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LGT Navigator: Zunehmendes Risikobewusstsein

LGT Navigator: Eine Abschwächung des Wachstums im amerikanischen Dienstleistungssektor sorgte an der Wall Street nach dem feiertagsbedingten verlängerten Wochenende für Zurückhaltung bei Standardwerten,

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während Technologieaktien gefragt waren. Generell kann zurzeit eine Zunahme des Risikobewusstseins, resp. der Risikoaversion der Investoren beobachtet werden. Im Zentrum steht heute das Protokoll des letzten geldpolitischen Entscheids der US-Notenbank, von dem sich Anleger neue Aufschlüsse auf die zukünftige Ausrichtung der Fed erhoffen.

Nach dem langen Wochenende und Verlusten an Europas Aktienmärkten zeigten sich die Investoren an der New Yorker Börse vorsichtig. In der Folge gab der Dow Jones Industrial um -0.6% auf 34’577.37 Punkte nach und der S&P 500 fiel von Rekordniveaus -0.2% auf 4’343.54 Zähler zurück. Besser schnitten Technologiewerte ab. So verbesserte sich der Auswahlindex Nasdaq 100 am Dienstag um +0.4% und schloss bei 14’786.36 Punkten.

Die asiatischen Aktienmärkte litten am Mittwoch unter einer verstärken Risikoaversion der Anleger angesichts der unsicheren Pandemieentwicklung in der Region. Der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien (ohne Japan) gab um rund ein halbes Prozent nach, während in Tokio der Nikkei 225-Index rund -1.3% verlor. Gleichzeitig setzte sich die jüngste Rally bei den US-Staatsanleihen fort und die Rendite zehnjähriger Treasuries gab auf 1.35%, den niedrigsten Stand seit dem 24. Februar nach.

US-Dienstleistungsbranche geht etwas die Puste aus

In den USA hat sich das Wachstum im Dienstleistungssektor im Juni wieder etwas verlangsamt, gebremst durch Engpässe bei Arbeitskräften und Rohstoffen. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) des Institute for Supply Management (ISM) gab dabei von 64.0 Punkte im Mai auf 60.1 Zähler nach. Wohlgemerkt handelt es sich beim Vormonatswert um ein Rekordhoch. Der PMI für den Dienstleistungssektor, der mehr als zwei Drittel der US-Wirtschaftsaktivität ausmacht, bleibt damit aber deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Bestätigt wurde die ISM-Umfrage durch den gleichgelagerten Einkaufsmanagerindex des Londoner Instituts IHS Markit, der sich im Juni auf 64.6 von 70.4 Punkte im Vormonat abgeschwächt hat. In der Folge gab auch der Sammelindex für die US-Privatwirtschaft – Industrie und Dienstleister zusammengenommen – von 68.70 auf 63.7 Punkte nach.

ZEW-Konjunkturerwartungen überraschend abgeschwächt

Gemäss den neusten Umfrageergebnissen des Mannheimer Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) haben sich die Konjunkturerwartungen für Deutschland der monatlich befragten Finanzanalysten und institutionellen Investoren im Juli kräftiger als erwartet eingetrübt. Der entsprechende Indikator gab demnach von 79.8 Punkten im Juni auf 63.3 Zähler im Juli nach. Analysten waren im Schnitt von einem Rückgang auf 75.0 Punkte ausgegangen. Insgesamt blieben die Konjunkturerwartungen aber auf sehr hohem Niveau – im Mai erreichte der Index mit 84.4 Punkten den höchsten Stand seit rund 20 Jahren. Laut ZEW rechnet die Mehrheit der Finanzmarktexperten für die nächsten sechs Monate mit einer überdurchschnittlich positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

EZB-Rat überprüft geldpolitische Strategie

Einem Bericht des Finanzmarktdienstleisters Bloomberg zufolge diskutiert das Spitzengremium der Europäischen Zentralbank (EZB) derzeit ihre geldpolitische Strategie. Beispielsweise soll über die zukünftige Ausgestaltung des Inflationsziels – symmetrisches Inflationsziel mit mehr Flexibilität oder das explizite Zulassen höherer Inflationsraten – gesprochen werden. Ein Thema soll auch die künftige Zusammensetzung der Unternehmensanleihekäufe sein. Eine immer mehr an Gewicht gewinnende Komponente bei den Anleihenkäufen ist die Klimabilanz der Emittenten. Ein weiterer Punkt könnte die Kooperation von Geld- und Fiskalpolitik sein. Die EZB hat bereits angekündigt, die Ergebnisse ihrer Strategieprüfung im Herbst vorzustellen.

Wirtschaftskalender 7. Juli

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE Industrieproduktion (Mai, M/M) -1.0%
11:00 EZ EU-Konjunkturprognosen  
20:00 USA FOMC-Protokoll  

 

Unternehmenskalender 13. Juli

Land Unternehmen Periode
AUT  Telekom Austria Q2
USA JPMorgan Chase Q2
USA Goldman Sachs Q2
USA PepsiCo Q2 

 

Quelle: BondWorld.ch