LGT

LGT Navigator: Zunehmende Spannungen zwischen den USA und China

LGT Navigator: Frischer Sand im diplomatischen Getriebe zwischen Washington und Peking überschatteten zur Wochenmitte die bis anhin positive Grundstimmung an den Börsen …

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


LGT Navigator


Eine weitere Eskalation scheint angesichts des schärfer werdenden Tons möglich und dürfte für weitere Unsicherheiten an den Kapitalmärkten sorgen. An der Wall Street konnten die Kurse dennoch zulegen, während die Tendenz an Asiens Börsen uneinheitlich verlief.

Die Anordnung der US-Regierung an China, das Konsulat in Houston, Texas, innerhalb von nur drei Tagen zu schliessen, belastete die seit dem Handelskrieg und dem Ausbruch der Corona-Pandemie ohnehin schon getrübten Beziehungen zwischen den beiden Ländern weiter. Peking reagierte scharf und nannte die Aktion eine beispiellose Eskalation. US-Präsident Donald Trump doppelte seinerseits nach und warnte, dass die Schliessung weiterer diplomatischer Vertretungen von China immer möglich sei.

Der Leitindex Dow Jones legte erst in den letzten zwei Handelsstunden zu und schloss bei 27 005.84 Punkten, +0.62% höher als am Vortag. Der breit gefasste S&P 500-Index kletterte um +0.57% auf 3 276.02 Zähler. Positiv vermerkt wurde Teslas vierter Quartalsgewinn in Folge und eine mögliche Aufnahme in den S&P-500. Die asiatischen Börsen vermochten von den positiven Vorgaben aus Übersee nicht zu profitieren und tendierten zumeist negativ. Der 225 Werte umfassende Nikkei verlor -0.58%, während der Hang Seng-Index in Hongkong knapp +0.5% zulegte. In Europa dominierten gestern Gewinnmitnahmen nach dem EU-Gipfel. Immerhin erreichte der europäische Leitindex EuroStoxx 50 gestern zeitweise aber den höchsten Stand seit Ende Februar.

Die weltweiten Corona-Infektionen überstiegen mittlerweile die Marke von 15 Mio., wobei die drei am schlimmsten betroffenen Länder – USA, Brasilien und Indien – fast die Hälfte aller bestätigten Neuansteckungen weltweit und mehr als 40% der Todesfälle ausmachen.

EZB-Basiskonjunkturszenario bleibt valide

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält nach Aussagen von Notenbankchefin Christine Lagarde an ihrem derzeitigen Basisszenario eines Einbruchs der Wirtschaftsleistung im Euroraum um -8.7% im laufenden Jahr fest. Die Daten für das zweite Quartal würden dies bestätigen. Sollte es zu einer signifikanten zweiten Corona-Infektionswelle kommen, wäre das Szenario der EZB aber obsolet, so Lagarde. Im Interview mit der Washington Post kritisierte die EZB-Präsidentin zudem, dass das am EU-Sondergipfel beschlossene Corona-Finanzhilfepaket besser hätte ausfallen können. Insbesondere die Zuschüsse an die am meisten betroffenen Länder wie Italien oder Spanien hätten laut Lagarde im Verhältnis zu den Krediten höher bemessen sein können.

Verlängert die EZB ihr Moratorium für Banken-Dividenden?

Die Europäische Zentralbank (EZB) soll einem Bericht von Bloomberg zufolge erwägen, die bereits im März angesichts der Corona-Krise ausgesprochene Forderung an europäische Banken, auf Dividendenzahlungen zu verzichten, bis das Ende des Jahres zu verlängern. Bisher war davon ausgegangen worden, dass die Banken im vierten Quartal wieder eine Dividende ausschütten könnten.

Apple will komplett klimaneutral werden

Apple setzt sich zum Ziel, bis 2030 komplett klimaneutral zu arbeiten. Innerhalb der nächsten zehn Jahren solle jedes Apple-Gerät ohne CO2-Belastung hergestellt und die eigenen Emissionen um 75% reduzieren werden, verspricht der Konzern.

Wirtschaftskalender 23. Juli
MEZLandIndikatorLetzte Periode
16:00USAFrühindikator Juni (M/M)+2.8%

Unternehmenskalender 23. Juli
LandUnternehmenPeriode
CHRocheH1
CHSikaH1
DEDaimlerQ2
NLUnileverQ2
GBRELXQ2
USAAT&TQ2
USACoca-ColaQ2
USATexas InstrumentsQ2
USAVisaQ2
USATravelersQ2

 

Quelle: BondWorld.ch