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LGT Navigator: Zurückhaltung vor dem Start in die Bilanzsaison dominiert die Börsenstimmung

LGT Navigator: Anleger hielten sich im Vorfeld der Ende Woche startenden Unternehmensberichtssaison aufgrund des ungewissen Konjunkturausblicks vor dem Hintergrund der Coronakrise und der bereits stolzen Aktienbewertungen mit grossen Wetten zurück.

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Stützend wirkte die Erwartung weiterer fiskalpolitischer Hilfen nach dem Amtsantritt Bidens in den USA sowie weitere positive Nachrichten im Kampf gegen die Pandemie. So sollte der Impfstoff von AstraZeneca in Europa schon bald die Zulassung erhalten. In der Schweiz gaben die Behörden inzwischen grünes Licht für den Impfstoff von Moderna.

Nach einem schwachen Wochenauftakt tendierten die Aktienkurse an der New Yorker Börse am Dienstag mehr oder weniger seitwärts. Angesichts der bevorstehenden Berichtssaison der amerikanischen Blue-Chips und bereits hoher Bewertungen scheinen sich Investoren zurzeit nicht zu weit aus dem Fenster wagen zu wollen. Der Dow Jones Industrial beendete den gestrigen Handelstag mit einem moderaten Plus von +0.19% bei 31’068.69 Punkten und der S&P 500 blieb bei 3’801.19 Zählern (+0.04%) praktisch unverändert. In Washington lehnte unterdessen Vizepräsident Mike Pence eine durch ihn initiierte Absetzung von Präsident Donald Trump ab. Damit dürften die Demokraten ihre Resolution zu einem zweiten Amtsenthebungsverfahren gegen Trump in die Tat umsetzen. Inzwischen sperrte auch der Video-Kanal YouTube das Konto des amerikanischen Präsidenten.

Auch an Europas Börsen war die gegenwärtige Zurückhaltung der Anleger spürbar. Der EuroStoxx 50 gab um -0.23% auf 3’612.13 Punkte nach. Eine Stütze bieten sicherlich die positiven Nachrichten zu den Impfstoffen. So beantragte gestern der schwedisch-britische Pharmakonzern AstraZeneca die Zulassung seines Corona-Impfstoffes bei der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA), womit eine Zulassung in kurzer Zeit vorliegen dürfte. Die EU hat bis zu 400 Mio. Dosen von diesem Impfstoff bestellt. Unterdessen erteilte die Schweizer Regulierungsbehörde Swissmedic dem Covid-19-Impfstoff des US-Herstellers Moderna die Zulassung. An den Asienbörsen tendierten die Indizes uneinheitlich, während die Fututes für Europa einen Handelsbeginn mit leichten Abschlägen andeuten.

Janet Yellen auf dem Weg an die Spitze des US-Finanzamtes

Die ehemalige US-Notenbankchefin Janet Yellen wird am 19. Januar vor dem Finanzausschuss des Senats mit grosser Wahrscheinlichkeit als neue Finanzministerin bestätigt werden. Wird Yellen vom Senat bestätigt, wäre die 74-jährige Ökonomin die erste Frau an der Spitze des US-Finanzministeriums. Bereits 2014 wurde sie als erste Frau Vorsitzende der Fed. Es wird erwartet, dass sich Yellen für einen verstärkten Einsatz der Fiskalpolitik im Kampf gegen die Coronakrise einsetzen und damit den Forderungen von US-Zentralbankchef Jerome Powell nachkommen wird.

Die Ernennung Yellens zur Finanzministerin des designierten Präsidenten Joe Biden bedeute eine Übereinstimmung und Komplementarität zwischen den Dingen, die sie zu tun versuchen, und vielen der Dinge, an denen die Fed arbeite, meinte der Präsident der Fed von Atlanta, Raphael Bostic. Er sei zuversichtlich, dass Themen rund um wirtschaftliche Inklusion und Gleichberechtigung ein Kernstück der neuen Biden-Administration sein würden und den zunehmenden Fokus der Fed auf diese Themen verstärken würden.

Baldige Reduzierung der Anleihekäufe der Fed in Diskussion?

Der Chef der Notenbank von Dallas, Robert Kaplan, hat eine Diskussion über die Reduzierung der Anleihekäufe durch die Fed noch in diesem Jahr ins Spiel gebracht, sollte sich die Konjunktur in den USA wie erhofft erholen. Es müsse zumindest die Diskussion über eine mögliche Eingrenzung der Anleihekäufe beginnen, so Kaplan. Im Augenblick müsse die Coronakrise aber sicherlich auch mit Hilfe der Fed bekämpft werden und zwar so aggressiv wie möglich, kommentierte der Vorsitzende der texanischen Fed-Vertretung.

EZB-Direktorin sieht derzeit keine Inflationsgefahr durch expansive Geld- und Fiskalpolitik

Die EZB-Direktorin Isabel Schnabel schätzt derzeit das Risiko eines starken Anstiegs der Inflation im Euroraum vor dem Hintergrund der akkommodierenden Geldpolitik der EZB und der gleichzeitigen expansiven Fiskalpolitik nicht als akut ein.. Andererseits betonte Schnabel aber auch, dass die Inflation keineswegs tot sei. Dass die Inflation über so lange Zeit so niedrig gewesen sei, beruhe hauptsächlich auf strukturellen Veränderungen der Volkswirtschaft, wie beispielsweise der Aufstieg Chinas als bedeutender Faktor für die Weltwirtschaft. Eine Rolle spiele aber auch die Digitalisierung sowie die Demographie.

Wirtschaftskalender 13. Januar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
10:00 IT Industrieproduktion (November, J/J)  -2.1%
11:00 EZ Industrieproduktion (November, J/J)  -3.8%
14:30 USA Verbraucherpreise (Dezember, J/J) +1.2%
14:30 USA Kern-Verbraucherpreise (Dezember, J/J) +1.6%
       

 

Unternehmenskalender 15. Januar

Land Unternehmen Periode
USA JPMorgan Chase Q4
USA Citigroup  Q4
USA Goldman Sachs  Q4
USA Alcoa Q4

 

Quelle: BondWorld.ch