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LGT Navigator: US-Regierung adressiert Engpässe in der Chip-Industrie

LGT Navigator: Das Weisse Haus hat die Lieferengpässe in der Halbleiterindustrie adressiert und sieht die Verlagerung der Chip-Lieferketten nach Fernost als Bedrohung für die US-Volkswirtschaft.

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Dieser Bedrohung möchte man staatliche Förderung entgegensetzen. US-Präsident Joe Biden versprach Unterstützung für die vom Nachschubmangel gebeutelten Unternehmen.

Der seit Monaten anhaltende weltweite Engpass von Mikrochips hat die Lieferketten durchgerüttelt und die Preise für Elektronikartikel und andere halbleiterlastige Waren stark ansteigen lassen. Während einer Sitzung im Weissen Haus mit mehr als einem Duzend CEOs sprach US-Präsident Joe Biden von einem parteiübergreifenden USD 50 Mrd. schweren Hilfspaket, welches den inländischen Mangel an Chips und Platinen lindern solle. Begründet wird die Geldspritze mit den angeblich aggressiven chinesischen Ambitionen, den Halbleitermarkt zu übernehmen. Mit dieser mehrheitsfähigen anti-chinesischen Vorlage soll bewirkt werden, dass wieder mehr Chips in den USA produziert werden und auch wieder mehr Forschung in den USA angesiedelt wird. Auch die seit einer Weile geplanten Grossinvestitionen in die US-Infrastruktur sollen umfassende Pläne beinhalten, wie die Lieferkette für Elektronikartikel wieder robuster werden soll und die Abhängigkeit von ausländischen Zulieferern minimiert würde. Die effektive Zuordnung der Förderbeträge ist noch nicht geklärt und sowohl die Halbleiterhersteller als auch die Autoindustrie teilten ihre Ansprüche lautstark mit. Das Weisse Haus hat bezüglich des Verteilschlüssels noch keine offizielle Position bezogen.

Chinesischer Aussenhandel wächst weiter

Chinas Exporte wuchsen im März in stabilem Tempo und gaben der volkswirtschaftlichen Erholung des Landes einen erneuten Schub. Die globale Nachfrage zieht aufgrund der Fortschritte bei der weltweiten Covid-19-Impfung an, während das Importwachstum auf den höchsten Stand seit vier Jahren stieg. Die Daten deuten trotz Rückschlagsrisiken darauf hin, dass die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt weiter an Schwung gewinnen wird. Nach dem Februar-Rekordwachstum von 154.9% stiegen die Exporte im März auf Dollarbasis erneut um 30.6% im Vorjahresvergleich. Bei weiterer Erholung der Weltwirtschaft sollte die starke Auslandsnachfrage weiterhin bestehen bleiben. Die globale Nachfrage ist weiterhin das Rückgrat der chinesischen Volkswirtschaft.

US-Staatsverschuldung jagt neue Rekorde

Die US-Regierung verzeichnete im März ein Haushaltsdefizit von USD 660 Mrd., so das US-Finanzministerium am Montag. Grund dafür seien die Direktzahlungen an die Amerikaner im Rahmen des Konjunkturpakets von Präsident Joe Biden. Das Defizit für die ersten sechs Monate des Fiskaljahres 2021 stieg auf einen Rekordwert von USD 1’706 Mrd., verglichen mit einem Defizit von USD 743 Mrd. im Vergleichszeitraum des Vorjahres, in welchem die Massnahmen gegen die Pandemie noch nicht zu Buche schlugen. Das Defizit im März 2021 war das dritthöchste monatliche US-Defizit in den Aufzeichnungen, nur noch übertroffen vom Juni 2020 mit USD 864 Mrd. und dem April 2020 mit USD 738 Mrd. Die Staatsschulden der USA befinden sich somit gemäss aktuellen Hochrechnungen auf historischen Höchstständen mit mittlerweile rund USD 28 Bio, was ca. 130% des BIP entspricht. Beim Beginn der letzten Schuldendach-Krise im Jahre 2013 war der Zankapfel ein vergleichsweise geringes Schuldenniveau von USD 16 Bio.

Wirtschaftskalender 13. April

MEZ Land Indikator Letzte Periode
China Handelsbilanz USD 78 Mrd.
14:30 USA Konsumentenpreisindex (im Jahresvergleich) 1.7%

 

Unternehmenskalender 13. April

Land Unternehmen Periode
CH Givaudan  Q1-Umsatz
FR LVMH Q1-Umsatz

 

Quelle: BondWorld.ch