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LGT Navigator: Unsicherheiten und Goldrauschmentalität erhöhen die Volatilität

LGT Navigator: Nachdem die Anleger Mitte Woche angesichts hoher Bewertungen und einer anhaltend angespannten Pandemielage kalte Füsse bekommen hatten, konnten sich die meisten Börsenindizes gestern wieder etwas erholen.

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Neben positiven Impulsen von einigen Unternehmensergebnissen sorgten auch teilweise optimistische Signale von US-Konjunkturdaten wieder für Optimismus. Trotzdem scheinen die Unsicherheiten in Bezug auf die Pandemie und die Probleme bei der Impfstoffverteilung, aber insbesondere auch die spekulativen Turbulenzen und Goldgräberstimmung rund um die Gamestop-Aktien die Volatilität an den Börsen vor dem Wochenschluss zu erhöhen.

Die Lage an den internationalen Aktienmärkten hat sich am Donnerstag nach dem Einbruch am Vortag wieder etwas entspannt. An den US-Börsen sorgten besser als erwartete Daten vom Arbeitsmarkt und einige gute Unternehmensresultate, wie beispielsweise von Mastercard, für positive Impulse. Der Dow Jones Industrial legte zwischenzeitlich mehr als +2% zu und schloss bei 30 603.36 Punkten +0.99% höher. Der S&P 500 beendete den Handel mit einem Tagesgewinn von +0.98% bei 3787.38 Zählern. Nach wie vor, sorgen aber die Turbulenzen bei den Aktien des Videospiel-Händlers Gamestop und weiterer Unternehmen für Nervosität. Inzwischen hat sich die amerikanische Börsenaufsicht und das Finanzministerium eingeschaltet. An den Börsen in Asien trübte sich die Marktstimmung aber bereits wieder ein und viele Aktienindizes weisen zum Wochenschluss teilweise heftige Tagesverluste aus. Für Unruhe sorgen auch Berichte über Liquiditätsengpässe in China, nachdem chinesische Geldmarktsätze auf den höchsten Stand seit fast sechs Jahren geklettert waren, was eine knappe Liquidität im Finanzsystem widerspiegelt. Die Aktienfutures signalisieren auch für Europas Börsen einen schwachen Handelsauftakt. Im Mittelpunkt stehen heute die vorläufigen BIP-Zahlen aus Deutschland, Frankreich und Spanien.

Konjunkturelle Aussichten in den USA scheinen sich nach einem «annus horribilis» aufzuhellen

Die Wirtschaftsleistung der USA sank im Gesamtjahr 2020 um -3.5% und wies damit die schwächste Performance seit 1946 aus. Im Schlussquartal expandierte das weltgrösste Bruttoinlandsprodukt noch mit einer auf das Jahr hochgerechneten Wachstumsrate von +4.0% (Analystenkonsens +4.2%), womit sich das Wachstum im Vergleich zum Vorquartal merklich abgeschwächt hat. Im dritten Quartal hatte die US-Wirtschaft dank dem Aufholeffekt vom Pandemie-bedingten Einbruch um einen Rekordwert von annualisiert +33.4% zugelegt.

Gleichzeitig wurde aber gemeldet, dass der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren der US-Wirtschaft im Dezember um +0.3% gegenüber dem Vormonat gestiegen ist. Der monatlich vom New Yorker Wirtschaftsforschungsinstitut The Conference Board erstellte Indikator, der sich aus zehn vorausschauenden Wirtschaftsdaten zusammensetzt, lieferte damit ein zuversichtliches Signal hinsichtlich der Wirtschaftsentwicklung auf Sicht von etwa sechs Monaten.

Eine positive Nachricht war auch vom US-Arbeitsmarkt zu vermelden. So wurden in der Woche bis zum 23. Januar

847 000 Erstanträge auf Arbeitslosenversicherung gestellt und damit 67 000 weniger als in der Vorwoche. Analysten hatten im Schnitt mit 875 000 Anträgen gerechnet. Die Erstanträge geben einen Hinweis auf die kurzfristige Entwicklung am amerikanischen Arbeitsmarkt. Vor der Coronakrise lagen die Anträge im Schnitt bei etwa 200 000 pro Woche.

Wirtschaftsstimmung in der Eurozone trübt sich zu Jahresbeginn ein

Den neusten Umfrageergebnissen der EU-Kommission zufolge hat sich die generelle Wirtschaftsstimmung im Euroraum zum Jahresstart verschlechtert. Der Economic Sentiment Indicator (ESI) fiel gegenüber Dezember um 0.9 auf 91.5 Punkte. Analysten hatten jedoch mit einem noch kräftigeren Rückgang auf 89.6 Zähler gerechnet. Gemäss der Exekutivbehörde in Brüssel war die Entwicklung im Januar in den einzelnen Wirtschaftsbereichen und den Mitgliedsländern uneinheitlich. In den grossen Euroländern verbesserte sich die Stimmung beispielsweise in Italien, Spanien und den Niederlanden, während sie sich in Deutschland und Frankreich verschlechterte.

Wirtschaftskalender 29. Januar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:30 FR BIP Q4 (Q/Q) +18.7%
08:30 FR Konsumausgaben (Dezember, M/M) -18.9%
09:00 CH KOF-Konjunkturbarometer (Januar) 104.3
09:00 SP Verbraucherpreise (Januar, J/J) -0.6%
10:00 DE BIP Q4 (Q/Q) +8.5%
10:00 DE Arbeitslosenrate (Januar) 6.1%
14:30 USA Persönliche Einkommen (Dezember, M/M) -1.1%
14:30 USA Konsumausgaben (Dezember, M/M) -0.4%
16:00 USA Konsumentenstimmung Uni Michigan (Januar) 79.2
16:00 USA Ausstehende Hausverkäufe (Dezember, M/M) -2.6%

 

Unternehmenskalender 29. Januar

Land Unternehmen Periode
CH Givaudan Q4
DE SAP Q4
SP BBVA Q4
USA Eli Lilly  Q4
USA Caterpillar Q4
USA Chevron Q4
USA Colgate-Palmolive Q4

 

Quelle: BondWorld.ch