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LGT Navigator: Virus-Krise treibt Börsen und Öl in eine Abwärtsspirale

LGT Navigator: Angst vor einer weltweiten Rezession wegen der Coronavirus-Pandemie sorgt an den Aktienbörsen weltweit für eine zunehmende Abwärtsspirale………

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Die Zinslockerungen und angekündigte finanzielle Hilfsmassnahmen machen dabei deutlich, wie ernst Notenbanken und Regierungen die wirtschaftlichen Folgen einschätzen. Nach einem, trotz starken US-Arbeitsmarktberichtes, regelrechten «Blutbad» an Europas Börsen und an der Wall Street am Freitag, konnten sich die Kurse an der Wall Street zum Handelsschluss zumindest wieder etwas fangen. Die Futuresmärkte und die Aktienmärkte in Asien eröffnen die neue Handelswoche aber bereits wieder mit massiven Verlusten.

Virus-Krise treibt Börsen in eine Abwärtsspirale

An den Kapitalmärkten herrscht aufgrund der unberechenbar scheinenden Coronavirus-Pandemie nackte Rezessionsangst. So brach an der New Yorker Börse der Dow Jones Industrial-Index um mehr als -3% ein, schloss dann aber mit einem relativ moderaten Minus von –0.98%. In Asien notiert das Tokioter Börsenbarometer nun aber mit einem Tagesverlust von rund -5.5% und auch andere asiatische Indizes verlieren massiv zwischen -2% (China) und fast -7% (Thailand).

Ölpreis bricht rund -30% ein

Die Coronavirus-Krise und die befürchteten Rezessionsfolgen für die Weltwirtschaft spiegeln sich auch am Rohölmarkt wider wo der Ölpreis am Freitag auf den tiefsten Stand seit Mitte 2017 fiel. Der nun offen ausgebrochene Ölpreiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland liess die Preise für die wichtigsten Sorten um etwa -30% einbrechen.

Neben Gold ist die Flucht der Anleger in «sichere Hafen» auch anderswo spürbar: Der Goldpreis notiert nahe eines Siebenjahreshochs. Auch US-Staatsanleihen waren gefragt. Die Rendite der zehnjährigen Papiere fiel auf ein Rekordtief von 0.5 Prozent, die der 30-jährigen Staatsanleihen rutschte unter die Marke von einem Prozent und am US-Anleihenmarkt fiel die Rendite der zehnjährigen Treasuries zum zehnten Mal in elf Tagen auf ein Rekordtief und registrierte das grösste Tagesminus seit mindestens 1953! Die Flucht in den Schweizer Franken bringt auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) immer stärker unter Druck.

US-Arbeitsmarkt reflektiert Coronavirus-Effekte noch nicht

Der amerikanische Arbeitsmarkt scheint im Februar die Auswirkungen der Pandemie noch nicht verspürt zu haben und so wurde im letzten Monat ein deutlich stärker als erwartetes Stellenwachstum beobachtet. Entstanden sind im Februar 273 000 neue Arbeitsplätze, verglichen mit einer Konsensprognose von 175 000 Non-Farm Payrolls. Die separat ermittelte Arbeitslosenquote fiel sogar noch um einen Tick auf ein historisches Tiefstniveau von 3.5%. Die wegen des Coronavirus sich schnell ändernde Weltlage lässt die Aussagekraft der neusten Arbeitsmarktzahlen anzweifeln und so hatte das noch stärker als von Analysten antizipierte Jobwachstum keinen positiven Einfluss auf das Börsengeschehen am Freitag.

Coronavirus-Pandemie im Fokus der US-Notenbankpolitik

Der Präsident der Fed von Dallas, Robert Kaplan, meinte in einem Interview, dass die Zahl der Neuinfektionen in den USA nun ein zentraler Faktor bei der nächsten Zinsentscheidung für die Fed darstelle. Wegen der sich schnell ändernden Lage seien die Wirtschaftsdaten derzeit nicht sonderlich nützlich. Nach Einschätzung des hochrangigen Fed-Mitglieds werden die wirtschaftlichen Verwerfungen wegen des Coronavirus noch Monate anhalten.

Mit Spannung wird nun die Sitzung des geldpolitischen Rates der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag erwartet. Da Europa derzeit im Epizentrum der Coronavirus-Krise steht wird sich auch EZB-Präsidentin Christine Lagerade mit dem Thema auseinandersetzen müssen.

Berlin erörtert Krisenmassnahmen

Am Sonntag trafen sich die Spitzen von Union und SPD im Kanzleramt in Berlin, um verschiedene Hilfsmassnahmen für die Wirtschaft angesichts der Coronavirus-Krise zu erörtern. Dabei standen vor allem Überbrückungskredite für Unternehmen, eine Lockerung der Regeln für Kurzarbeit, Infrastrukturinvestitionen oder ein früherer Abbau des Solidaritätszuschlags im Zentrum. Die Folgen der Pandemie dürften die grösste Volkswirtschaft Europas empfindlich treffen und insbesondere die fragile Industrie in die Rezession stürzen.

Chinas Aussenhandel bricht ein

Wie stark sich die Corona-Krise aufgrund der vielfach unterbrochenen Wertschöpfungsketten auf die Weltwirtschaft auswirkt, zeigen auch erste Daten zum chinesischen Aussenhandel. In den ersten beiden Monaten des Jahres brachen die Exporte Chinas um -17.2% zur Vorjahresperiode ein. Die Importe sanken gleichzeitig um -4%.

USA importierten zu Jahresbeginn deutlich weniger

Den Angaben des Handelsministeriums in Washington zufolge sank das Handelsdefizit im Vergleich zum Vormonat um USD 3.3 Mrd. auf USD 45.3 Mrd. Die Einfuhren gingen dabei deutlich stärker zurück als die Ausfuhren, insbesondere aus China gingen die Importe zu Jahresbeginn um -5.5% zurück und fielen auf das niedrigste Niveau seit 2010. Die Exporte nach China stiegen hingegen etwas an. Das Handelsbilanzdefizit mit China erreichte mit USD

Wirtschaftskalender 9. März
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00DEIndustrieproduktion (J/J)-6.8%
08:00DEExporte (M/M)+0.2%
08:00DEImporte (M/M)-0.5%
08:30FRGeschäftsklimaindex95.93
10:30EZSentix Anlegerstimmung+5.25
Unternehmenskalender 10. März
LandUnternehmenPeriode
CHAryztaH1
CHGeberitJ19
DEDeutsche PostJ19
ITTelecom ItaliaJ19

Quelle: BondWorld.ch