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LGT Navigator: US-Banken wappnen sich für schwierige Zeiten

LGT Navigator: Die Hoffnung auf eine Entspannung der Corona-Krise oder zumindest einer Verlangsamung der Pandemie sorgt an den Aktienmärkten derzeit für eine freundliche, wenn auch weiterhin fragile Grundstimmung……………

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Der Auftakt zur Quartalsberichterstattungssaison in den USA war wenig überraschend geprägt von den wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und US-Banken wappnen sich für Kreditausfälle in Milliardenhöhe.

US-Banken bekommen Corona-Krise voll zu spüren

Die US-Grossbanken JP Morgan Chase und Wells Fargo mussten im ersten Quartal einen dramatischen Gewinneinbruch hinnehmen. Bei JPMorgan sank der Gewinn von USD 9.2 Mrd. in der Vorjahresperiode auf USD 2.9 Mrd. und bei Wells Fargo schmolz der Gewinn von USD 5.9 Mrd. auf noch USD 653 Mio. In Anbetracht der wegen der wirtschaftlichen Massnahmen gegen die Pandemie zu erwartenden schweren Rezession rüsten sich die beiden Banken für hohe Kreditausfälle und erhöhten ihre Rückstellungen massiv. JPMorgan um USD 6.8 Mrd. auf USD 8.3 Mrd. und Wells Fargo um USD 3.2 Mrd. auf USD 4 Mrd. JPMorgan-CEO Jamie Dimon betonte aber, dass die grösste US-Bank für schwere Zeiten gewappnet sei und über mehr als eine Billion Dollar an liquiden Mitteln verfüge sowie eine harte Kernkapitalquote von 11.5%. Heute werden Citigroup, die Bank of America und Goldman Sachs ihre Quartalsergebnisse vorlegen.

Kein einheitliches Vorgehen der Euroländer

Während mehrere europäische Länder wie Spanien oder Österreich bereits damit begonnen haben den «Lockdown» gegen die Corona-Pandemie teilweise zu lockern, haben Italien und Frankreich die strengen Ausgangsbeschränkungen bis zum 3. Mai, respektive sogar bis zum 11. Mai verlängert. Die französische Regierung stockte zudem ihr Wirtschaftshilfen im Kampf gegen die Corona-Krise auf rund EUR 100 Mrd. auf. Mit Spannung wird auch die Pandemie-Entwicklung in Schweden beobachtet. Im Gegensatz zu den meisten europäischen Ländern setzte Schweden auf Eigendisziplin und liess Restaurants und Cafés sowie Schulen und Kindergärten weitestgehend offen. Mittlerweile sind in Schweden mehr als 1 000 Menschen an COVID-19 gestorben bei rund 11 500 bestätigten Infektionen, womit Schweden unter den skandinavischen Ländern die meisten Coronavirus-Fälle hat, allerdings aber bei einer deutlich grösseren Bevölkerung von 10.3 Mio.

Düsterer IWF-Weltwirtschaftsausblick

Der Internationale Währungsfonds (IWF) korrigierte anlässlich seiner Frühjahrestagung (per Videokonferenz) aufgrund der Corona-Krise seine Prognosen für die Weltwirtschaft und geht im laufenden Jahr von der «vermutlich schlimmsten Rezession seit der Grossen Depression in den 1930er Jahren» aus. In nur drei Monaten habe sich die Welt dramatisch verändert und die derzeitige Situation sei schlimmer als in der Finanzkrise 2008/09. Den neusten Prognosen des IWF zufolge werde das globale BIP 2020 um -3% schrumpfen. Anfangs Jahr wurde noch ein Wachstum von +3.3% erwartet. Es hänge aber alles davon ab, wie lange die Pandemie und ihre Folgen die Weltwirtschaft belasten. Laut IWF-Chefökonomin Gopinath dürften sich die wirtschaftlichen Verluste durch die Pandemie 2020 und 2021 zusammen auf rund USD 9 Billionen summieren. Im besten Fall könne 2021 mit einer Erholung und einem Wachstum der Weltwirtschaft von +5.8% gerechnet werden, wobei wegen den billionenschweren Hilfsprogrammen die Verschuldung massiv zunehmen werde.

IWF stützt Entwicklungsländer

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie auf Entwicklungsländer mit Schuldenerleichterungen und Notkrediten abfedern. Laut IWF-Direktorin Kristalina werden die Finanzmittel aus dem Katastrophenfonds CCRT an 25 bedürftige Länder verteilt, um damit lebenswichtige medizinische und andere Nothilfemassnahmen zu finanzieren. Derzeit umfasst der CCRT-Fonds USD 500 Mio. Zudem will der IWF die westafrikanischen Staaten Ghana und Senegal im Kampf gegen die Pandemie mit Notkrediten im Umfang von USD 1 Mrd. unterstützen.

USA und WHO im Clinch

Mitten in der Coronavirus-Pandemie kündigte US-Präsident Donald Trump an, die Beitragszahlungen der USA an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auszusetzen. Trump warf der WHO Missmanagement vor, insbesondere der umstrittene Entscheid gegen Einreisesperren aus China, obwohl die Epidemie dort bereits stark fortgeschritten war. Damit habe die WHO bei der Eindämmung der Epidemie wertvolle Zeit vergeudet, kritisierte Trump. Die USA sind der mit Abstand grösste Beitragszahler an die in Genf ansässige Sonderorganisation der Vereinten Nationen (UNO).

Wirtschaftskalender 15. April
MEZLandIndikatorLetzte Periode
14:30USADetailhandelsumsätze (M/M)-0.5%
14:30USANY Fed Empire State Index-21.5
15:15USAIndustrieproduktion (M/M)+0.6%
16:00USANAHB Wohnungsmarktindex+72.0
Unternehmenskalender 15. April
LandUnternehmenPeriode
CHTemenosQ1
NLASMLQ1
USCitigroupQ1
USGoldman SachsQ1
USBank of AmericaQ1

Quelle: BondWorld.ch