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LGT Navigator: US-Inflationsrate auf tiefstem Stand seit 2008

LGT Navigator: Die Corona-Krise sorgt weltweit nicht nur für einen wirtschaftlichen Stillstand, sondern auch für fallende Lebenshaltungskosten. So sank in den USA die Inflationsrate im April vor dem Hintergrund des Nachfrageeinbruchs auf das tiefste Niveau seit 2008 …

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An der Wall Street sorgte die Warnung des führenden Immunologen und Regierungsberaters Dr. Anthony Fauci vor einer vorzeitigen Aufhebung des «Lockdowns» in den USA für einen Dämpfer. Der Dow Jones Industrial fiel daraufhin um -1.9% und der marktbreite S&P 500 um -2%. Sorgen um eine erneute Infektionswelle belasteten auch die Börsen in Asien.

In den Vereinigten Staaten gingen die Verbraucherpreise im April im Monatsvergleich um -0.8% zurück und die Jahresteuerungsrate schwächte sich auf noch +0.3% ab. Im März hatte die Inflationsrate noch +1.5% betragen. Preisdrücker war die Corona-Krise, die für einen dramatischen Rückgang der Nachfrage nach Dienstleistungen und Benzin sorgte. Der geringe Inflationsdruck könnte der US-Notenbank (Fed) Spielraum für eine weitere Lockerung der Geldpolitik geben. Weitere Schritte würden die Zinsen aber in den negativen Bereich drücken, was innerhalb der Fed umstritten ist.

Hat die Fed noch Spielraum bei den Leitzinsen?

Spekulationen, wonach die US-Zentralbank im Kampf gegen wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise ihre Geldpolitik weiter in den negativen Bereich lockern könnte, erteilten einige ranghohe Notenbankvertreter (vorerst) eine Absage. Nachdem sich bereits vor längerem Fed-Chef Jerome Powell gegen mögliche negative Leitzinsen ausgesprochen hatte, sprachen sich nun auch der Vorsitzende der Fed von Atlanta Raphael Bostic sowie sein Kollege von der Fed Chicago, Charles Evans, gegen Negativzinsen aus. Letztmals hatte die Fed ihren Schlüsselzins im März auf eine Bandbreite von 0.0% bis 0.25% gesenkt. Diese beiden Notenbankvertreter sind aber turnusgemäss im laufenden Jahr im geldpolitischen Ausschuss nicht stimmberechtigt.

EZB erwirbt Anleihen im Rekordvolumen

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Rahmen ihres Anleihenkaufprogramms so viel Staatsanleihen erworben wie noch nie. Die EZB kaufte in der vergangenen Woche Staatsanleihen und andere Schuldtitel im Umfang von rund EUR 45 Mrd. Allein im Rahmen des neuen Pandemie-Notfallprogramms PEPP erwarb die Notenbank Anleihen für rund EUR 34 Mrd. Mit dem Kauf der Staatsanleihen versucht die EZB unter anderem dafür zu sorgen, dass die Renditen der am stärksten von der Corona-Pandemie getroffenen Euroländer, allen voran Italien und Spanien, nicht drastisch ansteigen und damit die Finanzierungsbedingungen der Länder zusätzlich erschwert.

Bank of Japan erwägt weitere Schritte

Die japanische Notenbank werde im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie alles in ihrer Macht Stehende tun, betonte Notenbankchef Haruhiko Kuroda. Die weltweit drittgrösste Volkswirtschaft befinde sich laut Kuroda in einer zunehmend schweren Lage und die Konjunkturaussichten seien hochgradig unsicher. Am wichtigsten sei nun die Unternehmensfinanzierung zu erleichtern und die Märkte zu stabilisieren. Die Bank of Japan hat bereits im April ihre Anleihenkaufprogramm aufgestockt und versprochen, im Notfall unbegrenzt Staatsanleihen aufzukaufen.

Wirtschaftskalender 13. Mai
MEZLandIndikatorLetzte Periode
10:30GBIndustrieproduktion (J/J)-2.8%
11:00EZIndustrieproduktion (J/J)-1.9%
14:30USAProduzentenpreise (M/M)+0.2%
14:30USAProduzentenpreise (J/J)+0.7%
14:30USAKern-Produzentenpreise (J/J)+1.4%
Unternehmenskalender 13. Mai
LandUnternehmenPeriode
GBCompass GroupH1
USACisco SystemsQ3

Quelle: BondWorld.ch