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LGT Navigator: US-Wahl wird für Investoren zum Angstfaktor

LGT Navigator: Weniger als sechs Wochen vor der US-Präsidentenwahl wächst die Sorge, ob das Rennen um das Weisse Haus am 3. November effektiv entschieden sein wird.

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Präsident Trump scheint gewillt, alles auf den Kopf zu stellen und alles andere als seinen eigenen Sieg nicht zu akzeptieren. Für die Kapitalmärkte dürfte diese Ungewissheit immer mehr zur Hypothek werden. Am Dienstag kreuzen die beiden Kontrahenten bei der ersten TV-Debatte erstmals direkt die Klingen. Die Nachfrage nach Technologiewerten sorgte am Freitag an der Wall Street aber für eine Erholung.

Trotz der politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten, dem anhaltenden Streit um das Corona-Hilfspaket sowie der nach wie vor fragilen Pandemiesituation in den USA konnte die Börsenindizes in New York am Freitag nach einem schwachen Handelsstart die Woche mit einem soliden Tagesgewinn abschliessen. Der Dow Jones Industrial schloss mit einem Plus von +1.34% bei 27 173.96 Punkten, verbuchte aber dennoch ein Wochenminus von fast -2%. Der marktbreite S&P 500 legte um +1.62% auf 3298.46 Zähler zu. Getragen wurde die Erholung am Freitag von der wiederbelebten Nachfrage nach Technologieaktien. So schaffte der technologielastige Nasdaq 100-Index ein Tagesplus von +2.34%. Europas Börsen hatten vor dem Wochenende erneute Verluste verzeichnet. Der EuroStoxx fiel zeitweise erstmals seit Mitte Juni wieder knapp unter die Marke von 3100 Punkten und schloss mit einem Tagesminus von -0.71% bei 3137.06 Zählern. Auf Wochensicht verlor der europäische Benchmark -4.4%. An den asiatischen Aktienmärkten sorgten die Kursgewinne an der Wall Street für einen grösstenteils positiven Wochenauftakt. In Tokio legte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um rund +0.8% zu. Für die europäischen Aktienmärkte signalisieren die Futures eine sehr feste Eröffnung.

Trump sät weiter Zweifel und nominiert Oberste Richterin

Der US-Präsident sät unterdessen weiter Zweifel an den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen. Am Freitag twitterte Trump: «Die Demokraten manipulieren unsere Wahl 2020!» Wiederholt äusserte der Präsident bereits, dass er die Wahl nur verlieren könne, wenn es Wahlbetrug gibt. Letzte Woche weigerte sich Trump, im Falle einer Niederlage eine friedliche Machtübergabe zuzusichern. Alles andere als ein glasklarer Sieg des demokratischen Herausforderers Joe Biden wird wohl, insbesondere auch für die Finanzmärkte, zu einem grossen Unsicherheits- und Angstfaktor.

Am Wochenende ergriff US-Präsident Trump zudem wie angekündigt die Initiative und stellte seine Kandidatin für den freigewordenen Posten im Verfassungsgericht. Die Juristin Amy Coney Barrett (48) soll nach dem Willen Trumps die konservative Mehrheit im Supreme Court womöglich auf Jahrzehnte festigen. Sie soll noch vor der Präsidentschaftswahl am 3. November ins Amt kommen und könnte dann auch bei einem äusserst knappen Rennen zu einem entscheidenden Faktor werden, wer zukünftig im Weissen Haus sitzt.

Brexit-Verhandlungen in entscheidender Phase

In dieser Woche werden die schwierigen Verhandlungen zwischen Brüssel und London fortgesetzt. Die EU-Kommission wird Grossbritannien drängen, das gültige Austrittsabkommen einzuhalten, bevor am Dienstag die vorerst letzte Verhandlungsrunde über den Vertrag beginnt, der die Handelsbeziehungen künftig regeln soll.

Erholung in US-Industrie setzt sich fort, verliert aber an Dynamik

Die Bestellungen für sogenannte langlebige Wirtschaftsgüter (Produkte mit einer Lebensdauer von mindestens drei Jahren wie beispielsweise Maschinen oder Flugzeuge) haben in den USA im August den vierten Monat in Folge zugenommen. Im Vergleich zum Vormonat legten die Aufträge um +0.4% zu, damit aber deutlich weniger stark als von Analysten mit +1.8% erwartet. Im Monat zuvor hatten die Aufträge um +11.7% zugenommen. Die als wichtige Messgrösse für die Unternehmensinvestitionen angesehenen Bestellungen für zivile Investitionsgüter ohne Flugzeuge stiegen im August um +1.8% nach einem Plus im Juli von +2.5%.

Überprüfung des EZB-Inflationsziel gefordert

Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau fordert, anlässlich der aktuell laufenden Strategieüberprüfung der EZB-Politik, die Formulierung des Inflationsziels zu hinterfragen. Derzeit peilt die EZB mittelfristig eine Inflationsrate von «unter, aber nahe zwei Prozent» an. Jedoch verfehlt die Notenbank dieses Ziel trotz der anhaltend ultra-expansiven Geldpolitik seit Jahren. Dem Chef der Banque de France zufolge müsse das Ziel symmetrisch verstanden werden und nicht als eine Obergrenze. Dies bedeutet, dass die EZB durchaus für einige Zeit eine Inflationsrate etwas über dem Ziel zulassen könnte. Die Notenbank sollte nicht nur die präzise Formulierung diskutieren, sondern auch wie die Inflationsrate gemessen werde, meinte Villeroy de Galhau.

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Quelle: BondWorld.ch