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LGT Navigator: Wall Street bleibt in Rekordlaune

LGT Navigator: Weitere positive Impfstoffnachrichten sowie die Hoffnung auf eine wieder langsam abnehmende Ausbreitung des Coronavirus in Europa sorgen an den Börsen für eine positive Grundstimmung.

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An der New Yorker Börse hält zum Monatsbeginn die Rekordjagd an. Unterdessen signalisieren aber die neuesten Einkaufsmanagerindizes eine Verlangsamung des Wachstums in der Industrie in den USA und der Eurozone an, was im Gegensatz zu einer weiteren Erholung in China steht.

Der Dow Jones Industrial sprang gestern zeitweise erneut über die Marke von 30 000 Punkten, beendete den ersten Tag im Dezember dann aber bei 29 823.92 Punkten (+0.63%). Der S&P 500 legte kräftiger um 1.13% auf 3 662.45 Zähler zu und setzte damit ein neues Rekordhoch. Der Nasdaq Composite erreichte mit 12 355.11 Punkten (+1.28%) ebenfalls einen neuen Höchstwert. Getragen wird die Rally von den weiteren Zulassungsanträgen für Covid-19-Impfstoffe in den USA und der EU. Gestern teilten Pfizer und die deutsche BioNTech mit, die Zulassung ihres Impfstoffkandidaten bei der europäischen Regulierungsbehörde beantragt zu haben. Der Wettbewerber Moderna beantragte ebenfalls bereits eine Notfallgenehmigung für den europäischen Markt. Die asiatischen Börsen tendierten heute, Mittwochmorgen, uneinheitlich und die Aktien-Futures deuten für Europa eine etwas schwächere Markteröffnung an.

US-Notenbankchef Powell fordert erneut mehr Konjunkturhilfen

Mit Spannung wird heute der zweite Teil von US-Notenbankchef Jerome Powells Rede vor dem Finanzausschuss des US-Kongresses erwartet. Powell forderte in seinen ersten Bemerkungen die Bereitschaft zur weiteren Konjunkturstützung, insbesondere von Seiten der Politik. Zudem schlug der Fed-Vorsitzende einen vorsichtigen Ton an und warnte, dass der US-Wirtschaft angesichts einer sich verschärfenden Corona-Pandemie «herausfordernde» Monate bevorstünden. Die Zunahme der Covid-19-Fallzahlen in den USA sei besorgniserregend, so Powell. Auch in Bezug auf die Impfstoffentwicklung zeigte sich der Fed-Chef vorsichtig und betonte, dass trotz der jüngst positiven Nachrichten weiterhin noch erhebliche Herausforderungen und Unsicherheiten, etwa hinsichtlich des Zeitpunkts, der Produktion und des Vertriebs sowie der Wirksamkeit bestünden.

Die vom zukünftigen US-Präsidenten Joe Biden nominierte US-Finanzministerin Janet Yellen warnte vor schwerwiegenden Folgen für die amerikanische Wirtschaft durch die Pandemie. Sie plädierte für sofortige Gegenmassnahmen, da sich ansonsten der Abschwung der Wirtschaft selbst zu verstärkenden drohe.

US-Industrie bleibt trotz anhaltender Coronakrise auf Wachstumskurs

Der Einkaufsmanagerindex (PMI) des Branchenverbands ISM (Institute for Supply Management) deutete für den amerikanischen Industriesektor einen gemässigteren Wachstumstrend im November an. Der PMI fiel von 59.3 Punkten im Oktober auf 57.5 Zähler zurück. Analysten hatten zwar mit einem Rückgang gerechnet, jedoch lediglich auf 58.0 Punkte. Das vielbeachtete Wirtschaftsbarometer notiert damit aber trotz der anhaltend angespannten Pandemielage in den USA über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Auf ein anderes Ergebnis kam das Londoner Marktforschungsinstitut IHS Markit, dessen PMI für die US-Industrie im November kräftig von 53.4 auf 56.7 Punkte zulegte, was einen verstärkten Wachstumstrend suggeriert.

Europas Industrie spürt die zweite Corona-Welle

Die Einkaufsmanagerindizes für den Industriesektor im Euroraum signalisierten zwar eine Abschwächung der wirtschaftlichen Aktivität angesichts der zweiten Pandemie-Welle, jedoch hält sich der Rückgang in Grenzen. Gemäss dem Londoner Marktforschungsinstitut IHS Markit, fiel der Einkaufsmanagerindex für die Industrie gegenüber dem Vormonat um einen Punkt auf 53.8 Zähler. Besonders robust zeigt sich die Industrie in Deutschland, während der PMI für Italiens Industrie eine Abschwächung, und im Fall von Frankreich und Spanien gar eine Kontraktion andeuten.

Negativinflation erhöht den Druck auf die EZB

Im Euroraum war die Teuerung der Konsumentenpreise den vierten Monat in Folge negativ. Im Vergleich zur Vorjahresperiode belief sich die Inflationsrate im November wie bereits in den beiden Vormonaten auf -0.3%, wozu vor allem die Coronakrise im Allgemeinen und insbesondere der Rückgang der Energiepreise (-8.4%) beitrug. Der negative Inflationstrend dürfte den Druck auf die Europäische Zentralbank erhöhen, am 10. Dezember ihre bereits sehr lockere Geldpolitik weiter auszuweiten. Bekräftigt wird diese Annahme auch durch die jüngsten Aussagen der EZB-Spitze. Mit Spannung werden dann auch die neuen Inflations- und Wachstumsprognosen der EZB erwartet.

Wirtschaftskalender 2. Dezember
MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE Einzelhandelsumsätze (Oktober, J/J) -1.9%
08:30 CH Verbraucherpreise (November, J/J) -0.9%
11:00 EZ Arbeitslosenrate (Oktober) 11.3%
14:15 USA ADP-Beschäftigung Privatwirtschaft (November) +365’000
16:00 USA Fed-Präsident Powell zweiter Teil Rede vor Kongressausschuss  
20:00 USA Fed-Beige Book (Wirtschaftsbericht)  

 

Unternehmenskalender 3. Dezember 2020
Land Unternehmen Periode
USA Kroger Q3

 

Quelle: BondWorld.ch