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LGT Navigator: Virussorgen versetzen Börsen einen Tiefschlag

LGT Navigator: An Europas Aktienmärkten, und in der Folge auch an der Wall Street, brachen die Kurse zu Wochenbeginn aufgrund der Befürchtung einer weiteren Ausbreitung der Coronavirus-Epidemie ein…..

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Die Mailänder Börse war mit einem Verlust von zeitweise von mehr als -6% der grösste Verlierer unter den bedeutenden europäischen Handelsplätzen. Im Krisenmodus fragten Anleger verstärkt als sicher geltende Anlagen wie Gold nach.

Virussorgen versetzen Börsen einen Tiefschlag

Die Ausweitung der Covid-19-Epidemie in Italien und die potenziell zu erwartenden wirtschaftlichen Schäden durch Werkschliessungen, Störungen der Lieferketten, Reiseeinschränkungen oder eingeschränkte Konsummöglichkeiten sorgte an den europäischen Aktienbörsen zum Wochenstart für einen regelrechten Ausverkauf. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus starben in Italien bisher fünf Menschen. Die Zahl der Infizierten stieg insbesondere in der wirtschaftlich wichtigen Region Lombardei an. Die ersten Infektionen gab es unter anderem auch in Kuwait, Bahrain, Afghanistan und dem Irak.

Mittlerweile gibt es weltweit mehr als 80 000 Infektionen mit den neuartigen Virus. Die Weltgesundheitsorganisation WHO bezeichnete die neuen Fälle ausserhalb Chinas, darunter in Italien, Südkorea und Iran, als «zutiefst beunruhigend», betrachtet den Ausbruch aber weiterhin nicht als Pandemie.

An der New Yorker Börse schloss der Dow Jones Industrial-Index -3.56% tiefer, während der breit gefasste S&P 500 verlor -3.35%. Der europäischen Börsenbenchmark Euro Stoxx 50 brach gestern in der Spitze um -4.42% ein und schloss -4% im roten Bereich. Aus Angst vor den Auswirkungen einer potenziellen Pandemie auf die Weltwirtschaft gab der Ölpreis (WTI) ebenfalls kräftig nach. Der Goldpreis erreichte stellenweise ein Siebenjahreshoch.

In Asien konnten sich die meisten Aktienindizes bereits wieder erholen, abgesehen von der Tokioter Börse die gestern wegen eines Feiertages geschlossen blieb und deshalb den Ausverkauf quasi heute «nachholt». Derzeit notiert der Nikkei 225-Index -3.34% im Minus.

Gefragter Franken bringt SNB in Bedrängnis

Die Risikoaversion aufgrund der Angst vor einer Pandemie und den Folgen für die Weltwirtschaft lässt Anleger verstärkt in den als «sicheren Hafen» geltenden Schweizer Franken flüchten. Die helvetische Währung klettert als Folge des Einbruchs an den internationalen Aktienmärkten auf den höchsten Stand seit mehr als viereinhalb Jahren. Der Schweizer Börsenleitindex SMI fiel gleichzeitig in der Spitze um -3.6% und verbuchte damit den grössten Tagesverlust seit August 2015. Die erneute Frankenstärke könnte die Schweizerische Nationalbank (SNB) zunehmend in Bedrängnis bringen, am Devisenmarkt einzugreifen oder gar die Leitzinsen noch weiter in den negativen Bereich abzusenken.

Viruskrise hinterlässt bisher keine Spuren im Ifo-Geschäftsklimabarometer

Deutsche Unternehmen zeigten sich gemäss den neusten Umfrageergebnissen des Münchner Ifo-Instituts zufolge im Februar überraschend etwas optimistischer. Der wichtigste deutsche Konjunkturindikator erhöhte sich um 0.1 auf 96.1 Punkte – immerhin der höchste Wert seit Juni 2019 – während hingegen Ökonomen mit einem Rückgang auf 95.3 Zähler gerechnet hatten. Dabei beurteilten die rund 7000 befragten Firmen ihre aktuelle Geschäftslage etwas skeptischer als im Monat zuvor (98.9 nach 99.2), wohingegen sich der Ausblick auf die nächsten sechs Monate etwas verbessert hatte (93.4 nach 92.9). Bisher scheint die deutsche Wirtschaft von der Entwicklung rund um das Coronavirus unbeeindruckt, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Wirtschaftskalender 25. Februar
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00DEBIP Q4 (Q/Q)0.0%
08:45FRGeschäftsklimaindex104.0
15:00USFHFA Häuserpreisindex+0.2%
Unternehmenskalender 25. Februar
LandUnternehmenPeriode
USHome DepotQ4

Quelle: BondWorld.ch