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LGT Navigator: Virusmutation belastet Börsenstimmung

LGT Navigator: An den globalen Aktienmärkten macht sich Nervosität breit, nachdem bekannt wurde, dass in Europa eine neue Form des Coronavirus grassiert.

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Der US-Kongress bewilligt das am Wochenende ausgehandelte milliardenschwere Corona-Hilfspaket mit grosser Mehrheit. Den Briten stehen derweil ungewisse Festtage bevor.

Kurz vor Jahresende beherrscht die Corona-Pandemie noch einmal das Geschehen an den Finanzmärkten. So sind die globalen Börsen teilweise mit kräftigen Abgaben in die neue Handelswoche gestartet, nachdem in Europa eine vermutlich hochansteckende Mutation des Coronavirus entdeckt worden ist. Der Abwärtstrend hat heute auch die asiatischen Börsen erfasst, die sich am Montag noch relativ robust gezeigt hatten. In Tokio verliert der Nikkei mehr als -1% und der Hang Seng Index notiert in Hongkong ebenfalls -1%. Der Shanghai Composite büsst -1.5% ein.

US-Kongress bewilligt Konjunkturpaket

Zu den grössten Verlierern am Montag zählten die europäischen Börsenplätze. So gab der Dax in Frankfurt -2.8% nach und der EuroStoxx 50 büsste -2.7% ein. Etwas besser hat sich Wall Street geschlagen. Nach einem volatilen Handelstag schloss der S&P 500 mit -0.4% und vermochte damit die zwischenzeitlichen Verluste von bis zu 2% einzudämmen. Der Technologieindex Nasdaq Composite büsste -0.1% ein, während der Dow Jones gar einen leichten Gewinn von +0.1% verbuchte. Die amerikanischen Aktienmärkte profitierten zweifellos vom lange erwarteten Corona-Hilfspaket, das die Demokraten und Republikaner am Wochenende geschnürt haben. Am Montagabend haben das Repräsentantenhaus und der Senat den Massnahmen mit grosser Mehrheit zugestimmt. Nun fehlt noch die Unterschrift des amtierenden Präsidenten Donald Trump, um das Gesetz in Kraft zu setzen, dies dürfte aber eine Formalie sein.

Ungewisse Tage für die Briten

Der europäische Kontinent ist das Epizentrum der Virus-Mutation. Nachdem am Wochenende bekannt wurde, dass sich das mutierte Virus rasant in Grossbritannien ausbreitet, haben inzwischen Staaten rund um den Globus den Flug-, Bahn- und Frachtverkehr auf die Insel eingestellt und Einreisestopps für Passagiere aus Grossbritannien verhängt. Die Verschärfung der Situation schürt Befürchtungen, dass es zu Engpässen bei der Nahrungsmittelversorgung des Königreichs kommen könnte, da etwa Frankreich den Lastwagenverkehr über den Ärmelkanal gestoppt hat. Die Einschränkungen kommen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, denn die bislang fruchtlosen Verhandlungen zwischen Brüssel und London über ein Handelsabkommen sorgen ohnehin schon für Nervosität. Die Gespräche sind am Montag fortgeführt worden, doch der britische Premierminister Boris Johnson erklärte, es gebe weiterhin Probleme. Am Dienstagmorgen wurden Spekulationen laut, die Parteien hätten sich in der in der Frage der umstrittenen Fischereirechte angenähert, dies wurde von britischer Seite allerdings dementiert. Selbst wenn es in den nächsten Tagen noch zu einer Einigung kommt, ist es kaum noch möglich, einen allfälligen Deal bis am 31. Dezember zu ratifizieren, da zahlreiche Parlamente einem Abkommen zustimmen müssen. Ohne Deal droht zu Jahresbeginn ein harter Brexit, Experten rechnen in diesem Fall mit höheren Zöllen und langen Wartezeiten an den Grenzen.

Corona-Impfstoff in EU zugelassen

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat dem Covid-19-Impfstoff von Pfizer und BioNTech am Montag eine bedingte Zulassung erteilt. Der endgültige Entscheid liegt nun bei der Europäischen Kommission, es gilt aber als sicher, dass sie ihre Zustimmung noch vor Weihnachten geben wird. Damit kann nach Grossbritannien auch die EU mit breit angelegten Impfkampagnen starten. In der Schweiz hat die Vakzine am Samstag ebenfalls eine Marktzulassung erhalten. Die EMA hat zudem erklärt, es gebe bislang keine Anzeichen dafür, dass die Impfung nicht gegen die neue Variante des Virus wirke.

Konsumlaune hellt sich auf

Die Verbraucherstimmung in der Eurozone hat sich im Dezember überraschend stark aufgehellt. So ist das Barometer um +3.7 Punkte auf -13.9 Punkte geklettert. Analysten hatten lediglich einen Anstieg auf -17. 3 Zähler erwartet. Allerdings liegt der Index nach wie vor unter dem langfristigen Durchschnitt von -11.2.

Wirtschaftskalender 22. Dezember

MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00UKBruttoinlandprodukt (Q3, Q/Q)+15.5%
08:00DEGfK Konsumklima (Januar)-6.7
14:30USABruttoinlandprodukt (Q3, Q/Q)+33.1%
16:00USAVerkauf bestehender Häuser (November, M/M)+4.3%

 

Unternehmenskalender 15. Januar 2021

LandUnternehmenPeriode
USAJPMorgan ChaseQ4
USACitigroup Q4
USAGoldman Sachs Q4
USAAlcoaQ4

 

Quelle: BondWorld.ch