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LGT Navigator: US-Arbeitsmarkt im Fokus und warnende Worte der Fed

LGT Navigator: Im Vorfeld der heute anstehenden US-Arbeitsmarktdaten konnten die Indizes an der Wall Street zulegen.

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Der Dow erreichte gar ein neues Rekordhoch. Die amerikanische Zentralbank warnte unterdessen in einem Bericht zur Finanzstabilität vor einer steigenden Risikobereitschaft in einer Vielzahl von Anlagemärkten. Die Bank of England behielt wie erwartet das Zinsniveau unverändert tief, leitete aber dennoch ein minimales Bremsmanöver ein.

Nachdem zunächst noch die Pharmawerte im Mittelpunkt standen, die wegen des Vorstosses der Amerikaner den Patentschutz für Covid-19-Vakzine auszusetzen stark und unter Druck geraten waren, hellte sich die Stimmung an der New Yorker Börse sichtlich auf und der Dow Jones Industrial erreichte gar ein erneutes Rekordhoch. Der Leitindex schloss knapp ein Prozent fester bei 34 548.53 Punkten (+0.93%). Solide Gewinne verzeichnete auch der S&P 500, der +0.82% höher bei 4201.62 Zählern aus dem Handel ging. Die Indizes an der Technologiebörse Nasdaq legten ebenfalls um rund +0.8% zu. In Asien schlossen sich die meisten Börsenindizes den positiven Vorgaben aus Übersee an und tendierten höher, wenn auch mit weniger Schwung.

Aufhorchen lässt der gestern veröffentlichte halbjährliche Bericht der US-Notenbank zur Stabilität des US-Finanzsystems. Eine steigende Risikobereitschaft in einer Vielzahl von Anlagemärkten dehne die Bewertungen aus und schaffe Schwachstellen im amerikanischen Finanzsystem. In diesem Umfeld könnten die Preise anfällig für «signifikante Rückgänge» sein, sollte die Risikobereitschaft sinken, warnt die Federal Reserve

Mit Höchstspannung werden nun der Arbeitsmarktbericht aus Washington (14:30 Uhr MEZ) erwartet. Vorzeichen, wie etwa der ADP-Beschäftigungsbericht und die wöchentlich gemeldeten Erstanträge auf Arbeitslosenversicherung deuteten eine weitere Erholung an. Analysten rechnen im Schnitt mit einer Zunahme der Beschäftigung (ohne Berücksichtigung des Agrarsektors) von nahezu einer Million Arbeitsplätze. Dies könnte wiederum die Erwartung einer kräftigen Konjunkturerholung stärken und damit auch die Inflationssorgen, resp. die Aussicht auf steigende Zinsen.

Anhaltend kräftige Erholung am US-Arbeitsmarkt erwartet

Die Daten zu den Erstanträgen auf Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung deuteten wie bereits zuvor der Bericht von ADP zur Beschäftigung in der Privatwirtschaft auf eine weitere Erholung am amerikanischen Arbeitsmarkt hin. Mit Spannung wird heute die monatliche Statistik aus Washington erwartet. Die wöchentlich gemeldeten erstmalig gestellten Anträge auf Arbeitslosenunterstützung gingen in der Woche zum 1. Mai stärker als erwartet zurück. Im Vergleich zur Vorwoche fiel die Zahl der Anträge um 92 000 auf 498 000. Allerdings wurde der Vorwochenwert von 553 000 auf 590 000 kräftig nach oben korrigiert. Der aussagekräftigere gleitende Vierwochendurchschnitt verringerte sich gegenüber der Vorwoche um 61 000 auf 560 000 Anträge.

Bank of England tritt sanft auf die Bremse

Die britische Notenbank bestätigte zwar ihre expansive Geldpolitik, tritt jedoch mit einer Reduktion ihrer Anleihenkäufe doch sanft auf die Bremse. Der Leitzins bleibt mit +0.1% weiterhin auf Rekordtief, während das Anleihekaufprogram angepasst wurde. Die wöchentlichen Käufe werden demnach um eine Milliarde auf GBP 3.4 Mrd. reduziert. Nach der Ankündigung der Bank of England legte das Pfund Sterling zu, während britische Staatsanleihen unter Druck gerieten.

Für eine Zinswende in nicht allzu ferner Zukunft sprechen beispielsweise einige Frühindikatoren. So verbesserte sich der Einkaufsmanagerindex für den britischen Dienstleistungssektor gemäss IHS Markit im April um 4.7 auf 61.0 Punkte. Damit erreichte der PMI den höchsten Stand seit Oktober 2013. Unternehmen und Konsumenten hätten ihre Ausgaben angesichts gelockerter Corona-Beschränkungen deutlich gesteigert, kommentierte IHS Markit.

EZB-Chefökonom geht nicht von länger anhaltender höherer Inflation aus

Philip Lane, seines Zeichens Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), rechnet nicht mit einer längeren Phase höherer Inflation. In einem Interview äusserte sich der Ökonom dahingehend, dass in den nächsten 18 bis 24 Monaten nicht mit einem Überschiessen der Inflation zu rechnen sei. 

EZB-Lagarde fordert «grüne Kapitalmarktunion»

EZB-Präsidentin Christine Lagarde befürwortet eine Schaffung einer «grünen Kapitalmarktunion». Europa müsse seine Kapitalmärkte integrieren, und der Markt für grüne und anderweitig nachhaltige Anleihen könne dabei eine Vorreiterrolle spielen, so Lagarde. Neben Bankkrediten sei der Kapitalmarkt geeignet, um die bis 2030 notwendigen Milliardeninvestitionen zur Erreichung der Klima- und Energieziele der EU zu sichern. Europa sei heute mit rund 60% aller im Jahr 2020 weltweit ausgegebenen, vorrangig unbesicherten grünen Anleihen führend in der Emission grüner Anleihen. Fehlende grenzüberschreitende Infrastrukturen und nationale Beschränkungen könnten laut Lagarde aber diese Führungsposition gefährden, weshalb eine «grüne Kapitalmarktunion» sinnvoll sei.

Wirtschaftskalender 7. Mai

MEZ Land Indikator Letzte Periode
07:45 CH Arbeitslosenrate (April) +3.3%
08:00 DE Exporte (März, M/M) +0.9%
08:00 DE Importe (März, M/M) +3.6%
08:00 DE Industrieproduktion (März, M/M) -1.6%
08:45 FR Industrieproduktion (März, M/M) -4.7%
10:00 IT Einzelhandelsumsätze (März, J/J) -5.7%
14:30 USA Arbeitslosenrate (April) 6.0%
14:30 USA Beschäftigung ex-Agrar (Arpil) +916’000

 

Unternehmenskalender 7. Mai

Land Unternehmen Periode
DE Siemens Q1
DE Adidas Q1
DE BMW Q1 Umsatz
AUT Raiffeisen International Q1
FR Crédit Agricole Q1

 

Quelle: BondWorld.ch