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LGT Navigator: Vorsichtiges Abwarten

LGT Navigator: Gespannt warten die Kapitalmärkte auf etwaige Indizien zur geldpolitischen Ausrichtung der US-Notenbank.

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Bevor der Fed-Vorsitzende Powell sich am Freitag an der virtuellen Jackson-Hole Konferenz zu Wort meldet, dürften die Anleger weiterhin zurückhaltend agieren. Vorsichtig stimmen auch verschiedene Konjunkturindikatoren, die vor dem Hintergrund der Unsicherheiten in der Pandemieentwicklung und der Lieferkettenengpässe auf eine weltweite Abschwächung der Wirtschaftserholung hindeuten. Jüngstes Beispiel ist die neuerliche Eintrübung des Ifo-Geschäftsklimabarometers.

 

An der Wall Street halten sich die Indizes aber trotz der gespannten Lage rund um die geldpolitischen Perspektiven auf oder nahe der jüngst erreichten Rekordniveaus. Der Dow Jones Industrial schloss +0.11% höher bei 35’405.50 Punkten. Der S&P 500 legte um +0.22% auf 4’496.19 Zähler, notierte aber während des Handelstages erstmals knapp über 4’500 Punkten. An den Aktienmärkten in Asien zeigte sich hingegen heute Morgen ein gemischtes Bild, geprägt von einer geringeren Risikobereitschaft der Investoren. Inzwischen erhöhte die südkoreanische Zentralbank, als erste Notenbank in Asien, ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 0.75 %.

Auftragseingang in der US-Industrie stagniert

Die neusten Zahlen der amerikanischen Industrie zu den Bestellungen langlebiger Güter gingen im Juli um -0.1% gegenüber dem Vormonat zurück und sind damit weniger stark gefallen als erwartet. Die Aufträge für zivile Investitionsgüter (ohne Flugzeuge), die als wichtige Messgrösse für die Unternehmensausgaben gelten, stagnierten im Vergleich zum Vormonat.

Lieferengpässe und Pandemieunsicherheiten belasten deutsche Unternehmen

In Deutschland zeigen sich die vom Münchener Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo befragten rund 9’000 Firmen erneut etwas pessimistischer in ihrer Konjunktureinschätzung. So fiel das viel beachtete Geschäftsklimabarometer stärker als erwartet von 100.7 Punkten im Juli auf 99.4 Zähler (Konsens 100.3) und verzeichnete damit bereits den zweiten Rückgang in Folge. Hintergrund sind die anhaltenden Lieferengpässe und die Sorgen in Bezug auf die steigenden Covid-19-Infektionszahlen, so Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Dieselüberschuss in Asien dürfte nach Europa fliessen

Wie schon beim ersten Ausbruch der Pandemie werden aufgrund der Auswirkungen der Delta-Variante wahrscheinlich wieder grosse Mengen an Öl von Asien in andere Teile der Welt transportiert werden. Die Treibstoffrabatte in Singapur für den Preis in Europa haben kürzlich den niedrigsten Stand seit April erreicht, was dazu führen kann, dass eine beträchtliche Menge nach Europa transportiert wird, und dort zu einem höheren Preis verkauft wird. Der Preisunterschied ist auf die unterschiedliche Pandemie-Situation in Europa und Asien zurückzuführen. Während die Mobilität in Asien bereits wieder abnimmt, nimmt sie in Europa zu und damit auch der Kraftstoffverbrauch in Europa. Im August erreichten die Importe aus dem Nahen Osten ein Zehnmonatshoch und die Importe aus Indien verfünffachten sich im Vergleich zum Juli. Nach dem sommerlichen Tiefstand werden der Lkw- und der Industriesektor den Dieselverbrauch ab September wieder erhöhen, während der Rückgang des Flugverkehrs es den Raffinerien ermöglichen wird, überschüssiges Flugbenzin weiterhin in die Dieselproduktion umzuleiten.

Wirtschaftskalender 26. August
MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:45 FR Konjunkturstimmung (August) 110.0
13:30 EZ EZB-Protokoll   
14:30 USA BIP Q2 (Q/Q annualisiert) +6.5%
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosengeld (wöchentlich) 348’000
15:00 USA Start Jackson Hole-Zentralbankensymposium  

 

Unternehmenskalender 26. August
Land Unternehmen Periode
CH Kudelski H1
CH Baloise H1
DE Stada H1
FR Bouygues H1
USA Dell Q2
USA Hewlett-Packard Q3
USA Gap Q2
USA Abercrombie & Fitch Q2

 

Quelle: BondWorld.ch