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LGT Navigator: Zähe Verhandlungen am EU-Gipfel

LGT Navigator: In Brüssel geht der Streit über das Corona-Hilfspaket heute in die nächste Runde. Am Sonntag hat es erste zaghafte Annäherungen zwischen den EU-Staaten gegeben …

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In den USA ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den vergangenen Tagen erneut gestiegen.

Seit drei Tagen verhandeln die 27 EU-Staats-und Regierungschefs inzwischen um ein milliardenschweres Finanzpaket. Am Sonntag wurden die Verhandlungen abgebrochen und erneut verlängert: Am Montag um 14 Uhr gehen die Gespräche in die nächste Runde. Zur Debatte stehen die Finanzierung des EU-Haushaltsrahmens von 2021 bis 2027 sowie ein Konjunkturfonds (Recovery Fund), um die Mitgliedsstaaten zu unterstützen, die besonders schwer unter den Folgen der Corona-Krise leiden. Umstritten sind insbesondere die geplanten Zuschüsse in Höhe von EUR 500 Mrd., die an die Krisenstaaten vergeben werden sollten, ohne dass sie zurückgezahlt werden müssen. Gegen diesen Vorschlag haben die sogenannten «Sparsamen Vier» – die Niederlande, Dänemark, Schweden und Österreich – bereits im Vorfeld Widerstand angekündigt. Sie wollen die Geldvergabe an klare Bedingungen und Reformbemühungen knüpfen. Auch ein Kompromissvorschlag von Ratschef Charles Michel hat bislang nicht zu der erhofften Einigung geführt. Zwar haben sich die Staaten am Sonntag schrittweise angenähert, ein Durchbruch wurde aber nicht erzielt.

Chinesische Börsen starten freundlich

In China sind die Aktienmärkte mit Gewinnen in die neue Woche gestartet, nachdem die Zentralbank die Geldpolitik unverändert belassen hat. Der Shanghai Composite gewinnt +2.6%. Leichte Abgaben verzeichnet dagegen die Börse in Tokio: Die japanischen Exporte sind im Juni im Vorjahresvergleich mehr als 26% gefallen. Analysten hatten einen geringeren Rückgang erwartet.

Pandemie breitet sich aus

Die Pandemie breitet sich indes stetig aus. So haben sich inzwischen mehr als 14 Millionen Menschen weltweit mit dem Virus angesteckt, die Zahl der Todesfälle ist auf über 600 000 geklettert. In den USA steigen die Infektionszahlen weiterhin rasant: Vergangene Woche haben sich durchschnittlich täglich mehr als 66 000 Personen mit dem Virus angesteckt, das sind 15% mehr als in der Vorwoche, wie Daten der Johns Hopkins Universität zeigen. Hotspots sind nach wie vor die bevölkerungsreichen Bundesstaaten Kalifornien, Florida und Texas, aber auch im Grossteil der übrigen Bundesstaaten beschleunigt sich die Ausbreitung des Virus.

Inflation im Euroraum bleibt niedrig

Die Teuerung im Euroraum ist im Juni leicht gestiegen. Die Preise haben sich im Vorjahresvergleich um +0.3% erhöht, nach +0.1% im Vormonat. Verteuert haben sich insbesondere Lebensmittel, Tabak und Alkohol (+3.2%) sowie Dienstleistungen (+1.2%). Die Energiepreise sind dagegen deutlich gesunken (-9.3%) und haben die Teuerung in den 19 Eurostaaten damit gedämpft. Die Kerninflation, bei der die Energie- und Lebensmittelpreise ausgeklammert werden, ist leicht gesunken, von +1.2% im Mai auf +1.1% im Juni. Die Europäische Zentralbank (EZB) ist damit weiterhin weit davon entfernt, für die Gesamtteuerung ihr Inflationsziel von knapp 2% zu erreichen: Für das laufende Jahr erwartet sie eine Teuerung von 0.3%.

Trübe Aussichten für die europäische Konjunktur

Der Konjunktureinbruch in der Eurozone dürfte heftiger als erwartet ausfallen. Zu diesem Ergebnis kommt eine EZB-Umfrage, die die Notenbank quartalsweise unter Ökonomen innerhalb und ausserhalb der Finanzbranche durchführt. Demnach prognostizieren die Experten für das laufende Jahr einen Wirtschaftseinbruch im Euroraum um durchschnittlich 8.3%. Vor drei Monaten hatten sie noch ein Minus von 5.5% erwartet. In den kommenden zwei Jahren soll das Bruttoinlandprodukt wieder wachsen (2021: +5.7%, 2022: +2.4%). Allerdings dürfte die Arbeitslosigkeit gemäss den Ökonomen erst 2022 sinken.

Wirtschaftskalender 20. Juli
MEZLandIndikatorLetzte Periode
01:50JPHandelsbilanzsaldo (Juni)JPY -601 Mrd.
08:00GERProduzentenpreise (Juni)-0.4%
10:00EZLeistungsbilanzsaldo (Mai)EUR 14.4 Mrd.

Unternehmenskalender 20. Juli
LandUnternehmenPeriode
CHJulius BärH1
USHalliburtonQ2
USIBMQ2

Quelle: BondWorld.ch