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LGT Navigator: Wirtschaftseinbruch zwingt zur Lockerung des «Lockdowns»

LGT Navigator: Die Lockerung der in der Folge der Coronavirus-Pandemie ergriffenen Massnahmen in vielen Ländern nährt die Hoffnung an den Kapitalmärkten, dass die wirtschaftlichen Folgen etwas eingedämmt werden können und dass auf den Einbruch eine schnelle Konjunkturerholung folgt …

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Dennoch sind Investoren zunächst mit katastrophalen Wirtschaftsdaten konfrontiert. Insbesondere in den USA sieht die Situation am Arbeitsmarkt düster aus, wie neuste Daten von ADP verdeutlichten. Belastend wirken sich auch die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und China aus.

Wirtschaftseinbruch zwingt zur Lockerung des «Lockdowns»

Der Fokus der Finanzmärkte richtet sich nun vor allem auf eine schnellen Beendigung des «Lockdowns» in den USA. Die US-Regierung will angesichts der verehrenden Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und in der Folge auf den Konsum, die Wiederöffnung der Wirtschaft vorantreiben. Für weitere positive Impulse an den Börsen sorgte gestern die anhaltende Erholung der Ölpreise. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg nochmals um rund +4%, nachdem bereits am Dienstag zeitweise ein Plus von rund 10% beobachtet werden konnte. An der Wall Street zeigte sich zur Wochenmitte kein klarer Trend und der Dow Jones Industrial musste anfängliche Gewinne wieder preisgeben und schloss knapp -1% tiefer als am Vortag bei 23 847.95 Punkten. Belastet wurde die Stimmung erneut durch die Spannungen zwischen Washington und Peking sowie durch die düsteren Aussichten am US-Arbeitsmarkt. Dies war heute auch an Asiens Börsenplätzen spürbar. In Tokio verliert der 225 Werte umfassende Nikkei-Index -0.21%.

USA attackieren China erneut scharf

Die US-Regierung hat China im Zusammenhang mit der Corona-Krise erneut scharf angegriffen. Die Führung in Peking hätte mit mehr Transparenz den Tod von hunderttausenden Menschen weltweit und einen derartigen Wirtschaftseinbruch verhindern können, sagte US-Aussenminister Mike Pompeo. Zudem weigere sich China immer noch, Informationen zu teilen. Die USA verlangten nun eine Untersuchung zum Umgang Chinas mit dem Virus, fügte Pompeo hinzu. US-Präsident Donald Trump warnte, dass die USA durchaus auch Strafmassnahmen gegen die Volksrepublik verhängen könnten.

Düstere Wolken über dem US-Arbeitsmarkt

Gemäss den neusten Umfrageergebnissen des US-Personaldienstleisters ADP hat sich die Situation am amerikanischen Arbeitsmarkt infolge der Ausbreitung des Coronavirus und der begleitenden «Lockdown»-Massnahmen weiter massiv verschlechtert. So kam es im April zu einer rekordhohen Entlassungswelle bei US-Unternehmen. In der Privatwirtschaft gingen laut ADP-Statistik 20.23 Mio. Stellen verloren. Mit Spannung wird nun am Freitag der offizielle Arbeitsmarktbericht der Regierung erwartet. Analysten gehen im Schnitt davon aus, dass im letzten Monat in den USA 21.8 Mio. Jobs abgebaut wurden.

Stimmung im Euroraum auf historischem Tiefstand

Gemäss der aktuellen Erhebung des Marktforschungsinstituts IHS Markit ist die Stimmung der Unternehmen in der Eurozone angesichts der Corona-Krise so schlecht wie noch nie. So fiel der Einkaufsmanagerindex für die Gesamtwirtschaft im Euroraum im April um 16.1 Punkte auf ein Rekordtief von 13.6 Zähler. Damit notieren nun beide PMIs für die Dienstleistungsbranche wie auch für den Industriesektor auf Rekordtiefs.

EU-Kommission rechnet mit einem beispiellosen Wirtschaftseinbruch

Wegen der Corona-Krise werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Eurozone im laufenden Jahr gemäss einer Prognose der EU-Exekutive in Brüssel um -7.7% einbrechen. Im darauffolgenden Jahr soll sich die Wirtschaft dann aber wieder erholen und um +6.3% wachsen. Europa erlebe den grössten wirtschaftlichen Schock seit der Grossen Depression und es sei damit zu rechnen, dass alle EU-Länder in diesem Jahr eine Rezession erleben werden, hiess es in der Frühjahrsprognose der EU-Kommission. Die Prognosen für die grössten Euroländer lauten: Deutschland -6.5% im 2020 und +5.9% im 2021. Frankreich -8.2% und +7.4%. Italien -9.5% und +6.5%. Spanien -9.4% und +7.0%. Die Arbeitslosigkeit im gesamten Euroraum werde analog zum Wirtschaftseinbruch spürbar zulegen und 2020 im Schnitt auf 9.6% steigen (2019: 7.5%). Die Inflationsrate wird im laufenden Jahr bis auf +0.2% zurückgehen und im nächsten Jahr im Schnitt bei +1.1% notieren.

In der Folge des «Lockdowns» in den meisten europäischen Ländern brachen die Detailhandelsumsätze in den Euroländern bereits im März um -11.2% zum Vormonat ein. Auf Jahressicht resultierte ein Einbruch um -9.2%. Damit wurden die Prognosen der Analysten noch übertroffen.

Wirtschaftskalender 7. Mai
MEZLandIndikatorLetzte Periode
06:00CNExporte (J/J)-6.6%
06:00CNImports (J/J)-0.9%
08:00DEIndustrieproduktion (M/M)+0.3%
08:00DEIndustrieproduktion (J/J)-1.2%
08:45FRIndustrieproduktion (M/M)+0.9%
08:45FRIndustrieproduktion (J/J)-1.4%
13:00GBBank of England Zinsentscheid+0.1%
14:30USAProduktivität Q1 (Q/Q)+1.2%
Unternehmenskalender 7. Mai
LandUnternehmenPeriode
DEContinentalQ1
DEMünchener RückQ1
NLAholdQ1
BEAnheuser-Busch InbevQ1
SPTelefonicaQ1
GBBT GroupQ1
GBLindeQ1
USBristol-Myers SquibbQ1

Quelle: BondWorld.ch