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LGT Navigator: USA und China besiegeln «Phase-1-Abkommen»

Das Teilabkommen zwischen den USA und China wurde gestern in Washington unterzeichnet und soll ein ersten Schritt in Richtung eines umfassenden Handelsabkommens zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften der Welt sein.

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Damit ist der Handelskonflikt zwar nicht beseitigt, hat sich aber deutlich entschärft. In der Folge setzten die Indizes an der New Yorker Börse neue Rekordwerte.

Nach dem fast zwei Jahre währenden Handelsstreit haben US-Präsident Donald Trump und Chinas Chefunterhändler und Vizepremier Liu He gestern in Washington einen ersten Teil eines Handelsabkommens unterzeichnet. Beide Seiten versprachen, bis auf Weiteres keine neuen Strafzölle zu verhängen. Allerdings sollen die seit 2018 bereits verhängten zusätzlichen Strafzölle von 25% auf Waren im Wert von rund USD 250 Mrd. zunächst bestehen bleiben.

Alle Zölle würden aufgehoben, sobald eine zweite Vereinbarung abgeschlossen sei, versprach Trump. Das Teilabkommen soll der erste Schritt zu einem umfassenden Handelsabkommen sein. In dem 86 Seiten umfassenden Dokument soll China versprechen, die Importe von Energie, Industriegütern, Agrarerzeugnissen und Dienstleistungen aus den USA deutlich zu steigern. Damit soll sich das hohe Handelsdefizit der USA verringern. Zudem soll der Vertrag Probleme beim Schutz geistigen Eigentums und bei den von China erzwungenen Technologietransfers lösen. Das Teilabkommen stellt vor allem für US-Präsident Donald Trump einen beachtlichen aussenpolitischen Erfolg dar und kommt im bevorstehenden Kampf um die Wiederwahl sehr gelegen.

An den asiatischen Börsen hielten sich die Reaktionen auf das Handelsabkommen in Grenzen. In Tokio blieb der 225 Werte umfassende Nikkei-Index praktisch unverändert und die Börse in Shanghai notiert sogar leicht im Minus. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans ging ebenfalls leicht zurück.

Fed sieht US-Wirtschaft auf leichtem Expansionskurs

Der regelmässige Konjunkturbericht der US-Notenbank (Fed), das so genannte Beige Book, attestiert der US-Wirtschaft weiterhin einen moderaten Wachstumskurs. In einigen der zwölf Fed-Distrikten habe sich das Wachstum aber beschleunigt. Die Konsumausgaben seien mit einem mässigen Tempo gewachsen. Andererseits zeige die Industrie jedoch nach wie vor Schwäche. In Bezug auf den Arbeitsmarkt hielt die Fed fest, dass der Mangel an Arbeitskräften die Wirtschaft zusehends belaste. Die Inflation sei weiterhin nur moderat, jedoch sollten die Verbraucherpreise in den kommenden Monaten weiter steigen. Angesichts der wenig veränderten Lage, dürfte sich die Fed in ihrer gegenwärtig abwartenden Haltung bestätigt sehen.

Goldman Sachs und Bank of America durch Rückstellungen und Abschreibungen belastet

Im Gegensatz zu den Wall Street-Konkurrenten JPMorgan und Citigroup wiesen das Investmenthaus Goldman Sachs und die zweitgrösste Bank in den USA, Bank of America, einen Gewinnrückgang im Schlussquartal 2019 aus und verfehlten die Analystenerwartungen. Goldman Sachs verbuchte im Q4 wegen Rechtskosten und Rückstellungen (Korruptionsaffäre um den malaysischen Staatsfonds 1MDB) einen Gewinn von USD 1.72 Mrd., ein Minus von -26% gegenüber dem Vorjahr. Je Aktie belief sich der Gewinn auf USD 4.69 verglichen mit USD 6.04 in der Vorjahresperiode und einem Marktkonsens von USD 5.47. Im Gesamtjahr 2019 erwirtschaftete Goldman einen Profit von USD 7.9 Mrd. – rund ein Fünftel weniger als im Jahr zuvor. Auch die Bank of America wies im Schlussquartal 2019 einen Gewinnrückgang aus. Vor allem die gesunkenen Zinsen in den USA machten der Grossbank zu schaffen. Der Gewinn ging im vierten Quartal um -4% auf USD 7 Mrd. zurück. Für das Gesamtjahr wies BofA einen Gewinn von USD 27.4 Mrd. aus, verglichen mit USD 28.1 Mrd. 2018. Einerseits drückten eine milliardenschwere Abschreibung und andererseits gestiegene Kreditrückstellungen das Ergebnis.

Neuste Inflationsdaten stützen Erwartung einer Zinssenkung

Spekulationen über eine baldige Zinslockerung der Bank of England haben nach den gestern publizierten Verbraucherpreisdaten nochmals Auftrieb bekommen. Im Dezember ging die Jahresteuerungsrate in Grossbritannien von +1.5% im Vormonat auf +1.3% zurück und erreichte damit den niedrigsten Wert seit rund drei Jahren. Damit liegt die Inflation deutlich unter dem Inflationsziel der britischen Zentralbank von zwei Prozent. Im Vorfeld hatten bereits Notenbankchef Mark Carney und ranghohe Notenbanker die Erwartungen hinsichtlich einer geldpolitischen Lockerung angefacht. Neben der moderaten Inflation sorgt sich die Bank of England vor allem um die Auswirkungen des bevorstehenden Brexits auf die britische Wirtschaft.

Deutsche Wirtschaft mit schwächsten Wachstum seit sechs Jahren

Die deutsche Wirtschaft verzeichnete im 2019 vor dem Hintergrund des Handelskonflikts, der Brexit-Unsicherheiten und insbesondere auch der nachlassenden weltweiten Nachfrage im wichtigen Automobilsektor das schwächste Wirtschaftswachstum seit 2013. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 0.6%, nachdem 2018 noch eine Wachstumsrate von +1.5% und 2017 von +2.5% erreicht wurde.

Wirtschaftskalender 16. Januar
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00EZAutoneuzulassungen +1.6%
08:00DEVerbraucherpreise (J/J)+1.5%
14:30USDetailhandelsumsätze (M/M)+0.2%
14:30USPhilly Fed-Industrieindex+2.4
14:30USImportpreise (J/J)-1.3%
16:00USNAHB-Häusermarktindex76.0
Unternehmenskalender 17. Januar
LandUnternehmenPeriode
USSchlumbergerQ4

Quelle: BondWorld.ch