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LGT Navigator: US-Wahlkampf und Hick-Hack um Konjunkturpaket geben den Takt an

LGT Navigator: Im US-Präsidentschaftswahlkampf geht es weiterhin turbulent zu. Nachdem das Organisationskomitee für die TV-Präsidentschaftsdebatte angekündigt hatte,

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das nächste Duell zwischen US-Präsident Trump und Biden wegen Trumps Corona-Infektion per Videoschaltung durchführen zu wollen, sagte der Präsident seine Beteiligung kurzerhand ab. In aktuellen Umfragen kann Biden seinen Vorsprung ausbauen. In Bezug auf das US-Corona-Konjunkturpaket herrscht nach wie vor grosse Ungewissheit.

Nachdem US-Präsident Donald Trump kurzerhand die Verhandlungen über das lange erwartete Corona-Hilfspaket abrupt abgebrochen hat und separate Staatshilfen beispielsweise für Fluggesellschaften auf den Tisch legte, lehnten nun die Demokraten dieses Vorhaben ab. Die Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, meinte gestern, dass solche Hilfen nur im Rahmen eines umfassenden Hilfspakets besprochen werden sollten. Inzwischen scheinen die Parteien zumindest wieder das Gespräch zu suchen und an der Wall Street haben die Anleger die Hoffnung auf weitere US-Konjunkturhilfen nach wie vor nicht aufgeben. In der Folge legte der Dow Jones Industrial um +0.43% auf 28 425.51 Punkte zu und der breit gefasste S&P 500 schloss gar um +0.8% höher bei 3 446.83 Zählern. Wenig Impulse lieferten gestern die neusten Arbeitsmarktdaten aus den USA. Diese bestätigten mehr oder weniger, dass die Lage weiterhin angespannt bleibt. So stellten in der letzten Woche (per 3. Oktober) 840 000 Amerikaner einen erstmaligen Antrag auf Arbeitslosenunterstützung. Das sind lediglich 9 000 weniger Anträge als in der Woche zuvor und mehr als von Analysten mit 820 000 erwartet. Immerhin ist das aber der niedrigste Wert seit Mitte März. Die Zahl der laufenden Anträge ging in der Woche bis zum 26. September von rund 11.8 Mio. auf knapp 11 Mio. Anträge zurück.

In Asien war erneut kein einheitlicher Trend zu erkennen. Während in Tokio der Nikkei-Index vor dem Wochenende leicht im Minus notiert, verbuchen die chinesischen Aktienindizes solide Tagesgewinne. Für den Start der europäischen Börsen signalisieren die Futures indessen eine Eröffnung knapp über dem Niveau vom Donnerstag.

EZB hält sich alle (verbliebenen) Optionen offen

Die Europäische Zentralbank (EZB) unterstrich in ihrem gestern publizierten Protokoll des letzten Zinsentscheids im September, dass sie sich wegen der anhaltenden Unsicherheiten in der Corona-Krise geldpolitisch alle Türen offenhalten werde. Die EZB werde ihre Flexibilität aufrechterhalten, angemessen geldpolitisch zu handeln und weiterhin die aktuelle Wirtschaftslage sowie den Euro-Wechselkurs, die Brexit-Verhandlungen und die US-Wahlen genau analysieren. Der nächste Zinsentscheid der EZB ist auf den 29. Oktober angesetzt.

Bank of England signalisiert weitere Handlungsbereitschaft

Die britische Notenbank ist bereit, ihre Stützungsmassnahmen auszuweiten, um die negativen Auswirkungen einer zweiten Pandemiewelle auf die heimische Wirtschaft einzudämmen. Die Bank of England werde «ihre Feuerkraft angemessen, richtig und kräftig als Antwort auf eine zweite oder dritte Welle einsetzen», betonte Zentralbankchef Andrew Bailey. Derzeit deuten die Risiken für die Wirtschaft sehr stark nach unten. Die Bank of England hat ihren Leitzins in der Folge der Corona-Krise bereits auf das Rekordtief von +0.1% gesenkt und ein umfangreiches Wertpapierkaufprogramm gestartet.

SNB-Chef Jordan betont Wertbeständigkeit des Schweizer Frankens

Nach Einschätzung des Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank (SNB) Thomas Jordan war das Preisniveau in der Schweiz nie stabiler und somit die Wertbeständigkeit des Frankens nie höher als in den letzten 20 Jahren. Auch längerfristig betrachtet sei der Franken im internationalen Vergleich äusserst wertbeständig. Laut Jordan stellt die präzedenzlose Ausweitung der Zentralbankgeldmenge in den letzten Jahren kein besonderes Risiko für die Wertstabilität des Frankens dar. Die SNB habe mit der Zunahme des Geldangebots einzig auf den Anstieg der Nachfrage in einer Krisenphase reagiert. Ohne diese Ausweitung der Notenbankgeldmenge wäre das Preisniveau stark gesunken und der Franken hätte sich noch mehr aufgewertet, meinte der SNB-Chef.

Erholung im deutsche Aussenhandel hält an, verliert aber an Schwung

Die deutschen Ausfuhren stiegen im August den vierten Monat in Folge, womit sich eine Erholung vom Corona-Schock bestätigt. Im Vergleich zum Vormonat nahmen die Exporte um +2.4%, stärker als von Analysten erwartet (Konsens +1.5%), zu. Nach der kräftigen Erholung in den Monaten zuvor (Mai: +9.0%, Juni: +14.9% und Juli: +4.7%) scheint die Dynamik aber klar nachzulassen. Seit Jahresbeginn liegen die deutschen Exporte damit aber nach wie vor -12.7% unter dem Vorjahreszeitraum. Auch die Importe stiegen gegenüber dem Vormonat deutlich stärker als prognostiziert um +5.8% (Konsens +1.4%). Der Verband der deutschen Exporteure BGA sprach von «einer Erholung auf niedrigem Niveau» und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet mit einem «ungemütlichen Herbst».

Wirtschaftskalender 9. Oktober
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00GBInudstrieproduktion (August, J/J)-7.8%
08:45FRInudstrieproduktion (August, J/J)-8.3%
10:00ITInudstrieproduktion (August, J/J)-8.0%

 

Unternehmenskalender 13. Oktober
LandUnternehmenPeriode
USAJPMorgan ChaseQ3
USACitigroup Q3
USAJohnson & JohnsonQ3

 

Quelle: BondWorld.ch