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LGT Navigator: US-Wirtschaft nimmt Fahrt auf und Amazon liefert Rekordgewinn

LGT Navigator: Die amerikanische Wirtschaft ist im ersten Quartal zwar nicht so stark gewachsen wie Ökonomen erwartet hatten, jedoch hat sich die Dynamik gegenüber dem Schlussquartal des letzten Jahres spürbar verstärkt.

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Hält der Trend an und kann die Pandemie dank einer immer schnelleren Durchimpfung überwunden werden, so werden auch die Zentralbanken schon bald ihren Fuss vom Gas nehmen müssen. Mit Amazon hat ein weiteres Schwergewicht der grossen Technologiewerte mit seinen Quartalszahlen zu überzeugen vermocht.

An der New Yorker Börse sorgten die zumeist starken Unternehmensnachrichten, zuletzt von Amazon, für eine gute Stimmung. Positiv ins Gewicht fallen die soliden Wachstumszahlen der US-Wirtschaft, die Zusage der Fed vorerst an ihrem expansiven Kurs festzuhalten, die von US-Präsident Joe Biden angekündigten Projekte sowie die Impffortschritte in den Vereinigten Staaten. Der Dow Jones Industrial kletterte über die Marke von 34’000 Punkten und schloss +0.71% höher bei 34’060.36 Zählern. Der S&P 500 erreichte erneut ein Rekordhoch und beendete den Donnerstag mit einem soliden Zuwachs von +0.68% bei 4’211.47 Punkten. Die Technologiebörse Nasdaq verzeichnete Gewinne von rund einem halben Prozent.

In Asien folgten die Aktienindizes mehrheitlich nicht den positiven Vorgaben aus den USA und Europa und tendierten zum Wochenschluss zumeist im negativen Bereich. In Europa werden heute die Wachstumszahlen für das erste Quartal veröffentlicht und es stehen weitere wichtige Unternehmensergebnisse im Mittelpunkt.

Amazon erzielt Rekordgewinn

Der weltgrösste Online-Händler Amazon profitiert weiterhin vom Internet-Shoppingboom in der Coronakrise sowie von der starken Nachfrage nach Cloud-Diensten. Im ersten Quartal konnte der Konzern den Gewinn mit USD 8.1 Mrd. mehr als verdreifachen und erzielte damit einen Rekordgewinn. Der Umsatz legte um +44% auf USD 108.5 Mrd. zu. Mit dem nach Börsenschluss gelieferten Quartalsbericht übertraf Amazon die Markterwartungen deutlich und zeigte sich zudem im Geschäftsausblick optimistisch.

US-Wirtschaft gewinnt an Dynamik

Das weltgrösste Bruttoinlandsprodukt ist in den ersten drei Monaten des Jahres mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von +6.4% gegenüber dem Vorquartal gewachsen; aus europäischer Sichtweise also um ca. +1.6%. Analysten hatten im Schnitt aber mit einem noch etwas kräftigeren Wachstum von annualisiert +6.7% gerechnet. Verglichen mit der im Schlussquartal 2020 erreichten BIP-Expansionsrate von +4.3% gewinnt die US-Wirtschaft aber sichtlich an Fahrt. Die Amerikaner können einerseits auf den dualen Stimulus der Geld- und Fiskalpolitik sowie auf die schnellen Impferfolge im Kampf gegen die Pandemie bauen.

Am US-Arbeitsmarkt ist unterdessen die wöchentlich gemeldete Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung gesunken, wenn auch weniger stark als erwartet. In der Woche zum 24. April gingen die Jobless Claims im Vergleich zur Vorwoche um 13’000 auf 553’000 Anträge zurück. Volkswirte hatten einen Rückgang auf 528’000 prognostiziert. Der aussagekräftigere, gleitende Vierwochendurchschnitt sank gegenüber der Vorwoche um 44’000 auf 611’750, immerhin das niedrigste Niveau seit Mitte März 2020.

Wirtschaftsstimmung in der Eurozone setzt Erholung fort

Gemäss einer aktuellen Umfrage der Europäischen Kommission hat sich die allgemeine Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung im April nochmals deutlich und stärker als erwartet aufgehellt. Der darauf abgeleitete Indikator kletterte dabei von 100.9 Punkten im März auf 110.3 Zähler. Analysten hatten mit 102.0 Punkten gerechnet. Gemäss der EU-Exekutive ist die Wirtschaftsstimmung erstmals wieder seit Ausbruch der Pandemie spürbar über dem langjährigen Durchschnitt und über dem Vorkrisenniveau. Die Erholung ist auch regional gut abgestützt. So verbesserte sich der Indikator in allen grossen Volkswirtschaften der EU: In Deutschland um +5.7 Punkte, in Frankreich um +8.5, in Italien um +5.3, in Spanien um +9.1 und in den Niederlanden um +10.7 Zähler.

Höhere Lebenshaltungskosten in Deutschland

In Deutschland ist das Niveau der Verbraucherpreise weiter gestiegen. Neusten Berechnungen des Statistischen Bundesamts zufolge kletterte die Jahresinflationsrate im April auf +2.0%. Damit ist die Teuerung seit Jahresbeginn kontinuierlich gestiegen. Zu Jahresbeginn betrug die Inflationsrate noch +1.0%, im Februar +1.3% und im März +1.7%. Verantwortlich sind einerseits höhere Energiepreise aufgrund der seit Anfang des Jahres fälligen CO2-Abgabe und dem Wegfallen der temporären Mehrwertsteuersenkung. Im Monatsvergleich stiegen die deutschen Konsumentenpreise um +0.7%.

Inflation in Spanien zieht spürbar an

In Spanien sind die Verbraucherpreise im April stärker gestiegen als angenommen. Auf Jahressicht ergab sich eine Teuerung von +1.9% verglichen mit +1.2% im Monat zuvor (Konsens +1.7%).  Im Monatsvergleich erhöhten sich die Lebenshaltungskosten im April um +1.1%.

Wirtschaftskalender 30. April

MEZ Land Indikator Letzte Periode
07:30 FR BIP Q1 (Q/Q) -1.4%
08:30 CH Einzelhandelsumsätze (März, J/J) -6.3%
08:45 FR Verbraucherpreise (April, J/J) +1.4%
09:00 CH KOF-Konjunkturbarometer (April) 117.8
09:00 SP BIP Q1 (Q/Q) -0.5%
09:00 AUT BIP Q1 (Q/Q) -0.2%
10:00 DE BIP Q1 (Q/Q) +0.3%
10:00 IT BIP Q1 (Q/Q) -1.9%
10:00 CH SNB-Präsident Jordan Rede  
10:30 POR BIP Q1 (Q/Q) +0.2%
11:00 EZ BIP Q1 (Q/Q) -0.7%
11:00 EZ Verbraucherpreise (April, J/J) +1.3%
11:00 EZ Kern-Verbraucherpreise (April, J/J) +1.0%
11:00 IT Verbraucherpreise (April, J/J) +0.6%
14:30 USA PCE-Kernpreisindex (März, J/J) +1.4%
14:30 USA Konsumausgaben (März, M/M) -1.0%
14:30 USA Persönliche Einkommen (März, M/M) -7.1%
15:45 USA Chicago-Einkaufsmanagerindex (April) 66.3
16:00 USA Konsumentenstimmung Uni Michigan 86.5

 

Unternehmenskalender 30. April

Land Unternehmen Periode
CH Swiss Re Q1
FR BNP Paribas Q1
IT ENI Q1 
SP BBVA Q1
NL KPN Q1
AUT Erste Group Q1 
GB AstraZeneca Q1 
GB Barclays Q1 
USA Chevron Q1
USA Exxon Mobil Q1
USA Colgate-Palmolive Q1

 

Quelle: BondWorld.ch