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LGT Navigator: Zinsausblick sitzt Technologiewerten im Nacken

LGT Navigator: Vor dem Hintergrund verstärkter Inflationssorgen und der Aussicht auf steigende Zinsen infolge der dynamischen Erholung der Weltwirtschaft von der Coronakrise schichten Investoren weiterhin von Gewinnern der Pandemie, zumeist aus dem Technologiesektor, in Profiteure einer Normalisierung nach der Krise um.

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Währenddessen bestätigen die meisten Konjunkturdaten die Annahme einer anhaltenden Erholung in den meisten Volkswirtschaften und auch die Unternehmensberichtssaison verläuft bisher positiv.

Angesichts der wachsenden Hoffnung auf ein baldiges Ende der Coronakrise kamen erneut vor allem Technologietitel unter Druck. So gaben die Indizes an der Technologiebörse Nasdaq gestern um fast zwei Prozent nach. Der Auswahlindex Nasdaq 100 schloss -1.85% tiefer bei 13’544.67 Punkten. Gleichzeitig verlor auch der S&P 500 -0.67% und notiert nun bei 4’164.66 Zähler. Als einen Auslöser für die Verluste nannten Börsianer Aussagen der US-Finanzministerin Janet Yellen, wonach es sein könnte, dass die Zinsen etwas steigen müssten, um eine Überhitzung der Wirtschaft zu verhindern. Bei den Standardwerten sah das Bild etwas besser aus und so konnte sich der Dow Jones Industrial auf dem Vortagesniveau halten und ging praktisch unverändert bei 34’133.03 Punkten (+0.06%) aus dem Tagesgeschäft. Gefragt waren vor allem defensive Sektoren wie Finanz, Grundstoffe und Energie.

Im asiatisch-pazifischen Raum tendierten die Börsenindizes am Mittwoch uneinheitlich, wobei in Japan, Festlandchina und in Südkorea wegen Feiertagen nicht gehandelt wurde. In Hongkong gab der Hang Seng-Index um -0.4% nach. Für Europas Aktienmärkte deuten die Futures dennoch eine leicht positive Eröffnung an. Neben einigen weiteren Unternehmensbilanzen vor allem aus Europa, stehen heute weitere Einkaufsmanagerumfragewerte sowie der Bericht von ADP zur Beschäftigungsentwicklung in der US-Privatwirtschaft im Fokus. Dieser könnte einen Hinweis auf den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht liefern.

Auch die britische Industrie zeigt sich in Höchstform

Nachdem das Londoner Forschungsunternehmen IHS Markit gestern einen Rekordwert für die Industriestimmung im Euroraum gemeldet hatte, zeigen die neusten Umfragewerte, dass auch in Grossbritannien der Industriesektor im April in bester Stimmung war. So kletterte der britische Industrie-Einkaufsmanagerindex von 58.9 Punkten im Vormonat auf 60.9 Zähler im April und erreichte damit den höchsten Wert seit Juli 1994. Die weitere Lockerung der Corona-Beschränkungen hätten zu einem weiteren deutlichen Wachstumsschub in der britischen Industrie geführt, allerdings werde die Entwicklung durch Probleme bei Lieferketten und steigende Preise gedämpft, kommentierte IHS Markit.

Handel zwischen der EU und Grossbritannien laut EZB schwierig einzuschätzen

Ökonomen der Europäischen Zentralbank (EZB) wiesen darauf hin, dass der nach dem Brexit eingebrochene Warenhandel durch Verzerrungen wie eine Corona-bedingte Störung der Lieferketten oder einen verstärkten Lageraufbau im Vorfeld des Brexit schwierig einzuschätzen sei. Erste Daten zum Handel im ersten Quartal signalisieren laut EZB eine deutliche Entkopplung der Handelsströme zwischen den beiden Wirtschaftsregionen. So gingen die Ausfuhren aus der Eurozone auf die britische Insel zu Jahresbeginn um fast ein Drittel zurück, während sich die Importe mehr als halbierten. Die langfristigen Konsequenzen des Brexits für den EU-Aussenhandel mit Grossbritannien und die Nachfrage der Briten nach Gütern aus dem Euroraum sei derzeit noch nicht abschätzbar.

US-Handelsbilanz mit Rekorddefizit

Die USA haben im März so viel importiert wie noch nie. Die Einfuhren stiegen im Vergleich zum Vormonat um +6.3% auf USD 274 Mrd. und erreichten damit den bisher höchsten Wert. Gefragt waren beispielsweise Mobiltelefone, Automobile oder auch Möbel. Die Exporte stiegen im März um +6.6% auf USD 200 Mrd. womit sich das Aussenhandelsdefizit der Amerikaner um +5.6% zum Vormonat ausweitete und ebenfalls eine Rekordmarke erreichte.

Wirtschaftskalender 5. Mai

MEZ Land Indikator Letzte Periode
00:00 JP, CN, SK Feiertag  
08:30 CH Verbraucherpreise (April, J/J) -0.2%
09:00 CH KOF-Konjunkturumfrage  
09:00 SP IHS Markit Einkaufsmanagerindex Dienstleister (April) 48.1
09:45 IT IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (April) 51.9
09:50 FR IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (April) 51.7
09:55 DE IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (April) 56.0
10:00 EZ IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (April) 53.7
11:00 EZ Erzeugerpreise (März, J/J) +1.5%
14:15 USA ADP-Beschäftigung Privatwirtschaft (April) +517’000
15:45 USA IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (April) 62.2
16:00 USA ISM Einkaufsmanagerindex Dienstleister (April) 69.4

 

Unternehmenskalender 5. Mai

Land Unternehmen Periode
CH Alcon Q1
DE Deutsche Post Q1
DE Hugo Boss Q1
SP Endesa Q1
USA General Motors Q1
USA PayPal Q1

 

Quelle: BondWorld.ch