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LGT Navigator: Wegen Virus-Krise unterbrochene Lieferketten sorgen für Probleme

LGT Navigator: An der New Yorker Börse gerieten die Aktiennotierungen nach dem feiertagsbedingten verlängerten Wochenende gestern aufgrund der Gewinnwarnung von Apple und den wegen der Virus-Krise eingetrübten Konjunkturperspektiven unter Druck……….

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In Asien erholten sich die meisten Aktienindizes aber bereits wieder etwas. Hintergrund sind Hoffnungen auf weitere konjunkturstützende Massnahmen Chinas. In Japan gingen die Exporte zu Jahresbeginn erneut zurück, jedoch nicht so stark wie befürchtet.

Globale Lieferketten wegen Coronavirus belastet

Japans Exporte sind im Januar im Vergleich zum Vorjahr zum 14. Mal in Folge zurückgegangen. Mit -2.6% war das Minus aber nicht so stark wie von Ökonomen mit -7% prognostiziert. Im Dezember waren die japanischen Ausfuhren auf Jahressicht noch um -6.3% eingebrochen. War es bisher vor allem der Handelskonflikt zwischen den USA und China der auch den Aussenhandel Japans negativ beeinflusste, könnte nun der Ausbruch der Coronavirus-Epidemie die Nachfrage in den kommenden Monaten belasten. Die Exporte nach China gingen im Januar aufgrund der geringeren Nachfrage nach Autoteilen und elektronischen Komponenten ebenfalls um -6.4% zurück und japanische Ausfuhren in die Vereinigten Staaten sanken zum Jahresstart sogar um -7.7%. Es muss damit gerechnet werden, dass Japans Exporte weiterhin schwach bleiben werden, da die Lieferkette durch die Virus-Krise und die wachsende Unsicherheit in Bezug auf die Weltwirtschaft unterbrochen wurde.

New Yorker Industriebarometer signalisiert Erholung

Das Stimmungsbarometer der Notenbank von New York signalisierte im Februar eine kräftiger als erwartete Verbesserung des Geschäftsklimas bei Industrieunternehmen in der Wirtschaftsregion rund um New York. Der so genannte Empire State-Index kletterte dabei von plus 4.8 Punkten zu Jahresbeginn auf plus 12.9 Zähler. Analysten hatten mit einem praktisch unveränderten Wert von 5.0 Punkten gerechnet. Ein Wert über null signalisiert eine Expansion des regionalen Sektors. Der Empire State-Index gilt zusammen mit dem Philly-Fed-Indikator als Indiz für die jeweils darauffolgende und viel beachtete nationale ISM-Einkaufsmanagerumfrage.

Konjunkturperspektiven für Eurozone laut ZEW wieder eingetrübt

Die regelmässig vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) befragten Finanzexperten beurteilen den Konjunkturausblick für Deutschland wie auch für die Eurozone angesichts der ungewissen Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie klar negativer als noch einen Monat zuvor. So fiel der Index mit Blick auf die nächsten sechs Monate im Februar unerwartet kräftig um 18 auf plus 8.7 Punkte zurück. Nach drei aufeinanderfolgenden Anstiegen war dies der erste Rückgang. Laut ZEW sind die befürchteten negativen Folgen der Virus-Krise in China auf die Weltwirtschaft verantwortlich für die negativere Einschätzung der knapp 200 befragten Analysten und institutionellen Anleger. Die Umfrageergebnisse machten deutlich, dass die Konjunkturentwicklung derzeit fragil bleibt, kommentierte ZEW-Chef Achim Wambach.

Weniger Autoneuzulassungen in Europa zu Jahresbeginn

Nach neuesten Daten vom Branchenverband der Autohersteller ACEA ging der Absatz von Pkws in der Europäischen Union im Januar um -7.5% verglichen zur Vorjahresperiode auf 957 000 Fahrzeuge zurück. Als Gründe für den Rückgang der Neuzulassungen wurden einerseits die Konjunkturschwäche und die Unsicherheiten im Vorfeld des Brexits genannt sowie die wegen Rabattaktionen vorgezogene Autokäufe im Dezember. Den stärksten Rückgang verzeichnete Frankreich mit -13.4%, gefolgt von Spanien mit -7.6% und Deutschland mit -7.3% sowie Italien mit -5.9%. Ein positiver Trend ist hingegen bezüglich der Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen zu beobachten. So hat sich der Absatz von Autos mit Elektroantrieb in Italien mehr als verfünffacht, in Frankreich und Spanien verdreifacht und in Deutschland und Grossbritannien mehr als verdoppelt.

HSBC steht nach Gewinneinbruch vor grundlegender Reorganisation

Die britische Grossbank HSBC verbuchte im Bilanzjahr 2019 einen Einbruch des Vorsteuergewinns um rund 30% auf USD 13.3 Mrd. Hintergrund waren vor allem Abschreibungen in Höhe von USD 7.3 Mrd. sowie ein schwächeres Wachstum in den wichtigsten Märkten, die Belastungen durch den Brexit, die niedrigen Zinsen sowie die Auswirkungen des Coronavirus. Die Bank will in der Folge 35 000 Arbeitsplätze über die nächsten drei Jahre streichen, das Geschäft in Europa und den USA sowie das Investmentbanking verkleinern. Zudem soll die Konzernstruktur durch die Zusammenlegung der Privatkunden- und Vermögensverwaltungssparte mit dem Private-Banking-Geschäft vereinfacht werden. Laut dem seit August agierenden Interims-CEO Noel Quinn soll die Bank damit wettbewerbsfähiger und schlanker werden und die Rendite bis 2022 auf 10-12% steigen (2019: 8.4%).

Wirtschaftskalender 19. Februar
MEZLandIndikatorLetzte Periode
10:30GBVerbraucherpreise (J/J)+1.3%
10:30GBKern-Verbraucherpreise (J/J)+1.4%
14:30USAErzeugerpreise (J/J)+1.3%
14:30USAKern-Erzeugerpreise (J/J)+1.1%
14:30USANeubaubeginne (M/M)+16.9%
14:30USABaubewilligungen (M/M)-3.7%
Unternehmenskalender 19. Februar
LandUnternehmenPeriode
CHSulzerJ19
DEDeutsche TelekomJ19

 

Quelle: BondWorld.ch