LGT

LGT Navigator: «Whatever it takes 2.0» – SNB im Fokus

LGT Navigator: Die EZB kündigte ein EUR 750 Mrd. schweres Anleihenkaufprogramm an, um die Folgen der Coronavirus-Pandemie abzufedern………..

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


LGT Navigator


Auch die US-Regierung will im Kampf gegen das Coronavirus tief in die Staatskasse greifen und jedem US-Steuerzahler einen Check zuschicken – Kostenpunkt USD 500 Mrd. Insgesamt umfasst das von Washington angepeilte Hilfspaket USD 1 Bio. Im Zentrum steht heute auch der geldpolitische Richtungsentscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Die SNB steht angesichts der Corona-Krise und dem Aufwertungsdruck auf den Franken vor einer grossen Herausforderung.

SNB vor grossen Herausforderungen

Das Spitzengremium der Schweizerischen Nationalbank (SNB) wird heute um 09:30 Uhr (MEZ) den mit Spannung erwarteten geldpolitischen Entscheid bekanntgeben. Gestern musste die SNB erstmals seit mehr als acht Jahren wieder Dollar-Liquidität bereitstellen. Bei der Auktion stellte die Notenbank insgesamt USD 2.6 Mrd. zur Verfügung. Der Schritt erfolgte im Rahmen der jüngst von der US-Notenbank (Fed) eingeleiteten koordinierten Aktion, um die Versorgung mit günstigen Dollar-Krediten sicherzustellen.

An den Aktienmärkten überwiegt trotz der von Regierungen und Notenbanken zugesicherten, praktisch unlimitierten Finanzhilfen weiterhin ein negativer Ton. So fiel der Dow-Jones-Index gestern unter die Marke von 20 000 Punkten und schloss mit einem Minus von -6.3%. Auch in Asien setzt sich der Abwärtstrend an den Börsen weiter fort, wenn auch nicht ganz so dramatisch. Die Börse in Tokio verliert weniger als ein Prozent, jedoch signalisieren die Futures-Märkte einen negativen Handelsstart in Europa.

Während in China praktisch keine Neuansteckungen gemeldet werden, hat sich die Situation in Italien weiter verschlimmert. So meldete Italien gestern den grössten Anstieg der Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus seit Beginn des Ausbruchs in China Ende 2019. Weltweit fielen dem Virus inzwischen mehr als 9 000 Menschen zum Opfer und die Zahl der Infizierten liegt bei knapp 220 000.

EZB rechnet mit dramatischem Wirtschaftseinbruch

Die Europäische Zentralbank (EZB) geht wegen der Massnahmen gegen die Corona-Krise von einem erheblichen wirtschaftlichen Einbruch im Euroraum aus. Bei einem dreimonatigen «Lockdown» – was derzeit ein realistisches Szenario sei – könnte das BIP im laufenden Jahr um rund -5% schrumpfen. Vor diesem Hintergrund hat die EZB nochmals ihre Bereitschaft betont, weitere Impulse zu setzen. Die EZB sei bereit alle Massnahmen anzupassen, um die Liquidität im Bankensystem zu sichern und die reibungslose Übertragung ihrer Geldpolitik in allen Ländern zu gewährleisten, erklärte die Notenbank. Bereits heute kündigte die EZB an, sich mit neuen umfassenden Anleihenkäufen im Volumen von EUR 750 Mrd. gegen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu stemmen. Aussergewöhnliche Zeiten erforderten aussergewöhnliches Handeln, und es gebe diesbezüglich keine Grenzen, kommentierte EZB-Präsidentin Christine Lagarde.

Am Rande notieren wir, dass sich der Inflationsdruck in der Eurozone im Februar etwas abgeschwächt hat. Im Jahresvergleich erhöhten sich die Lebenshaltungskosten im Euroraum um +1.2% verglichen mit einer Teuerungsrate von +1.4% zu Jahresbeginn. Die Kerninflationsrate, welche die vielfach volatilen Energie- und Lebensmittelpreise nicht berücksichtigt, kletterte hingegen von +1.1% auf +1.2%. Insgesamt bleibt die Inflation damit moderat und lässt der EZB weiteren Spielraum für etwaige Notmassnahmen.

Ifo liefert Stimmungsbarometer und warnt davor die Krise zu unterschätzen

Das Münchner Ifo-Institut wird heute um 10:00 Uhr (MEZ) angesichts der aussergewöhnlichen Situation einen vorläufigen Geschäftsklimaindex für März veröffentlichen. Gleich im Anschluss werden auch die neusten Konjunkturprognosen des Ifo publiziert. In einem Beitrag des Handelsblatts warnte Ifo-Chef Clemens Fuest, dass die Auswirkungen auf die Wirtschaft in diesem Jahr noch heftiger werden als bei der weltweiten Finanzkrise 2009. Sollte sich die Wirtschaftsaktivität in Deutschland für zwei Monate auf 65% des Normalniveaus abschwächen, müsste mit einem Einbruch des BIP-Wachstums im Gesamtjahr von rund -5% gerechnet werden. Die Corona-Krise habe wegen eines simultanen Angebots- und Nachfrageschocks für Deutschland eine Dimension, die derzeit vielfach noch unterschätzt werde. Zudem bestehe die Gefahr, dass aufgrund der ergriffenen Massnahmen der Euroraum wieder in eine Staatsschuldenkrise gerate.

Auch Wien schnürt Milliardenpaket gegen Corona-Krise

Die österreichische Regierung kündigte gestern ein Hilfspaket im Volumen von EUR 38 Mrd. an, um die Wirtschaft gegen die Folgen der Pandemie zu wappnen. Laut Bundeskanzler Sebastian Kurz gilt im Kampf gegen das Coronavirus: «Koste es, was es wolle».

Biden kann Vorsprung weiter ausbauen

Bei den Vorwahlen der US-Demokraten um die Präsidentschaftskandidatur konnte der ehemalige US-Vizepräsident Joe Biden seinen Vorsprung gegenüber seinem Rivalen Bernie Sanders weiter ausbauen. Biden konnte bereits die wichtigen Vorwahlen in Florida und Illinois für sich entscheiden und scheint auch in Arizona klar vorne zu liegen. Nach der neuerlichen Niederlagenserie will Sanders seine Bewerbung nun erstmals überdenken.

Wirtschaftskalender 19. März
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00CHExporte (M/M)+1.7%
08:00CHImporte (M/M)-1.8%
09:30CHSNB Zinsentscheid
13:30USPhilly Fed-Index+36.7
15:00USFrühindikator+0.8%
Unternehmenskalender 19. März
LandUnternehmenPeriode
DELufthansaJ19
ITEnelJ19

 

Quelle: BondWorld.ch