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LGT Navigator: US-Notenbank denkt etwas lauter über Zinswende nach

LGT Navigator: Das Fed setzt vorläufig ihre expansive Geldpolitik fort, denkt aber offenbar stärker über eine im 2023 absehbare Wende nach.

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Aussagen von Notenbankchef Powell zufolge hat die entsprechende Debatte über die Reduktion der massiven Stimulierungsmassnahmen begonnen. Vorerst bleibt der Leitzins in den USA aber auf Rekordtief, um die US-Wirtschaft nachhaltig aus der Coronakrise zu führen. An der Wall Street wurde die Aussicht auf eine Zinswende des Fed naturgemäss eher negativ aufgenommen.

Der Dow Jones Industrial fiel in der Folge des Zinsentscheids zeitweise unter die Marke von 34’000 Punkten und schloss bei 34’033.67 Zählern -0.77% tiefer als am Vortag. Der breite S&P 500 gab um -0.54% auf 4’223.70 Punkte nach, während an der Technologiebörse Nasdaq die Verluste etwas geringer waren: Der Nasdaq 100 notiert nun bei 13’983.01 Punkten (-0.34%). Am Anleihenmarkt kletterte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 1.58% an. In Asien zeigte sich heute Morgen ein ähnliches Bild und auch an Europas Börsen dürfte wohl die Zurückhaltung der Anleger überwiegen.

Das Fed hält noch am Krisenmodus fest, bereitet die Märkte aber behutsam auf eine Wende vor

Die amerikanische Zentralbank beliess wie erwartet ihren Schlüsselzins unverändert in der Spanne von null bis 0.25% und setzt auch ihre Wertpapierkäufe im Volumen von USD 120 Milliarden pro Monat unverändert vor. Angesichts des steigenden Inflationsdrucks – die Teuerungsrate in den USA beträgt mittlerweile 5% – im Zusammenspiel mit der kräftigen Erholung der US-Wirtschaft von der Coronakrise denkt das Fed langsam, aber sicher auch an eine geldpolitische Wende. Aktuell signalisieren die Konjunkturprognosen nun bereites eine Zinswende im Jahr 2023 – ein Jahr früher als bisher vermutet. Das Fed geht nun von einem noch kräftigeren Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr von annualisiert +7.0% (bisher +6.5%) aus, gleichzeitig aber auch von einem stärkeren Anstieg der Inflation.

Standortbestimmung der SNB – wenig Spielraum

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird heute um 09:30 Uhr (MEZ) ihren Zinsentscheid bekanntgeben. Obwohl auch in der Schweiz die Inflation angezogen hat, jedoch im Mai mit +0.6% nach wie vor moderat bleibt, und die Gefahr einer unerwünschten Franken-Stärke im Vordergrund steht, dürfte Nationalbankpräsident Thomas Jordan keinen Spielraum für ein geldpolitisches Manöver haben, insbesondere nicht, solange die EZB an ihrer expansiven Ausrichtung festhält.

Auch in Grossbritannien nimmt der Inflationsdruck weiter zu

Wie in anderen Industriestaaten, steigen auch auf der britischen Insel die Lebenshaltungskosten kräftig an. Im Mai erhöhten sich die Verbraucherpreise auf Jahressicht um +2.1%, womit die Teuerung stärker anzog als erwartet und das höchste Niveau seit Mitte 2019 erreicht wurde. Zudem überschreitet die Inflationsrate damit auch das von der Bank of England angepeilte Ziel von 2%. Analysten hatten im Schnitt mit +1.8% gerechnet. Im April hatte die Inflationsrate noch +1.5% und im März sogar lediglich +0.7% betragen. Auch auf Monatsbasis legten die britischen Konsumentenpreise doppelt so stark wie von Experten prognostiziert um +0.6% zu. Getrieben wurde das Preisniveau vor allem durch höhere Preise für Energie, Treibstoffe und Bekleidung.

Ifo senkt Wachstumsprognose für Deutschland

Das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo geht aufgrund von globalen Lieferengpässen von einem schwächeren Wachstum Deutschlands im laufenden Jahr aus. Das Ifo geht nun von einem BIP-Wachstum von +3.3% aus, verglichen mit der vorherigen Prognose von +3.7%. Andererseits wird im nächsten Jahr mit einem entsprechend kräftigeren Wachstum von +4.3% (bisher +3.2%) gerechnet, womit das Ifo aber noch verhaltener ist als die Bundesbank, die für 2022 von einer Expansion von +5% ausgeht. Im Inflationsausblick stellt das Münchener Institut in diesem Jahr eine durch höhere Energiepreise getriebene Teuerungsrate von +2.6% in Aussicht. Das Ifo geht aber nicht von bald steigenden Zinsen aus.

Wirtschaftskalender 17. Juni

MEZ Land Indikator Letzte Periode
09:30 CH SNB-Zinsentscheid -0.75%
10:30 CH SNB-Pressekonferenz  
11:00 EZ Verbraucherpreise (Mai, J/J) +1.6%
11:00 EZ Kern-Verbraucherpreise (Mai, J/J) +0.9%
14:30 USA Philly Fed-Industrieindex (Juni)  +52.7
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenversicherung (wöchentlich) 376’000
16:00 USA Frühindikator (Mai, M/M) +1.6%

 

Unternehmenskalender 17. Juni

Land Unternehmen Periode
USA Adobe Q2

 

Quelle: BondWorld.ch