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LGT Navigator: Vorsichtige Zuversicht der Investoren vor Fed-Entscheid

LGT Navigator: Während in den USA die Zahl der bestätigten Corona-Infizierten sich der Millionengrenze nähert und neuste Wirtschaftsindikatoren die negativen Auswirkungen verdeutlichen, …

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LGT Navigator


richten die Anleger derzeit ihren Fokus bereits auf die Wiedereröffnung der Wirtschaft. Der Dow Jones Industrial stieg in der Folge auf den höchsten Stand seit sieben Wochen. Heute steht nun vor allem der geldpolitische Entscheid der US-Notenbank im Mittelpunkt.

Hoffen auf einen schnellen wirtschaftlichen Neustart

Die Hoffnung auf eine schnelle Erholung scheint derzeit vielleicht noch übertrieben, aber die massiven Hilfspakete und Konjunkturstützungsprogramme könnten für den nötigen Impuls sorgen die Weltwirtschaft wiederzubeleben – dies aber wohl erst nach einem beispiellosen Einbruch. US-Präsident Donald Trump will die amerikanische Wirtschaft so schnell wie möglich aus dem «Lockdown» befreien, um eine baldige Erholung zu ermöglichen. Hierbei geht es natürlich auch um die Wiederwahlchancen Trumps. An der Wall Street findet der Optimismus im Augenblick jedenfalls Gehör. Im Zentrum stehen auch weiterhin die Ergebnisse der Blue-Chip-Unternehmen, wie dem Google-Mutterkonzern Alphabet. Der Konzern hatte im Q1 durch die Corona-Krise deutlich gebremst. Die Anzeigenerlöse brachen im März um rund -15% ein und auch das laufende Q2 werde schwierig werden, kommentierte Alphabet-Finanzchefin Ruth Porat. Im Q1 vermochte das Unternehmen den Umsatz aber noch um +13% zum Vorjahr auf USD 41.2 Mrd. zu steigern und der Gewinn legte um +2.6% auf USD 6.84 Mrd. zu. Die Aktie notierte daraufhin im nachbörslichen Handel ein Plus von fast +8%.

FOMC-Zinsentscheid im Fokus – wie schätzt die Fed die Corona-Lage ein?

Heute Abend wird mit Spannung der Zinsentscheid der US-Zentralbank (Fed) erwartet. Die Frage stellt sich, wieviel Munition hat die Fed überhaupt noch? Interessant werden insbesondere auch die Einschätzung von US-Notenbankchef Jerome Powell zu den Auswirkungen der Corona-Krise und zum Wirtschaftsausblick sein an der nachfolgenden Pressekonferenz um 20:30 Uhr (MEZ). Die Fed hat bereits zugesagt, den Leitzins wegen der Corona-Krise bis auf Weiteres bei nahe Null zu belassen und zuletzt ihre Anleihekäufe vervielfacht, sehr weitreichende Kreditprogramme aufgelegt und Auflagen für Geschäftsbanken gelockert.

An der Wall Street liess die Rally gestern im späten Handel angesichts schlechter Konjunkturdaten wieder nach und der Dow Jones Industrial schloss mit einem leichten Abschlag von -0.13% bei 24 101.55 Punkten, nachdem der Leitindex im frühen Handel noch um rund 1.5% zugelegt hatte. Vor der US-Zinsentscheidung tendierten die meisten Aktienindizes in Asien heute mit leichten Gewinnen, wobei die Börse in Tokio wegen eines Feiertages geschlossen blieb.

US-Konsumenten in Krisenstimmung

Das vom New Yorker Konjunkturforschungsinstitut The Conference Board monatlich publizierte Barometer für das Verbrauchervertrauen in den USA brach im April vor dem Hintergrund der Corona-Krise auf 86.9 Punkte von 118.8 Zählern im März ein – den tiefsten Stand seit 2014. Logischerweise schätzen die befragten Privathaushalte vor allem ihre gegenwärtige Lage so pessimistisch ein wie noch nie. Anderseits unterstreichen die Erwartungen der Konsumenten die Hoffnung auf ein baldiges Endes des Stillstands und eine wirtschaftliche Erholung. Belastet wird die Konsumentenstimmung aber sicherlich durch die katastrophalen Zahlen vom US-Arbeitsmarkt. Angesichts der Tatsache, dass seit Mitte März an die 28 Mio. Amerikaner in der Folge der Krise ihren Job verloren haben, bleibt fraglich, ob sich das Verbrauchervertrauen so schnell wieder erholen wird.

Ifo beziffert «Lockdown»-Auswirkungen auf deutsche Wirtschaft

Während des «Lockdowns» in Deutschland dürfte das Bruttoinlandsprodukt von Europas grösster Volkswirtschaft um rund -16% eingebrochen sein, schätzt das Münchener Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo, basierend auf einer Umfrage im April unter fast 9000 Unternehmen in fast allen Branchen. Im ersten Quartal dürfte das deutsche BIP um knapp -2% gesunken sein und im zweiten Quartal um rund -12% einbrechen. Den stärksten Einbruch erlitten im April die Reisebüros und Reiseveranstalter (-84%), die Luftfahrtbranche (-76%), das Gastgewerbe (-68%), das Gesundheitswesen (-45%), Kunst, Unterhaltung und Erholung (-43%) sowie der Fahrzeugbau (-41%). Gewinner der Corona-Krise sei bisher die Pharma-Industrie (+7%) gewesen. Insgesamt werde die Wirtschaftsleistung Deutschlands im laufenden Jahr laut Ifo wahrscheinlich um -6.6% schrumpfen. Erst Ende 2021 dürfte das Niveau von vor der Corona-Krise wieder erreicht werden.

ZEW-Barometer signalisiert kräftig Erholung in China

Ein vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Zusammenarbeit mit der Fudan Universität in Shanghai erstellter Konjunkturindikator für Chinas Wirtschaft deutet an, dass sich in China nach dem schweren Konjunktureinbruch wegen der Corona-Pandemie eine deutliche Erholung anzeichnet. Das sogenannte China Economic Panel (CEP) stieg im April gegenüber dem Vormonat um 25.4 auf plus 36.5 Punkte. Der Indikator zeigt die Konjunkturerwartungen der befragten Experten für die weltweit zweitgrösste Volkswirtschaft auf Sicht von zwölf Monaten und basiert auf einer monatlichen Umfrage unter internationalen Finanzmarktexperten im Zeitraum vom 15. April bis 22. April.

Wirtschaftskalender 29. April
MEZLandIndikatorLetzte Periode
11:00EZWirtschaftsstimmung+94.5
11:00EZKonsumentenstimmung-22.7
14:00DEVerbraucherpreise (J/J)+1.3%
14:30USABIP Q1 (erste Schätzung Q/Q annualisiert)+2.1%
14:30USAKonsumausgaben Q1 (Q/Q)+1.8%
20:00USAFOMC-Zinsentscheid
Unternehmenskalender 29. April
LandUnternehmenPeriode
DEVolkswagenQ1
DEDaimlerQ1
DEDeutsche BörseQ1
GBBarclaysQ1
GBGlaxoSmithKlineQ1
USAMicrosoftQ1
USAGeneral ElectricQ1
USAAflacQ1

Quelle: BondWorld.ch