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LGT Navigator: Trumps Billionenpaket und Konjunkturzuversicht treibt Börsen wieder an

LGT Navigator: Nach dem Einbruch an den Aktienmärkten in der vergangenen Woche haben sich die Börsenindizes wieder gefangen und die Anleger scheinen wieder von Zuversicht getrieben …

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Der wiedergewonnene Optimismus stützt sich einerseits auf überraschend positive US-Konjunkturdaten, die das Szenario einer V-förmigen Erholung der Weltwirtschaft untermauern und andererseits auf die immer weiter ausgeweiteten Stimulierungspakete der Regierungen und Notenbanken. Äusserungen von US-Notenbankchef Powell unterstützten die positive Börsenstimmung.

Trumps Billionenpaket und Konjunkturzuversicht treibt Börsen wieder an

Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell zeigte sich gestern vor dem Bankenausschuss des Senats etwas zuversichtlicher. Zwar sei die Unsicherheit in Bezug auf den weiteren Konjunkturverlauf nach wie vor erheblich, dennoch signalisierten zuletzt einige Indikatoren eine Stabilisierung. In einigen Bereichen sei sogar eine leichte Belebung der Wirtschaftsaktivität zu beobachten. So lange die Pandemie aber nicht unter Kontrolle sei, bleibe eine vollumfängliche konjunkturelle Erholung nach Powells Einschätzung unwahrscheinlich. Insbesondere am Arbeitsmarkt werde sich die Erholung hinziehen. Deshalb sei es wahrscheinlich, dass die Fed und auch der Kongress weitere Hilfen auf den Weg bringen müssten, um die Konjunkturerholung zu stützen, meinte Powell. Heute spricht der Fed-Chef auch noch vor dem Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses.

An der Wall Street wurden die Äusserungen des Notenbankchefs diesmal gut aufgenommen und der Dow Jones Industrial legte auch dank der überraschend positiven Konjunkturdaten und des in Aussicht gestellten Infrastrukturprogramms um rund +2% auf 26 289.98 Punkte zu. Der S&P 500 kletterte um +1.9% auf 3 124.74 Zähler. An den asiatischen Aktienmärkten stand hingegen die Angst vor einer zweiten Pandemiewelle sowie dem sich verschärfenden Konflikt zwischen Nordkorea mit Südkorea im Vordergrund und so setzte sich heute Morgen der positive Trend aus Übersee nicht fort. Das Tokioter Aktienbarometer Nikkei 225 gab um -0.66% auf 22 433.61 Punkte nach.

Überraschend positive US-Konjunkturdaten – das Schlimmste scheint überstanden

Nach bereits besser als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten bestätigten auch die gestern veröffentlichten Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen, dass sich die US-Wirtschaft langsam vom Corona-Schock erholt. Im Mai stiegen die Einnahmen im Detailhandel um 17.7% gegenüber dem Vormonat und machten damit den Einbruch von 14.7% im April mehr als wett. Die Zunahme war zudem doppelt so hoch, wie von Analysten im Schnitt erwartet. Die Öffnung der Wirtschaft nach dem «Lockdown» scheint damit für den erhofften Aufholeffekt zu sorgen. Die Retail Sales sind ein wichtiger Indikator für den Konsum in den USA, der mit einem Anteil von rund 70% am Bruttoinlandsprodukt eine Schlüsselrolle für die Wirtschaft spielt.

Fed diskutiert Kontrolle der Zinskurve

Die US-Notenbank scheint angesichts des Ausmasses der Corona-Krise eine Kontrolle der Zinskurve ins Gespräch zu bringen. Dabei würde die Fed neben kurzfristigen auch längerfristige Zinsen steuern – eine Rolle die normalerweise dem Spiel von Angebot und Nachfrage an den Märkten überlassen wird. Fed-Chef Powell bestätigte gestern, dass die Notenbankspitze über die Kontrolle der Zinskurve gesprochen habe. Die Wirksamkeit sei jedoch eine offene Frage, so Powell. Praktiziert wird eine derartige Marktkontrolle bereits in Japan und Australien.

ZEW-Stimmungsbarometer bekräftigt positive Haltung der Investoren

Den neusten Umfragewerten des Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW zufolge, haben sich die Konjunkturerwartungen für Deutschland und den Euroraum im Juni dank der Lockerungen der Pandemiemassnahmen weiter aufgehellt. Der auf dem Konjunkturausblick von Finanzanalysten und institutionellen Anlegern basierende Erwartungsindex für die deutsche Wirtschaft verbesserte sich im Juni zum dritten Mal in Folge, diesmal von 51.0 im Vormonat auf 63.4. Der entsprechende Indikator für die Eurozone legte um 12.6 gegenüber dem Vormonat auf 58.6 zu. Die Zuversicht nehme zu, dass die konjunkturelle Talsohle im Sommer 2020 durchschritten sein werde, kommentierte das ZEW.

Schweizer Wirtschaft sollte Tiefpunkt im zweiten Quartal erreicht haben

Nach Einschätzung des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) dürfte die Schweizer Wirtschaft im zweiten Quartal den Tiefpunkt in der Corona-Krise überstanden haben und sich im zweiten Halbjahr wieder erholen. Dennoch geht das Seco davon aus, dass die Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr um -6.2% zurückgehen wird, was dem stärksten Einbruch seit 1975 entsprechen würde. Im nächsten Jahr soll das Bruttoinlandsprodukt dann wieder um 4.9% zulegen, womit die Konjunkturexperten aber etwas weniger optimistisch sind als noch im April, als eine Erholung um 5.2% vorausgesagt wurde. Die Prognoseunsicherheit sei derzeit aber aussergewöhnlich hoch, warnte das Seco. Mit Spannung wird am Donnerstag die reguläre geldpolitische Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) erwartet.

Wirtschaftskalender 17. Juni
MEZLandIndikatorLetzte Periode
10:00ITAuftragseingang Industrie April (J/J)-26.6%
10:30GBVerbraucherpreise Mai(J/J)+0.8%
10:30GBKern-Verbraucherpreise Mai (J/J)+1.4%
14:30USANeubaubeginne Mai (J/J) -30.2%
14:30USABaubewilligungen Mai (J/J) -20.8%
Unternehmenskalender 19. Juni
LandUnternehmenPeriode
USAOracleQ4

 

Quelle: BondWorld.ch