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LGT Navigator: US-Corona-Konjunkturpaket ist einer der Chips im Wahlpoker

LGT Navigator: Aussagen von Nancy Pelosi, Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, zufolge soll nun bis Ende dieser Woche weiterverhandelt werden, um doch noch einen Durchbruch für ein neues US-Konjunkturpaket zu erzielen.

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Pelosi und Finanzminister Steven Mnuchin hätten sich über weitere Punkte verständigt. Inzwischen steigt die Spannung im US-Wahlkampf und damit auch die Angst vor einer Pattsituation. Zudem soll der US-Senat nun voraussichtlich am nächsten Montag über die Berufung von Trumps Kandidatin für das Oberste Gericht abstimmen.

Die Verhandlungen auf dem Capitol Hill sollen heute fortgesetzt werden. Beide Seiten meinen es ernst mit der Suche nach einem Kompromiss, zeigte sich Pelosi zuversichtlich. Eigentlich war auf Dienstagabend eine Deadline gesetzt worden, die aber offensichtlich nicht gehalten werden konnte. Angesichts der weiterhin höchst angespannten Pandemielage in den USA steht Washington unter hohem Zeitdruck, der Wirtschaft mit einem weiteren Corona-Hilfspaket unter die Arme zu greifen. Unterdessen versucht US-Präsident zwei Wochen vor dem Wahltermin ebenfalls zusätzlichen Druck aufzubauen, um noch eine Einigung vor dem 3. November zu erreichen. Er würde gegebenenfalls auch gegen den Widerstand der republikanischen Partei ein Paket gutheissen, dessen Umfang über den von den Demokraten geforderten USD 2.2 Billionen betragen würde, so Trump auf Fox News.

Auf dem New Yorker Aktienparket konnten sich die Indizes am Dienstag etwas vom schwachen Wochenauftakt erholen. Der Dow Jones Industrial schloss +0.4% höher bei 28 308.79 Punkten. Im Tagesverlauf hatte der Leitindex in der Spitze +1.4% zugelegt. Der marktbreite S&P 500 verbuchte einen Tagesgewinn von knapp +0.5% und schloss bei 3443.12 Zählern. Gestützt wurden die Kurse auch durch die Hoffnung auf einen baldigen Covid-19-Impfstoff. Stéphane Bancel, seines Zeichens CEO des US-Pharmakonzerns Moderna, zeigte sich auf einer Veranstaltung des Wall Street Journal zuversichtlich, dass eine US-Notfallzulassung für einen Impfstoff noch vor Ende des Jahres möglich sei. In Asien setzte sich der vorsichtig positive Trend fort und die meisten Indizes verzeichneten moderate Tagesgewinne. Die Börse in Tokio notiert rund +0.4% höher und in Hong Kong ist ein Plus von etwa +0.8% zu beobachten. Für den Handelsstart in Europa signalisieren die Futures ebenfalls moderate Kursgewinne. Mit Spannung erwarten Marktteilnehmer der heute Abend zur Veröffentlichung stehende regelmässige Wirtschaftsbericht der zwölf US-Notenbankdistrikte. Das so genannte Beige Book dient dem geldpolitischen Rat der Fed, dem Offenmarktausschuss (FOMC), jeweils als Entscheidungsgrundlage zur Festsetzung der Zinspolitik.

Google mit breit abgestützter Kartellklage konfrontiert

Das amerikanische Justizministerium und elf Bundesstaaten haben gegen Google – die Tochterfirma des Internetkonzerns Alphabet – ein Kartellverfahren eingeleitet. Der Vorwurf lautet auf Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung, respektive, dass Google bei Suchergebnissen und im Werbegeschäft Konkurrenten benachteiligt haben soll. Der Suchmaschinenbetreiber sieht sich dabei einer breiten Front von Republikanern und Demokraten gegenüber. Beide Parteien befürworten ein rasches, energisches Vorgehen gegen die Marktstellung von Google. In Europa war Google bereits im letzten Jahr von der Europäischen Union mit einer milliardenschweren Strafzahlung belegt worden.

Gemischte Signale vom US-Immobilienmarkt

Die Neubautätigkeit in den USA hat sich im September neusten Daten zufolge verstärkt. Wie das Handelsministerium in Washington meldete, nahm die Zahl der Baubewilligungen im September kräftiger als erwartet um +5.2% gegenüber dem Vormonat zu. Analysten hatten nach einem Rückgang von -0.5% im August mit einem Zuwachs um +3.0% gerechnet. Zugenommen haben auch die Baubeginne, aber nicht so stark wie angenommen. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Baustarts um «lediglich» +1.9% (Konsens +3.5%) und im Monat zuvor war der Einbruch revidierten Daten zufolge mit -6.7% noch signifikanter als zunächst mit -5.1% berechnet.

Brüssel will notfalls noch weiter verhandeln, um einen harten Brexit zu vermeiden

Die EU soll Medienberichten zufolge bei einem Scheitern der laufenden Verhandlungen um ein neues Handelsabkommen mit Grossbritannien im Notfall auch zu einer weiteren Verlängerung der Frist bereit sein. Demnach soll notfalls nach einer «kurzen ungeregelten Phase zu Beginn des nächsten Jahres» ein Vertrag mit Verspätung in Kraft treten. Der britische Premierministers Boris Johnson machte unterdessen aber weiter Druck und schloss eine Rückkehr an den Verhandlungstisch nach einem harten Brexit aus. Die Regierung müsse den britischen Bürgern und Unternehmen Sicherheit geben und die endlosen Verhandlungen seien nicht zielführend, hiess es aus der Downing Street.

Wirtschaftskalender 21. Oktober
MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 GB Verbraucherpreise (September, J/J)  +0.2%
20:00 USA Fed Beige Book  

 

Unternehmenskalender 21. Oktober
Land Unternehmen Periode
USA Verizon Communications Q3

 

Quelle: BondWorld.ch