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LGT Navigator: US-Öl-Crash sorgt für zusätzliche Unsicherheit

LGT Navigator: Die Unsicherheiten an den Kapitalmärkten bleiben trotz Hoffnungen auf ein Abebben der Ausbreitung der Coronavirus-Infektionen in Europa und der teilweisen Lockerung………….

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des wirtschaftlichen «Lockdowns» in vielen Ländern hoch und die Anlegerstimmung entsprechend fragil. Auch in der laufenden Unternehmens- berichtssaison stehen vor allem die Auswirkungen der Krise sowie die Ausblicke der Firmen im Vordergrund. Für Verunsicherung sorgt derzeit auch der dramatische Einbruch der amerikanischen Ölsorte WTI.

Der Preis für die US-Ölsorte WTI (West Texas Intermediate) stürzte zu Wochenbeginn um nochmals mehr als -20% ein und notierte mit USD 14.50 je Barrel (159 Liter) so tief wie vor rund 21 Jahren. Bereits in den vergangenen Monaten ist der WTI-Preis um fast drei Viertel abgestürzt. Hintergrund ist ein viel zu hohes Angebot bei stark fallender Nachfrage. Einerseits sorgt der weltweite Lockdown der Weltwirtschaft und die in der Folge erwartete weltweite Rezession für einen Nachfrageeinbruch und andererseits könnten die Tanklager-Kapazitäten in den USA aufgrund der grossen Nachfrage bald erschöpft sein. In der vergangenen Woche waren die US-Bestände um knapp +20% gestiegen. Auch die jüngst erreichte Einigung der Opec mit Russland, die Ölförderung um knapp zehn Millionen Barrel pro Tag zu drosseln, scheint die Preise nicht stabilisieren zu können. In der Folge fiel der Terminkontrakt für eine physische Lieferung von WTI-Öl im Mai erstmals seit Aufnahme des Future-Handels 1983 sogar in den negativen Bereich. Der Futures-Kontrakt fiel um knapp USD 56 auf minus USD 37.63 Dollar je Barrel ein, was einem Rückgang von rund 300% entspricht!

Zudem werden die jüngsten von der Hoffnung auf eine Eindämmung der Pandemie und den massiven Hilfspaketen getriebenen Kursgewinne,  immer wieder durch die nun laufend stärker sichtbaren Auswirkungen der Corona-Krise auf die Weltwirtschaft ausgebremst. Zudem birgt die Gefahr einer (zu) schnellen Öffnung der Wirtschaften in Europa und den USA ein hohes Risiko einer zweiten Infektionswelle. So musste beispielsweise das für seine Corona-Strategie gelobte Singapur im Kampf gegen das Coronavirus einen Rückschlag einstecken. Anfangs Woche stiegen die Covid-19-Infektionen um 1 425 an – der bisher grösste Anstieg an einem Tag.

Der Einbruch der US-Rohölpreise und die Unsicherheit über die wirtschaftlichen Auswirkungen und den weiteren Verlauf der Corona-Krise sorgten an der Wall Street für Abgabedruck. Der Dow Jones Industrial schloss mit einem Tagesverlust von -2.44% und notiert wieder unter der Marke von 24 000 Punkten bei 23 650.44 Zählern. Der marktbreite S&P 500-Index schloss -1.79% tiefer bei 2 823.16 Punkten, während der Nasdaq 100 -1.2% tiefer aus dem Handel ging. Die asiatischen Börsen folgten den negativen Vorgaben aus Übersee und in Tokio zeigte sich der 225 Werte umfassende Nikkei-Index -2% schwächer. Die Börsenindizes in Hongkong und Shanghai lagen -2.13%, resp. –1.37% im Minus. Für Europas Börsen signalisieren die Futures-Märkte eine schwächere Eröffnung.

China lockert Beschränkungen für ausländische Investoren

Die chinesische Regierung will als weitere Konjunkturfördermassnahme  ausländische Investitionen stärker fördern, insbesondere in Branchen wie der Automobilproduktion oder dem Bergbau für Seltene Erden, die vor allem in der High-Tech-Industrie benötigt werden. Mit der Überarbeitung der bisherigen Praxis werde die Öffnung im Dienstleistungs-, Industrie- und Agrarsektor weiter vorangetrieben, bekräftigte die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission in Peking.

EU-Gipfel soll billionenschweres Hilfspaket auf den Weg bringen

Am Donnerstag sollen sich die EU-Mitgliedsländer an einem Sondergipfel auf ein Hilfsprogramm gegen die durch die Corona-Pandemie ausgelöste Wirtschaftskrise einigen. Medienberichten zufolge soll das Paket ein Volumen von rund EUR 3.4 Billionen haben. Zudem soll mindestens eine weitere Billion Euro für den Wiederaufbau mobilisiert werden. Der EU-Kommission schwebt eine Lösung im Rahmen des nächsten siebenjährigen Haushaltsrahmens vor, bei der die Exekutive selbst Schulden über Anleihen aufnehmen könnte, für die die EU-Staaten bürgen würden. Dies könnte als Kompromiss im Streit um die «Corona-Bonds» dienen, weil die gemeinsame Haftung der EU-Staaten begrenzt wäre.

Wirtschaftskalender 21. April
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00CHExporte (M/M)-3.3%
08:00CHImporte (M/M)-0.1%
10:30GBArbeitslosenrate (ILO)3.9%
11:00DEZEW-Konjunkturerwartungen-49.5
11:00DEZEW-Gegenwärtige Lage-43.1
16:00USAVerkäufe bestehender Häuser (M/M)+6.46%
16:00USAVerkäufe bestehender Häuser (J/J)+5.77%
Unternehmenskalender 21. April
LandUnternehmenPeriode
DESAPQ1
USAProcter & GambleQ3
USATravelersQ1
USAPhilip Morris InternationalQ1

 

Quelle: BondWorld.ch