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LGT Navigator: US-Arbeitsmarktbericht im Fokus

LGT Navigator: Aufgrund des amerikanischen Nationalfeiertages und den daher am Freitag geschlossenen Finanzmärkten steht der US-Arbeitsmarktbericht bereits heute im Fokus …

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Mit Spannung wird erwartet, ob sich die bereits im Mai beobachtete Erholung vom vorangegangenen drastischen Einbruch im Juni fortgesetzt hat. Inzwischen bekräftigten neuste PMI-Daten aus der Eurozone und aus Grossbritannien die Hoffnung auf eine rasche Wirtschaftserholung nach den Lockerungen der Corona-Massnahmen.

Der monatliche Bericht des privaten amerikanischen Arbeitsmarktdienstleisters ADP lässt hoffen, dass sich die Situation am Arbeitsmarkt nach der Entlassungswelle in der Folge der Corona-Krise wieder verbessert. Gemäss ADP wurden in der US-Privatwirtschaft im Juni netto 2.36 Mio. Stellen geschaffen. Das ist zwar etwas weniger, als von Ökonomen prognostiziert, jedoch wurden die Zahlen für Mai massiv korrigiert. Anstatt, wie ursprünglich berichtet, einem Verlust von  2.76 Mio. Jobs, wurden im Gegenteil 3.06 Mio. Arbeitsplätze neu geschaffen. Allerdings wurden im März und April auch mehr als 20 Mio. Stellen vernichtet. Die aktuellen ADP-Zahlen liefern damit ein positives Vorzeichen für den heute Nachmittag anstehenden offiziellen Arbeitsmarktbericht aus Washington. Aufgrund des Nationalfeiertages am 4. Juli wurde die Veröffentlichung vorverschoben.

ISM-Industrieindex wieder über 50er Wachstumsmarke

Ein überaus positives Signal setzte die viel beachtete Umfrage des Institute for Supply Management zur Verfassung des amerikanischen Industriesektors. Der ISM-Einkaufsmanagerindex zeigte sich im Juni überraschend stark und kletterte auf 52.6 Punkte von 43.1 Zählern im Monat zuvor. Damit registrierte das wichtige Konjunkturbarometer den stärksten monatlichen Anstieg seit August 1980 und deutet mit einem Wert von über 50 Punkten wieder ein Wachstum der US-Industrie an. Bestätigt wird das Erholungsszenario auch durch den gleichzeitig publizierten Einkaufsmanagerindex der Londoner Marktforschungsfirma IHS Markit. Dieser PMI stieg von 39.8 auf 49.8 Punkte.

Im Protokoll des letzten geldpolitischen Entscheids der US-Zentralbank (Fed) bekräftigte diese ihre Prognose, dass im zweiten Quartal mit dem stärksten Konjunktureinbruch in der Nachkriegsgeschichte zu rechnen sei. Sie werde deshalb die Leitzinsen noch lange auf Rekordtief halten müssen. Zudem diskutierte die Notenbankspitze die Möglichkeit einer Zinskurvenkontrolle (Yield Curve Control).

Einkaufsmanagerumfragen deuten auf anhaltende Erholung im Euroraum hin

In den Euroländern scheint sich die Stimmung der Industrieunternehmen im Juni dank den Lockerungen der Corona-Beschränkungen weiter aufgehellt zu haben. So verbesserte sich der Einkaufsmanagerindex für die Industrie in der Eurozone den zweiten Monat in Folge und stieg deutlich von 39.4 Punkten im Vormonat (resp. dem Rekordtief von 33.4 im April) auf 47.4 Zähler. Die Erholung des PMIs fällt damit auch etwas kräftiger aus, als von Analysten antizipiert. Chris Williamson, Chefvolkswirt von IHS Markit, erklärte, dass die Lockerungen sich positiv auf die Stimmung der Industrieunternehmen ausgewirkt haben. Es müsse aber dennoch mit einer hartnäckigen Nachfrageflaute gerechnet werden. Zudem dürften anhaltende Pandemie-Schutzmassnahmen den Aufschwung bremsen.

Japans Industrie beurteilt Perspektiven pessimistisch

Der Quartalsumfrage der Bank of Japan zufolge schätzen die befragten Unternehmen ihre Lage so schlecht ein wie seit der globalen Finanzkrise 2009 nicht mehr. Der sogenannte «Tankan»-Bericht zeigte, dass Firmen in allen Bereichen wegen der Corona-Krise von einem starken Nachfragerückgang getroffen wurden. Der Indikator für die grossen Industrieunternehmen ging dabei im Q2 auf minus 34 Punkte von minus 8 Punkten in der letzten Berichtsperiode noch stärker zurück, als von Analysten angenommen. Damit erreichte dieses Konjunkturindiz den tiefsten Stand seit Juni 2009. Beim Tankan bedeutet ein negativer Indexwert, dass die Mehrheit der befragten Firmen ihre Situation pessimistisch beurteilen. Japans Zentralbank befragt quartalsmässig rund 10 000 Firmen im Industrie- und Dienstleistungssektor.

Wirtschaftskalender 2. Juli
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:30CHVerbraucherpreise Juni (J/J)-1.0%
11:00EZArbeitslosenrate Mai7.3%
14:30USABeschäftigung Gesamtwirtschaft Juni+2.509 Mio.
14:30USABeschäftigung Privatwirtschaft Juni+3.094 Mio.
14:30USAArbeitslosenrate Juni13.3%
14:30USADurchschnittliche Stundeneinkommen Juni (M/M)-1.0%
14:30USADurchschnittliche Stundeneinkommen Juni (J/J)-6.7%
14:30USAHandelsbilanz Mai-USD 49.4 Mrd.
16:00USAIndustrieaufträge Mai (M/M)-13.0%

Unternehmenskalender 14. Juli
LandUnternehmenPeriode
USAJPMorgan ChaseQ2
USACitigroupQ2

 

Quelle: BondWorld.ch