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LGT Navigator: Wie lange hält der Rückenwind an?

LGT Navigator: Die offensichtlich mit Erleichterung aufgenommenen Aussagen von US-Notenbankchef Powell,

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die das Gespenst einer hastigen geldpolitischen Wende des Fed erstmal vertrieben haben, sorgten zu Wochenbeginn für eine weiterhin gute Stimmung an den Aktienmärkten und insbesondere in New York teilweise für neue Rekorde. Während die Geldpolitik des Fed den Börsen weiteren Rückenwind bescherte, sorgen die anhaltenden Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren Pandemieentwicklung und weitere Anzeichen einer Wachstumsabschwächung auch für Gegenwind.

An der Wall Street setzten der S&P 500 und auch die Technologieindizes ihre Rekordjagd gestern fort und erreichten während des Handelstages neue Rekordwerte. Der S&P 500 legte schlussendlich um +0.43% auf 4’528.79 Punkte zu und der Nasdaq Composite schloss +0.9% höher als am Vortag bei 15’265.89 Zählern. Der Dow Jones Industrial ging hingegen mit einem leichten Tagesverlust von -0.16% bei 35’399.84 Punkten aus dem Rennen. Getragen wird die freundliche Stimmung an den Aktienmärkten nach wie vor vom Rückenwind einer, zumindest kurzfristig, weiterhin expansiven Ausrichtung der US-Geldpolitik.

Fed-Chef Jerome Powell hatte zwar eine Reduzierung der konjunkturstützenden quantitativen Massnahmen (QE) der Notenbank wahrscheinlich noch vor Ablauf des Jahres in Aussicht gestellt, jedoch auch auf die weiterhin hohe Unsicherheit der Pandemieentwicklung verwiesen. Insgesamt sendete Powell kein unmittelbares Signal für eine schnelle Straffung der Geldpolitik mit Blick auf den nächsten Zinsentscheid am 22. September.

An den asiatischen Aktienmärkten flaute der Rückenwind der anhaltenden Rekordjagd an der Wallstreet aber gänzlich ab. Im Fokus steht vielmehr die befürchtete Abschwächung in China infolge regulatorischer Hürden sowie wirtschaftliche Einschränkungen durch Corona-Massnahmen und hohe Rohstoffpreise.

Wirtschaftsstimmung im Euroraum hat vorerst Höhepunkt überschritten

Die allgemeine Stimmung in der Euro-Wirtschaft hat sich im August eingetrübt. Dies ging aus der gestern veröffentlichten monatlichen Umfrage der Europäischen Kommission hervor. Demnach gab der Sammelindex zur Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung vom Rekordhoch im Juli von 119.0 Punkten auf 117.5 Zähler nach. Am stärksten spürbar war die Stimmungseintrübung in Frankreich und den Niederlanden, während die Stimmung in Deutschland sich nur geringfügig verschlechterte.

Inflationsrate in Deutschland kratzt an der Vier-Prozentmarke

Die deutschen Konsumentenpreise sind im August um +3.9% gegenüber dem Vorjahr gestiegen, verglichen mit +3.8% im Juli. Damit nähert sich die Inflationsrate erstmals seit fast 30 Jahren der Marke von 4%. Noch vor zwei Monaten lag die Teuerungsrate bei +2.3%. Getrieben werden die Verbraucherpreise vor allem durch die seit Monaten vor dem Hintergrund des Corona-Basiseffekts steigenden Energiepreise – Heizen und Tanken verteuerte sich um +12.6% zum Vorjahr. Teurer wurden aber auch Nahrungsmittel, die im August auf Jahressicht um +4.6% zulegten. Spuren hinterlassen auch die aktuellen Engpässe in den Lieferketten. Der zunehmende Inflationsdruck verunsichert zunehmend die Konsumenten. Gemäss einer aktuellen Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) geht eine Mehrheit der mehr als 2’000 befragten Konsumenten davon aus, dass die Inflation in Deutschland in den kommenden Jahren so hoch bleiben wird wie derzeit oder sogar auf über fünf Prozent steigen wird.

Auch in Spanien klettert die Inflationsrate weiter nach oben

In Spanien sind die Verbraucherpreise im August auf Jahressicht um +3.3% gestiegen. Im Vormonat hatte die Teuerung +2.9% betragen. Hintergrund sind auch hier vor allem die wegen des Corona-Basiseffekts stark gestiegenen Energiepreise.

Wirtschaftskalender 31. August

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:45 FR Verbraucherpreise (August, J/J) +1.5%
08.45 FR BIP Q2 (Q/Q, Revision)  +0.9%
09:00 CH KOF-Konjunkturbarometer (August) 129.8
09:55 DE Arbeitslosenrate (August) 5.7%
10:00 IT BIP Q2 (Q/Q, Revision)  +2.7%
11:00 IT Verbraucherpreise (August, J/J) +1.0%
11:00 EZ Verbraucherpreise (August, J/J) +2.2%
11:00 EZ Kern-Verbraucherpreise (August, J/J) +0.7%
15:00 USA S&P/CaseShiller Häuserpreise 20 grössten Städte (Juni, J/J) +17.0%
16:00 USA Konsumentenvertrauen (August)  129.1
16:00 USA Chicago-Einkaufsmanagerindex (August) 73.4

 

Unternehmenskalender 31. August

Land Unternehmen Periode
CH Ems Chemie H1

 

Quelle: BondWorld.ch