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LGT Navigator: Weitreichende Lockerungen nähren Hoffnung auf Wirtschaftserholung

LGT Navigator: Lockerungen der Corona-Massnahmen in vielen Ländern und höhere Ölpreise sorgen an den Aktienmärkten für eine wieder freundlichere Stimmung …

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Investoren scheinen wieder verstärkt an eine erfolgreiche Eindämmung der Pandemie und eine folgende V-förmige Erholung der Weltwirtschaft zu glauben. Unterstützung findet diese Annahme auch durch positive Einkaufsmanagerumfragewerte aus China.

Die Aufhebung strikter Massnahmen in einigen der am stärksten betroffenen europäischen Länder und die Aussicht auf eine schnelle Lockerung des «Lockdowns» in den USA sowie eine gewisse Entspannung bei den Ölpreisen treiben die Aktienbörsen an. Weitere Unterstützung boten heute Morgen positive Umfragewerte aus China. Dort hellte sich die Stimmung im Dienstleistungssektor im April auf und der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) kletterte von 52.3 im März auf 53.2 Punkte. Der sogenannte Composite PMI, der den Dienstleistungs- wie auch den Industriesektor umfasst, verbesserte sich im April auf 53.4 von 53.0 Zählern. An Asiens Aktienmärkten hallte aber der verschärfte Ton zwischen den USA und China in Bezug auf den Ursprung der Coronavirus-Pandemie nach und so zeigten sich Anleger zur Wochenmitte vorsichtig. Das Börsenbarometer in Hongkong notiert +0.9% im Plus, während die Börse in Tokio aufgrund eines Feiertages auch heute geschlossen blieb.

An der Wall Street hatte die Aussicht auf weltweite Lockerungen in der Corona-Krise die US-Indizes am Dienstag auf Erholungskurs gehalten. Der Dow Jones Industrial legte während des Handelstages zeitweise um rund eineinhalb Prozent zu, verlor dann aber an Dynamik und schloss +0.56% höher bei 23 883.09 Punkten. Der marktbreite S&P 500 stieg um +0.9% und der technologielastige Nasdaq 100 gewann rund +1%. Im Mittelpunkt stehen heute neuste Daten vom amerikanischen Arbeitsmarkt. Der private Arbeitsmarktdienstleister ADP wird am Nachmittag seine Statistik zur Beschäftigungsentwicklung in der US-Privatwirtschaft vorlegen. Am Freitag folgt dann der mit Spannung erwartete offizielle US-Arbeitsmarktbericht für April. Vor dem Hintergrund der Corona-Krise wird mit einem Anstieg der Arbeitslosenrate in den USA auf bis zu 20% gerechnet. Im März war die Arbeitslosenquote erst auf 4.4% von 3.5% im Februar geklettert.

Stimmung im US-Dienstleistungssektor so schlecht wie seit der Finanzkrise nicht mehr

Die amerikanische Dienstleistungsbranche litt im April stark unter dem Lockdown zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. Der vom Branchenverband ISM (Institute for Supply Management) erstellte Einkaufsmanagerindex fiel im April um 10.7 Punkte auf 41.8 Zähler und damit auf den tiefsten Stand seit 2009. Experten waren jedoch von einem noch drastischeren Einbruch bis auf 38.0 Punkte ausgegangen.

Das Handelsbilanzdefizit der USA hat sich inmitten der Corona-Krise im März wieder deutlich von USD 39.8 Mrd. auf USD 44.4 Mrd. ausgeweitet. Die Exporte gingen um knapp -10% auf USD 188 Mrd. zurück, während sich die Importe um rund -6% auf USD 232 Mrd. verringerten. Das Handelsdefizit mit China lag im März bei USD 11.8 Mrd. verglichen mit USD 16.0 Mrd. im Februar. Der internationale Güterverkehr dürfte angesichts der Corona-Krise aber stark verzerrt sein.

Stimmung britischer Dienstleister auf Rekordtief

Der Einkaufsmanagerindex des Marktforschungsinstituts IHS Markit fiel im April um 21.1 auf 13.4 Punkte und notierte damit den bis anhin tiefsten je gemessenen Wert. Die massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens und der Stilltand der Wirtschaft zur Eindämmung der Pandemie seien für die beispiellose Stimmungseintrübung verantwortlich, kommentierte das Londoner Institut.

Deutsches Bundesverfassungsgerichts weist EZB zurecht

Nach Auffassung des deutschen Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe sind die billionenschweren Anleihekäufe von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) teilweise verfassungswidrig. Das Kaufprogramm verstosse in mehreren Punkten gegen das Grundgesetz. Der EZB-Rat müsse nun in einem neuen Beschluss zeigen, dass das Programm verhältnismässig sei, ansonsten wäre es der deutschen Bundesbank untersagt, nach einer Übergangsfrist von höchstens drei Monaten am EZB-Kaufprogramm teilzunehmen. Das Urteil aus Karlsruhe wird als historisch angesehen, dürfte aber direkt keine Konsequenzen haben. Jedoch muss die EZB mit noch stärkerem internen Widerstand seitens der Bundesbank rechnen. Bundesbankpräsident Jens Weidmann bekräftigte bereits, dass er sich für die Erfüllung der Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts zu den EZB-Anleihekäufen einsetzen werde.

Wirtschaftskalender 6. Mai
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00DEAuftragseingang Industrie (J/J)+1.5%
09:15SPEinkaufsmanagerindex Composite26.7
09:45ITEinkaufsmanagerindex Composite20.2
11:00EZDetailhandelsumsätze (M/M)+0.9%
11:00EZDetailhandelsumsätze (J/J)+3.0%
14:15USAADP Beschäftigung Privatwirtschaft-26’600
Unternehmenskalender 6. Mai
LandUnternehmenPeriode
DEBMWQ1
DEFreseniusQ1
FRVeoliaQ1
ITEnelQ1
DKNovo NordiskQ1

Quelle: BondWorld.ch