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LGT Navigator: US-Konjunkturdaten und Bankenergebnisse deuten das Ausmass der Krise an

LGT Navigator: Die jüngste Erholung an den Aktienmärkten aufgrund teilweise sinkender Coronavirus-Infektionszahlen wurde zur Wochenmitte von desaströsen US-Wirtschaftsdaten und weiteren von der Corona-Krise geprägten Bankenergebnissen im Keim erstickt. ………….

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Nachdem zum Auftakt der Unternehmensberichtssaison in den USA die grösste amerikanische Geschäftsbank JPMorgan mit einem dramatischen Gewinneinbruch die Anleger verschreckte, setzte sich gestern der negative Newsflow mit den Quartalsergebnissen von Citigroup, Bank of America und Goldman Sachs fort.

Die Aktienmärkte in Asien folgten mehrheitlich den negativen Vorgaben aus den USA. In Tokio notiert der Index der führenden 225 Aktienwerte rund -2.2% tiefer. Zuvor schlossen in New York der Dow Jones Industrial -1.86% und der breite S&P 500-Index -2.2% tiefer. Neuste Konjunkturdaten aus den USA und die ersten Ergebnisse der grossen US-Banken bestätigen Befürchtungen, dass die Weltwirtschaft vor einem beispiellosen Einbruch steht.

US-Banken rüsten sich für eine Kreditkrise

Citigroup verbuchte im ersten Quartal einen Gewinneinbruch von -46% und wies damit noch einen Gewinn von USD 2.5 Mrd. aus. Wie der Branchenprimus JPMorgan erhöht auch die Citigroup ihre Rückstellungen für Kreditausfälle um USD 5 Mrd. vor dem Hintergrund der wegen der Covid-19-Pandemie antizipierten Rezession. Das Investmenthaus Goldman Sachs meldete ebenfalls eine Halbierung des Gewinns auf USD 1.12 Mrd. und rüstet sich mit Rückstellungen für faule Kredit für schlechtere Zeiten. Analog das Quartalsergebnis von Bank of America, deren Gewinn ebenfalls im Vergleich zur Vorjahresperiode um -49% auf USD 3.5 Mrd. zusammenschmolz. Die Bank erhöhte ihre Rückstellungen um USD 3.6 Mrd. auf USD 4.8 Mrd.

Corona-Krise sorgt für historischen Einbruch der US-Wirtschaft

Die Umsätze der amerikanischen Retailer sind im März vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie um -8.7% gegenüber dem Vormonat eingebrochen – ein Rekord, respektive der stärkste Rückgang seit Beginn der Erhebungen 1992. Die weltgrösste Volkswirtschaft ist extrem abhängig vom Konsum und die bereits sichtbaren Massenentlassungen als Folge des wirtschaftlichen «Lockdowns» geben wenig Anlass für Optimismus. Verstärkt wurden die Konjunktursorgen auch durch neuste Daten aus der US-Industrie. So brach der Empire State-Index der New Yorker Notenbank (Fed) im April auf ein Rekordtief ein und signalisiert damit einen anhaltenden Einbruch im Industriebereich. Der Index fiel um 56.7 Punkte auf einen neuen Tiefpunkt von minus 78.2 Zähler. Gleichzeitig wurden auch die nationalen Daten zur US-Industrieproduktion im März veröffentlicht. Die Produktion fiel im Monatsvergleich um -5.4% (Konsens -4%) und verzeichnete damit den stärksten Einbruch seit 1946! Gestern Abend bestätigte die US-Notenbank (Fed) in ihrem regelmässigen Konjunkturbericht (Beige Book) einen «scharfen und abrupten» Wirtschaftseinbruch.

G7 berät über weiteres (gemeinsames?) Vorgehen

Die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrieländer, kurz G7, werden heute in einer Videokonferenz beraten, wie die bisher in der Corona-Krise meist isoliert ergriffenen Massnahmen der einzelnen Nationen besser koordiniert werden können. Die US-Regierung hat derzeit turnusgemäss den Vorsitz der G7-Gruppe inne.

Eurogruppen-Chef bringt «Corona-Bonds» (zurück) ins Spiel

Der Vorsitzende der Eurogruppe, Mario Centeno, will als eine mögliche Antwort auf die erwartete schwere Rezession infolge der Pandemie auch die Schaffung so genannter Corona-Bonds nicht ausschliessen. Es gäbe Vorschläge für fiskalpolitische Hilfen und die Ausgabe gemeinsamer Schulden. Das eine müsse das andere nicht ausschliessen, meinte Mario Centeno in der italienischen Tageszeitung «Corriere della Sera».

EU-Kommissionspräsidentin fordert Investitionen in Billionenhöhe

Ursula von der Leyen, Vorsitzende der Brüsseler Exekutive, will im Kampf gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie massive Investitionen vorantreiben. «Wir sprechen hier nicht über Milliarden, wir sprechen über Billionen», sagte die EU-Kommissionspräsidentin.

Wirtschaftskalender 16. April
MEZLandIndikatorLetzte Periode
11:00EZIndustrieproduktion (J/J)-1.9%
14:30USAPhilly Fed-Industrieindex-12.7
14:30USANeubaubeginne (M/M)-1.5%
14:30USABaubewilligungen (M/M)-6.3%

Quelle: BondWorld.ch