trump. Der Plan des Weissen Hauses sieht eine weitgehende Rückkehr zur Normalität in drei Schritten vor, wenn in Bundesstaaten oder Regionen in den USA bestimmte Kriterien erfüllt sind, ohne jedoch einen genauen Zeitplan zu nennen. An der Wall Street kam die Absicht, die weltgrösste Volkswirtschaft so bald als möglich wieder hochzufahren, gut an. Der Dow Jones Industrial und der S&P 500 Index schlossen nach einem von Verlusten geprägten Tag leicht positiv. Gefragt waren vor allem Technologie-Aktien. Der Nasdaq 100 beendete den Handelstag mit einem soliden Plus von fast zwei Prozent. Die Tokioter Börse notiert heute Morgen rund +2.6% höher und der Nikkei 225-Index erreichte zeitweise den höchsten Stand seit mehr als fünf Wochen. Dies trotz der Meldung, dass Chinas Wirtschaft im ersten Quartal wegen der Corona-Krise erstmals seit Jahrzehnten eine Kontraktion auswies. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im Q1 im Vergleich zum Vorjahr um -6.8%. Ökonomen hatten im Schnitt mit einem Einbruch von -6% gerechnet.

US-Konjunkturdaten verdeutlichen Ausmass des «Lockdown»-Schadens

In den Vereinigten Staaten gingen durch die ergriffenen Schliessungen wegen der Coronavirus-Pandemie in den letzten vier Wochen mehr als 20 Mio. Arbeitsplätze verloren. Die gestern publizierten wöchentlichen Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung zeigten in der Woche bis zum 11. April eine Zunahme um 5.2 Mio. Anträge. In den beiden Wochen zuvor waren es jeweils 6.6 Mio. Neuanträge gewesen, davor zuletzt 3.3 Mio. Die insgesamt rund 22 Mio. eingegangenen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe deuten einen Anstieg der US-Arbeitslosenquote auf deutlich über 10% an. Der offiziellen Arbeitsmarktstatistik von März zufolge betrug die Arbeitslosenrate 4.4%. Das gesamte Ausmass der wirtschaftlichen Verwerfungen der Pandemie ist zurzeit noch nicht absehbar.

Wie zuvor bereits der Empire State-Index der New Yorker Notenbank (Fed) signalisiert auch der Philly Fed-Index der Zentralbankniederlassung in Philadelphia einen dramatischen Einbruch im amerikanischen Industriesektor. Der Indikator sank von minus 12.7 Punkten im März auf minus 56.6 im April und notiert damit den tiefsten Stand seit Mitte 1980.

WHO sieht positive Anzeichen in Europa im Kampf gegen die Pandemie

Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass in Europa die kommenden Wochen ausschlaggebend im Kampf gegen die Pandemie sein werden. Obwohl die Zahl der Infektionen fast schon die Marke von einer Million betrage, gebe es positive Anzeichen aus einer Reihe von stark betroffenen Ländern wie Italien, Deutschland, Spanien oder auch der Schweiz. Während aber in einigen Ländern die Zahl der Neuinfektionen sinke, stehe anderen Ländern das volle Ausmass der Corona-Krise noch bevor, kommentierte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge. Die Regierungen und die Gesundheitsbehörden müssten nun sehen unter welchen Bedingungen eine sichere und schrittweise Lockerung der Massnahmen in Betracht gezogen werden könne. Es gebe aber keinen schnellen Weg zurück zum Normalzustand, so Kluge.

IWF geht in Asien von Nullwachstum aus

Erstmals seit 60 Jahren dürften der aufstrebende Wirtschaftsraum Asiens wegen der Corona-Krise im laufenden Jahr kein Wachstum ausweisen. Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Region werden «schwerwiegend, flächendeckend und beispiellos» sein, warnte der Internationale Währungsfonds (IWF) in einem gestern publizierten Bericht. Laut IWF wird Chinas Wirtschaft in diesem Jahr lediglich eine Wachstumsrate von +1.2% erreichen. Zu Jahresbeginn wurden noch +6% prognostiziert. Grösstes Risiko für den Wirtschaftsausblick sei die Gefahr einer Rückkehr des Virus nach der Lockerung und der Wiederaufnahme der Wirtschaftstätigkeit.

Wirtschaftskalender 17. April
MEZLandIndikatorLetzte Periode
11:00EZVerbraucherpreise (J/J)+1.2%
16:00USAFrühindikator+0.1%
Unternehmenskalender 17. April
LandUnternehmenPeriode
USAAlcoaQ1
USASchlumbergerQ1

 

Quelle: BondWorld.ch