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LGT Navigator: US-Notenbank vor weiterer Weichenstellung

LGT Navigator: Die amerikanische Zentralbank wird heute Abend ihren geldpolitischen Richtungsentscheid kommunizieren, begleitet von neusten Prognosen für das Wirtschaftswachstum und einem Inflationsausblick.

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Die Bank of Japan hat bereits heute Morgen angekündigt, vorerst an ihrem ultraexpansiven geldpolitischen Kurs festzuhalten. An den Kapitalmärkten hat sich unterdessen die Angst vor einem unmittelbaren Zahlungsausfall des chinesischen Immobilienkonzerns China Evergrande Group zumindest für den Moment abgeschwächt.

Wenn der Fed-Vorsitzende Jerome Powell heute Abend um 20:30 Uhr vor das Mikrofon tritt, werden die Kapitalmärkte einmal mehr genauestens hinhören, um neue Indizien für die zukünftige Ausrichtung der US-Notenbank herauzuhören. Angesichts der nach wie vor hohen Unsicherheit über die Konjunktur- und Inflationsentwicklung sowie der Risiken der Pandemie durch die Virusvarianten sowie einer stärkeren Abkühlung der chinesischen Volkswirtschaft, dürfte das Fed aber vorerst eine Reduktion der Anleiheankäufe nicht forcieren. Trotzdem muss Powell die Kapitalmärkte auf eine absehbare geldpolitische Wende vorbereiten. Kommunikation ist dabei der Schlüssel. Mit Spannung werden deswegen auch die neusten Wirtschaftsprognosen erwartet, inklusive der ersten Projektionen für 2024.

Nach einem schwachen Wochenstart geprägt durch die Verunsicherung im Fall «Evergrande» haben sich die Aktienindizes in Erwartung des Zinsentscheids der US-Notenbank gefangen. Der Dow Jones Industrial schloss am Dienstag -0.15% tiefer bei 33’919.84 Punkten, nachdem er während des Tages den Einbruch vom Montag teilweise korrigieren konnte. Der S&P 500 blieb mit 4’354.19 Punkten praktisch unverändert (-0.08%). An den Börsen Asiens ist heute Morgen ein ähnliches, aber uneinheitliches Bild zu beobachten.

Bank of Japan hält an ihrem bisherigen Kurs fest

Japans Zentralbank hält an ihrer extrem lockeren Geldpolitik fest und zeigte sich in ihrer Konjunktureinschätzung vorsichtig. Insbesondere mit Blick auf die wichtigen Exporte und die beeinträchtigten Lieferketten, aber auch hinsichtlich der Pandemieentwicklung, zeichnete die Zentralbank einen eher düsteren Ausblick. Damit verstärkte sich der Eindruck, dass die Bank of Japan ihre Stimulierungsmassnahmen beibehalten wird.

Positive Signale von der Bauwirtschaft in den USA

Die für die zukünftige Bautätigkeit aussagekräftigen Baugenehmigungen haben in den USA im August um +6% gegenüber dem Vormonat zugenommen. Ökonomen waren nach einem Rückgang von -2.3% im Juli von einem deutlich geringeren Zuwachs im August um +1.8% ausgegangen. Gleichzeitig legten auch die neu begonnenen Wohnungsbauten stärker als erwartet zu. Baubeginne nahmen im Monatsvergleich um +3.9% zu (Konsens +1.0%, nach -6.2% im Juli).

OECD stellt aktuelle Weltkonjunkturprognosen vor

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geht im laufenden und im nächsten Jahr von einem Wachstum der Weltwirtschaft von durchschnittlich +5.7%, respektive +4.5% aus. Damit bestätigte die OECD praktisch ihre im Frühjahr publizierte Prognosen von +5.8%, bzw. +4.4%. Allerdings geht die Organisation davon aus, dass die Erholung der weltgrössten Volkswirtschaft, die USA, in diesem Jahr geringer ausfällt als bisher erwartet. Die Prognose für die USA wurde auf +6.0% von zuvor +6.9% korrigiert. Deutlich optimistischer als bisher ist die OECD für das Wachstum in der Eurozone. Die Wachstumsrate soll 2021 +5.3% (bisher +4.3%) und 2022 +4.6% (+4.4%) betragen. Während die Prognose für Deutschland für 2021 von ursprünglich +3.3% auf +2.9% gesenkt wurde, geht die OECD in Italien in diesem Jahr von einem signifikant stärkeren Wachstum von +5.9% (bisher +4.5%) aus. Die Wachstumsprognosen für China blieben mit +8.5% und +5.8% für die nächsten zwei Jahre unverändert gegenüber dem Frühjahrsausblick. Insgesamt bleibe der Ausblick für die Weltwirtschaft weiterhin durch grosse Unsicherheit getrübt.

OECD rechnet mit anhaltendem Inflationsdruck

Mit Sorge betrachtet die OECD den starken Anstieg der Inflationsraten und kommt zum Schluss, dass die höheren Rohstoffpreise und der Anstieg der globalen Transportkosten derzeit rund eineinhalb Prozentpunkte zur Verbraucherpreisinflation in den 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländern beitragen würden. In den USA prognostiziert die OECD eine Inflationsrate in diesem Jahr von +3.6% (bisher +2.9%) und 2022 von +3.1% (+2.6%). In der Eurozone dürfte die Jahresteuerungsrate im laufenden Jahr im Schnitt +2.1% (bisherige Prognose +1.8%) und im nächsten Jahr +1.9% (+1.2%) betragen.

Wirtschaftskalender 22. September

MEZ Land Indikator Letzte Periode
00:00 HK / SK Feiertag  
05:00 JP Bank of Japan Zinsentscheid & Pressekonferenz -0.1%
16:00 EZ Konsumentenvertrauen (September) -5.3
16:00 USA Verkäufe bestehender Häuser (August, M/M) +2.0%
20:00 USA Federal Reserve Zinsentscheid & Konjunkturprognosen +0.25%
20:30 USA Fed-Chef Powell Pressekonferenz   

 

Unternehmenskalender 23. September

Land Unternehmen Periode
USA Nike Q1
USA Costco Q4

 

Quelle: BondWorld.ch