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LGT Navigator: US-Arbeitsmarktbericht rückt in den Fokus, während die Wall Street auf Rekordjagd bleibt

LGT Navigator: Während die Rekordjagd an der Wall Street anhält, sorgen Berichte über logistische Schwierigkeiten bei der bevorstehenden Auslieferung des Covid-19-Impfstoffes von Pfizer/BioNTech für Unsicherheiten.

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Mit Spannung wird heute der offizielle US-Arbeitsmarktbericht erwartet, nachdem jüngste Daten von ADP auf ein schwächeres Beschäftigungswachstum hingewiesen hatten. Unterdessen zeigten neuste Einkaufsmanagerumfragewerte eine resistentere Unternehmensstimmung in den USA als in Europa.

Der Dow Jones Industrial kletterte zeitweise klar über die Marke von 30 000 Punkten und erreichte zwischenzeitlich ein Hoch von 30 110 Zählern. Zum Handelsschluss notierte das Börsenbarometer ein Tagesplus von +0.29% und ging bei 29 969.52 Punkten aus dem Rennen. Währenddessen erreichten der breite S&P 500 und die Technologiebörse Nasdaq neue Rekordwerte. Schlusskurse: S&P 500 3 666.72 Punkte (-0.06%); Nasdaq Composite 12 377.18 (+0.23%). Mit Spannung wird heute die neuste US-Arbeitsmarktstatistik erwartet. Ökonomen rechnen mit einem weiteren Beschäftigungsaufbau, allerdings in langsamerem Tempo als im Vormonat. Der schwächelnde Arbeitsmarkt wird eine der grössten Herausforderungen für den künftigen US-Präsidenten Joe Biden sein. Aufgrund der Corona-Pandemie gingen in den USA mehr als 22 Mio. Arbeitsplätze verloren, von denen bislang nur etwa 12 Mio. wieder zurückgewonnen werden konnten. Die gestern publizierten Daten zu den wöchentlich gemeldeten Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe gingen überraschend deutlich zurück. In der vergangenen Woche beantragten 712 000 Amerikaner erstmals Arbeitslosenunterstützung. Das sind 75 000 weniger als noch in der Woche zuvor.

US-Unternehmen bleiben trotz verschärfter Coronakrise relativ zuversichtlich…

Der zusammengefasste Einkaufsmanagerindex von IHS Markit deutete für die Privatwirtschaft in den USA einen anhaltenden Wachstumstrend an. Insgesamt habe sich die Wirtschaftsaktivität im November verstärkt, berichtete das Londoner Marktforschungsunternehmen. Der PMI Composite, für den Dienstleistungs- und Industriesektor, stieg von 56.3 auf 58.6 Punkte. Überraschend ist dabei vor allem, dass die Geschäftsaktivität in der US-Dienstleistungsbranche im letzten Monat trotz der verschlechterten Pandemiesituation lebhafter war. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex verbesserte sich von 56.9 auf 58.4 Punkte. Nach Einschätzung von IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson habe insbesondere die Aussicht auf einen Impfstoff gegen Covid-19 sowie die Verringerung der politischen Unsicherheit nach den Präsidentschaftswahlen die Zuversicht der Unternehmen gestärkt. Gleichzeitig schwächte sich das Einkaufsmanagerbarometer des Branchenverbandes ISM für den US-Dienstleistungssektor im November leicht ab, signalisiert aber weiterhin einen Wachstumstrend. Der Non-Manufacturing PMI fiel gegenüber dem Vormonat um 0.7 Punkte auf 55.9 Zähler. Im April war der Dienstleistungs-Einkaufsmanagerindex angesichts der Coronakrise auf den niedrigsten Stand seit der Finanzkrise im Jahr 2009 eingebrochen, hat sich seither aber stetig erholt.

…während sich die Stimmung europäischer Firmen in der zweiten Pandemiewelle spürbar abkühlt

In der Eurozone hat sich die Stimmung der Unternehmen, vor allem in der von der Coronakrise hart getroffenen Dienstleistungsbranche, merklich eingetrübt. Der für den Industrie- und Dienstleistungssektor zusammengefasste Einkaufsmanagerindex (PMI Composite) von IHS Markit gab im November um 4.7 auf 45.3 Punkte nach, womit das Barometer erstmals seit fünf Monaten eine Kontraktion der Privatwirtschaft im Euroraum signalisiert. Der Einbruch vor dem Hintergrund der zweiten Pandemiewelle falle diesmal aber bei weitem nicht so stark aus wie im Frühjahr, kommentierte IHS Markit-Chefökonom Chris Williamson.

Ökonomen gehen von lange anhaltendem, ultratiefen Leitzinsniveau im Euroraum aus

In einer aktuellen Umfrage von Reuters zeigt sich eine klare Mehrheit der befragten Volkswirte überzeugt, dass der Schlüsselzins der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie auch der Strafzins für Geschäftsbanken noch bis ins erste Quartal 2022 auf dem aktuellen Rekordtief von null Prozent, bzw. bei -0.5% verharren wird. Mit Spannung wird nun erwartet, welche weitere Massnahmen die EZB anlässlich ihres nächsten geldpolitischen Entscheids am 10. Dezember fassen wird. An den Kapitalmärkten wird mit unveränderten Leitzinsen, jedoch mit einer Ausweitung des billionenschweren Pandemie-Anleihenkaufprogramms PEPP gerechnet.

Wirtschaftskalender 4. Dezember
MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE Auftragseingang Industrie (Oktober, J/J) -1.9%
14:30 USA Arbeitslosenrate (November) 6.9%
14:30 USA Beschäftigungswachstum (ex-Agrar, November) +638’000
14:30 USA Durchschnittlicher Stundenlohn (November, J/J) +4.5%
14:30 USA Handelsbilanz (Oktober) -USD 83.86 Mrd.

 

Unternehmenskalender 13. Dezember 2020
Land Unternehmen Periode
USA Oracle Q2

 

Quelle: BondWorld.ch