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LGT Navigator: Wall Street taucht angesichts stolzer Bewertungen, während die Fed sich treu bleibt

LGT Navigator: Trotz nach wie vor hoher Risiken zeigte sich Fed-Chef Powell mit Blick auf die weitere Wirtschaftsentwicklung in den USA zuversichtlicher.

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An der Wall Street gerieten die Aktienkurse aber dennoch unter Druck und die Indizes verzeichneten teilweise den heftigsten Einbruch seit Oktober. Dabei überwog vor allem die Sorge, dass allgemein Aktien nach der jüngsten Rekordrally inzwischen hoch bewertet sind. Auch ein Rekordergebnis von Apple und ein starker Quartalsbericht von Facebook vermochten die Stimmung nicht zu drehen.

Nach der jüngsten Rekordrally scheinen viele Anleger angesichts der stolzen Bewertungen ihre Schäfchen ins Trockene bringen zu wollen. So fielen gestern die amerikanischen Börsenindizes so stark wie seit letztem Oktober nicht mehr. Der Dow Jones Industrial brach um -2.05% auf 30’303.17 Punkte ein und der marktbreite S&P 500 fiel gar um

-2.52% auf 3’750.77 Zähler. Damit weisen beide Indizes seit Jahresbeginn wieder eine negative Bilanz auf. Am stärksten waren die Verluste bei der Technologiebörse Nasdaq. Der Nasdaq 100 ging mit einem Tagesverlust von -2.8% bei 13’112.65 Punkten aus dem Rennen und notiert seit dem Jahresstart noch ein Plus von knapp +2%. Der Nasdaq Composite verlor -2.6%. Keinen unmittelbaren Impuls lieferten dabei die starken, aber erst nach Börsenschluss veröffentlichten Quartalsergebnisse von Apple und Facebook.

Apple wies für das wichtige Weihnachtsquartal einen Rekordgewinn von USD 28.7 Mrd. (+29.3% auf Jahressicht) aus und überschritt beim Quartalsumsatz (USD 111.4 Mrd. +21%) erstmals die Marke von USD 100 Mrd. Dabei trugen alle Produktreihen zum Wachstum bei. Auch Facebook konnte den Umsatz im Schlussquartal 2020 kräftig auf USD 28.1 Mrd. steigern und einen Gewinnsprung von 53% auf USD 11.2 Mrd. berichten. Auch die Nutzerzahl legte weiter zu.

Die Börsen folgten den negativen Vorgaben aus Übersee (Japans Nikkei -1.5%, Hongkongs Hang Seng -1.9% und Chinas CSI 300 -2.3%) und auch für Europas Aktienmärkte deuten die Futures auf einen schwachen Handelsauftakt hin.

Fed bleibt expansiver Ausrichtung treu angesichts anhaltender Risiken

Die Fed bekräftigte in ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr ihren längerfristig ausgelegten, extrem expansiven geldpolitischen Kurs. Der Leitzins bleibt unverändert bei 0.0-0.25%. Auch die milliardenschweren Wertpapierkäufe werden fortgesetzt. Derzeit kauft die Fed monatlich Staatsanleihen für USD 80 Mrd. und hypothekenbesicherte Wertpapiere im Wert von USD 40 Mrd. Dieses Tempo soll fortgeführt werden, bestätigte US-Notenbankchef Jerome Powell. Im Ausblick zeigte sich die Fed weiterhin vorsichtig. Es gebe zwar einige positive Zeichen, wie etwa der Start der weltweiten Covid-19-Impfkampagnen, jedoch habe sich die wirtschaftliche Erholung und die Lage am Arbeitsmarkt in den vergangenen Monaten in den USA wieder abgeschwächt. Nach wie vor sei der Konjunkturausblick mit grossen Risiken behaftet, meinte Fed-Chef Powell.

Euro-Stärke beschäftigt EZB-Spitze

Die Europäischen Zentralbank (EZB) verfügt laut Ratsmitglied Klaas Knot über Instrumente gegen eine starke Aufwertung des Euros. Der niederländische Notenbankchef meinte in einem Interview mit Bloomberg TV, die Stärke der Einheitswährung in den vergangenen Wochen und Monaten werde von der EZB «sehr sorgfältig» beobachtet. Bereits zuvor hatten sich auch EZB-Präsidentin Christine Lagarde sowie EZB-Chefökonom Philip Lane mehrfach besorgt über die Wechselkursentwicklung geäussert und betont, dass die Entwicklung aufmerksam verfolgt werde.

Konsumklima in Deutschland und Frankreich trübt sich ein

Die Verbraucherstimmung in den beiden grössten Volkswirtschaften der Eurozone, Deutschland und Frankreich, hat sich zu Jahresbeginn 2021 angesichts der verschärften Corona-Restriktionen verschlechtert. Wie die Gesellschaft für Konsumforschung GfK berichtete, fiel das im Februar ermittelte Konsumklima in Deutschland von minus 7.5 auf minus 15.6 Punkte zurück. Die jüngst beschlossene Verlängerung des harten «Lockdowns» habe die Hoffnungen auf eine zügige Erholung des Konsumklimas schwinden lassen, kommentierte GfK. Auch in Frankreich ist die Konsumlaune vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie getrübt. Der Index des Statistikamts Insee gab im Januar um drei Punkte auf 92 Zähler nach. Damit scheint die zum Jahresende 2020 beobachtete Zuversicht verflogen, dass sich die Aussichten dank der Corona-Impfungen spürbar verbessern könnten.

Wirtschaftskalender 28. Januar

MEZLandIndikatorLetzte Periode
10:00ITGeschäftsklima (Januar)95.9
11:00EZWirtschaftsstimmung (Januar)90.4
11:00EZGeschäftsklima (Januar) -0.41
14:00DEVerbraucherpreise (Januar, J/J)-0.7%
14:30USABIP Q4 (Revision, annualisiert Q/Q)+33.4%
14:30USAErstanträge auf Arbeitslosengeld (wöchentlich)+900’000
16:00USAAbsatz neuer Eigenheime (Dezember, M/M)-11.0%
16:00USAFrühindikator (Dezember, M/M)+0.6%

 

Unternehmenskalender 28. Januar

LandUnternehmenPeriode
DEBMWQ4
GBDiageoQ4
USAMcDonald’sQ4
USAMastercardQ4
USAVisaQ4

 

Quelle: BondWorld.ch