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LGT Navigator: US-Hedge-Fund-Debakel verunsichert Börsen und belastet den Bankensektor

LGT Navigator: Die Angst vor einem Zahlungsausfall des wegen Derivativgeschäften in Schwierigkeiten geratenen amerikanischen Hedgefonds Archegos Capital drückte zu Wochenbeginn auf die Börsenstimmung und sorgte bei einigen Bankwerten für einen Kurseinbruch.

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Andererseits wirkten sich die Beendigung der Blockade des Suez-Kanals sowie die Aussicht auf weitere fiskalpolitische Hilfen in Form von Infrastrukturausgaben in den USA positiv auf die Moral der Anleger aus.

Der in Schieflage geratene US-Hedgefonds Archegos Capital Management des Investors Bill Hwang, sorgte weltweit für Aufsehen und dürfte für einige involvierte Geschäftsbanken massive Konsequenzen nach sich ziehen. So verlor am Montag die Aktie der Credit Suisse zeitweise rund -13% und lastete auf dem ganzen Sektor. Dem Wall Street Journal zufolge soll der Hedgefonds gezwungen gewesen sein, Aktien im Wert von bis zu USD 30 Mrd. zu veräussern. Allerdings vermochte das Debakel um Archegos Capital nicht die Börsen gesamthaft nach unten zu ziehen. So schloss der Dow Jones Industrial letztlich +0.30% höher bei 33’171.37 Punkten und der marktbreite S&P 500 blieb mit 3’971.09 Zählern (-0.09%) praktisch unverändert. Der Technologieauswahlindex Nasdaq 100 gab um -0.1% auf 12’965.74 Punkte nach. Positiv zu Buche schlugen die Pläne der Regierung Biden für ein Infrastrukturprogramm sowie die Hoffnung, dass die schnell fortschreitende Impfkampagne in den USA die Pandemie einzudämmen vermag.

In Asien notierten die Aktienindizes heute Morgen uneinheitlich. Neben den Turbulenzen rund um den US-Hedgefonds haben wieder aufkeimende Inflationsängste die Anleiherenditen nach oben getrieben, was sich wiederum negativ auf die Aktien auswirkt. Für die europäischen Börsen signalisieren die Futures jedoch moderate Gewinne zu Handelsbeginn. In Europa wird vor den Osterfeiertagen weiterhin vor allem die schwierige Corona-Situation im Zentrum stehen.

Führende Forschungsinstitute rechnen mit Konjunkturerholung im Euroraum ab dem zweiten Quartal

Das Münchener Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo, die Konjunkturforschungsstelle (KOF) in Zürich und Istat in Rom gehen in einer gemeinsamen Prognose davon aus, dass sich die Wirtschaft in der Eurozone nach einem schwachen ersten Quartal erholen wird. Im Q1 dürfte das Euro-BIP noch um -0.4% sinken, dann aber im Q2 um +1.5% und im Q3 sogar um +2.2% jeweils gegenüber dem Vorquartal anziehen. Gleichzeitig gehen die Institute aber auch von einem verstärkten Inflationsdruck aus. Die Verbraucherpreisteuerung wird den Prognosen zufolge im Q2 im Schnitt +1.8% und im Q3 +2.1% erreichen. Die Voraussagen seien aber wegen der anhaltenden Coronakrise mit einer hohen Unsicherheit belastet.

Deutsche Exportunternehmen laut Ifo optimistischer

Die deutsche Industrie blickt einer aktuellen Umfrage des Ifos deutlich zuversichtlicher in die Zukunft. Das entsprechende Barometer verbesserte sich im März kräftig von 11.9 auf 24.9 Punkte und erreichte damit den höchsten Wert seit Januar 2011. Laut Ifo profitiert die deutsche Exportwirtschaft von einer starken Konjunktur in Asien und den USA, aber auch von einer langsam zunehmenden Dynamik im Euroraum.

Biden will mit dem Ausbau der Windkraftenergie die Energiewende vorantreiben und Jobs schaffen

Die Regierung von US-Präsident Joe Biden will mit der Modernisierung der Infrastruktur und dem Ausbau der Windkraft die Energiewende in den USA vorantreiben und vor allem auch neue Arbeitsplätze schaffen. Als Ziel definiert Washington, bis 2030 jährlich 30 Gigawatt Strom durch Offshore-Windparks und damit genügend Strom für den Bedarf von mehr als zehn Millionen Haushalten zu erzeugen. Geplant seien neue Offshore-Windparks an der US-Ostküste.

Wirtschaftskalender 30. März

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:45 FR Konsumentenvertrauen (März) 91.0
09:00 CH KOF-Konjunkturbarometer (März) 102.7
09:00 SP Verbraucherpreise (März, J/J) -0.1%
11:00 EZ Wirtschaftsstimmung (März) 93.4
11:00 EZ Konsumentenstimmung (März) -10.8
14:00 DE Verbraucherpreise (März, J/J) +1.6%
15:00 USA S&P Häuserpreisindex 20 grösste Städte (Januar, J/J) +10.1%
16:00 USA Verbrauchervertrauen (März) 91.3

 

Unternehmenskalender 30. März

Land Unternehmen Periode
DE BioNTech Q4
FR Total  Ausblick & Strategie
KAN Blackberry Q4

 

Quelle: BondWorld.ch