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LGT Navigator: Vage Hoffnungen

LGT Navigator: Scheinbar leicht abnehmende Infektionszahlen in den europäischen Corona-Krisenherden Italien und Spanien, nochmals verstärkte Massnahmen gegen die Krise in………..

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Europa sowie positive Signale aus China sorgten zunächst an den europäischen Aktienmärkten für eine weitere Erholung. Andererseits weitet sich die Krise in den USA weiter aus und die WHO warnt vor einer zu frühen Entwarnung in Asien. An der Wall Street drehten die Indizes in der Folge wieder in den roten Bereich und der Dow Jones zeigt mit einem Quartalsverlust von -23.2% den schlechtesten Jahresstart in seiner Geschichte.

Corona-Krise

An den Börsen in Asien zeigte sich ein uneinheitliches Bild. Während der Leitindex in Tokio sich den negativen Vorgaben aus Übersee anschloss und mit einem Verlust von rund -3% aus dem Tagesgeschäft geht, verzeichneten die Aktienindizes in Festland China dank positiver PMI-Umfragewerte zumeist moderate Gewinne. Belastet wurden japanische Aktien auch durch eine pessimistische Einschätzung der japanischen Industrie. So fiel der viel beachtete Tankan-Index für die grossen japanischen Industriekonzerne im März auf minus acht Punkte und erstmals seit sieben Jahren in den negativen Bereich. Die Quartalsumfrage der Bank of Japan gilt als wichtiger Stimmungsmesser für die drittgrösste Wirtschaft der Welt. Positive Werte signalisieren Optimismus, negative Pessimismus.

In den Vereinigten Staaten steigen unterdessen die Infektionszahlen weiter dramatisch an. Derzeit haben sich nahezu 190 000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert – mehr als doppelt so viele wie in China – und knapp 4000 Personen sind der Lungenkrankheit erlegen. Unterdessen verlängerte US-Präsident Donald Trump die Einreisesperre für Europäer.

WHO warnt vor zu früher Entwarnung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte davor, von einer Entspannung in Asien auszugehen. Die Epidemie in der Ursprungsregion sei «noch längst nicht vorbei». Es müsse von einem «langem Kampf» ausgegangen werden und die Länder dürften ihre Schutzmassnahmen nicht vorschnell lockern. Dies gelte auch für Länder mit sinkenden Zahlen bei Neuinfektionen, warnte die WHO. Die Weltbank geht in einem gestern veröffentlichten Konjunkturbericht von einer deutlichen Verlangsamung des Wirtschaftswachstumstrends in der Region Ostasien/Pazifik im laufenden Jahr aus. Anstatt des bisher prognostizierten BIP-Wachstums von +5.8% könnte sich das Wachstum auf rund +2% verlangsamen oder in einem pessimistischeren Szenario auch um rund -0.5% schrumpfen. Genaue Prognosen seien derzeit aber schwierig, weil sich die Lage schnell ändere.

Trump fordert Infrastrukturprogramm

US-Präsident Donald Trump hat vom Kongress ein Infrastrukturprogramm mit einem Umfang von nochmals zwei Billionen US-Dollar gefordert. Um die Wirtschaft in der Corona-Krise zu stützen und von den historisch tiefen Zinsen zu profitieren will Trump die schon lange fälligen Investitionen in die Infrastruktur der USA durchsetzen. Gleichzeitig hat der Präsident die Amerikaner wegen der Corona-Pandemie auf historisch schwierige Zeiten und dramatische Opferzahlen eingeschworen. Es müsse mit tausenden Todesopfern gerechnet werden, so Trump. Trotz der Gegenmassnahmen könnte die Opferzahl in den USA zwischen 100 000 und 240 000 liegen, kommentierte der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten und Berater des Präsidenten, Anthony Fauci.

USA wollen Lehren aus Lieferengpässen bei medizinischer Ausrüstungen ziehen

Die US-Regierung will infolge der Lieferengpässe aus China wegen der Corona-Krise die Produktion medizinischer Ausrüstung in den USA fördern. Die Abhängigkeit von anderen Ländern als Bezugsquelle billiger medizinischer Produkte bedeute eine strategische Anfälligkeit für die Heimwirtschaft, meinte der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer am Rande eines Treffens der Handelsminister der G-20. Beispielsweise kommen 97% der in den USA benötigten Antibiotika aus China.

Blackrock rechnet mit grundlegenden Konsequenzen der Corona-Krise

Der amerikanische Vermögensverwalter Blackrock geht davon aus, dass die Coronavirus-Pandemie grundlegende Folgen für die Wirtschaft und die Gesellschaft haben wird. Wenn diese Krise überstanden ist, werde die Welt eine andere sein, fasste Blackrock-Chef Larry Fink in einem Brief an die Aktionäre des Unternehmens zusammen. Die Krise werde der Annahme zufolge das Geschäftsleben, den Konsum sowie auch die Psychologie der Anleger verändern. Jedoch werde sich die Weltwirtschaft von dieser Krise auch wieder erholen, zeigt sich Fink überzeugt.

Geringere Inflation im Euroraum

Die Corona-Krise und der Einbruch der Ölpreise sorgt in der Eurozone für eine Abschwächung des Inflationstrends. Die Verbraucherpreise legten im März auf Jahressicht um lediglich +0.7% zu. Im Februar hatte die Teuerungsrate noch bei +1.2% gelegen. Die Energiepreise sanken vor dem Hintergrund des Preiskampfs am Ölmarkt im März um -4.3% gegenüber der Vorjahresperiode.

Wirtschaftskalender 1. April
MEZLandIndikatorLetzte Periode
03:45CNCaixin Einkaufsmanagerindex Industrie40.3
09:15SPMarkit Einkaufsmanagerindex Industrie50.4
09:30CHEinkaufsmanagerindex Industrie49.5
09:45ITMarkit Einkaufsmanagerindex Industrie48.7
09:50FRMarkit Einkaufsmanagerindex Industrie42.9
09:55DEMarkit Einkaufsmanagerindex Industrie45.7
10:00EZMarkit Einkaufsmanagerindex Industrie44.8
10:30GBMarkit Einkaufsmanagerindex Industrie48.0
11:00EZArbeitslosenrate7.4%
14:15USADP-Beschäftigungswachstum Privatwirtschaft+183’000
15:45USMarkit Einkaufsmanagerindex Industrie49.2
16:00USISM Einkaufsmanagerindex Industrie50.1
Unternehmenskalender 14. April
LandUnternehmenPeriode
USJPMorgan ChaseQ1
USJohnson & JohnsonQ1

Quelle: BondWorld.ch