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LGT Navigator: Zweite Coronawelle drückt Börsen unter Wasser

LGT Navigator: Die sich wieder dramatisch zuspitzende Ausbreitung des Coronavirus und die Befürchtung, dass neuerliche «Lockdowns» die ohnehin fragile Wirtschaftserholung zunichtemachen, sorgt an den Kapitalmärkten für zunehmende Nervosität.

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An den Aktienbörsen kamen die Kurse gestern nochmals kräftig ins Rutschen, da einzelne Länder wie Frankreich bereits einen effektiven «Lockdown» beschlossen haben und andere wie Deutschland oder die Schweiz versuchen zumindest mit einem breiten «Slowdown» einen kompletten Stillstand noch zu verhindern. Die Nervosität der Anleger ist zudem kurz vor den Wahlen in den USA immer stärker spürbar. Heute stehen neben dem EZB-Entscheid eine ganze Reihe von Unternehmensbilanzen im Mittelpunkt.

Die zweite Coronawelle hat vor allem die westliche Welt fest im Griff. Weltweit beläuft sich die Anzahl der Corona-Fälle auf 44.4 Mio. mit global mehr als 1.17 Mio. Todesfällen im Zusammenhang mit Covid-19. An der Wall Street setzte sich gestern der Kursrutsch der Aktien unvermindert fort. Der Dow Jones Industrial fiel um -3.43% auf 26 519.95 Punkte und schloss damit nur knapp über seinem kurz zuvor erreichten Tagestief. Der S&P 500 verbuchte einen Tagesverlust von -2.78% und beendete den Mittwoch bei 3 271.03 Punkten. Sichtbar wird die Nervosität an den Aktienmärkten auch anhand der Angstbarometer in Form der Volatilitätsindizes. So erreichte der VIX den höchsten Stand seit dem Börsen-Absturz im März und die europäischen Pendants VStoxx und VDax jeweils das höchste Niveau seit viereinhalb Monaten. In Asien scheint die Talfahrt der Aktienkurse an Dynamik verloren zu haben. Unterstützend sollen der für den asiatischen Raum günstigere Konjunkturausblick gegenüber den von der zweiten Pandemiewelle getrübten Perspektiven Europas und der USA gewirkt haben. Ein einheitlicher Trend war aber an den asiatischen Börsen heute nicht zu beobachten.

Heute steht eine ganze Flut an Unternehmensberichten an: In Europa Credit Suisse, Volkswagen, Fresenius, Sanofi oder Royal Dutch Shell und in den USA insbesondere die Tech-Riesen Alphabet, Amazon, Apple, Facebook und Twitter.

EZB-Zinsentscheid wird fast zum Nebenschauplatz

Angesichts der derzeit beherrschenden Marktthemen, namentlich Covid-19 und die US-Wahlen, tritt der ansonsten im Mittelpunkt stehende geldpolitische Entscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) um 13:45 Uhr (MEZ) fast etwas in den Hintergrund. Sollten etwaige Lockdowns die Wirtschaftserholung im Euroraum abwürgen, so wäre die Notenbank wohl wieder gefragt nochmals in ihre Munitionskiste zu greifen. Mit einer unmittelbaren Anpassung der Geldpolitik wird nicht gerechnet, jedoch wird mit Spannung die Pressekonferenz von EZB-Chefin Christine Lagarde um 14:30 Uhr erwartet.

EU-Gipfel berät über gemeinsame Linie gegen Pandemie

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union werden sich heute ab 18.30 Uhr per Videokonferenz kurzschalten und über eine gemeinsame Linie im Kampf gegen die zweite Pandemiewelle beraten. Dabei soll es vor allem um Test- und Impfstrategien, z.B. der Einsatz neuer Antigen-Schnelltests, sowie das Contact-Tracing gehen.

Ausblick für deutsche Wirtschaft erheblich eingetrübt

Einer neuen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge haben sich die Aussichten für die deutsche Wirtschaft angesichts der zweiten Pandemiewelle erheblich verschlechtert. Der noch im Sommer verzeichnete kräftige Aufholprozess dürfte sich nicht fortsetzen. Die drohenden Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie würden die Zuversicht der Konsumenten und Unternehmen trüben. Das DIW-Konjunkturbarometer für das vierte Quartal fiel in der Konsequenz von 122 Punkten auf 105 Zähler.

Wirtschaftskalender 29. Oktober
MEZLandIndikatorLetzte Periode
09:00SPVerbraucherpreise (Oktober, J/J) -0.6%
09:55DEArbeitslosenrate (Oktober)6.3%
10:00ITGeschäftsklimaindex (Oktober)92.1
10:00ITKonsumentenstimmung (Oktober)103.4
11:00EZWirtschaftsstimmung (Oktober)91.1
11:00EZKonsumentenstimmung (Oktober)-15.5
13:30USAErstanträge Arbeitslosenhilfe (Wöchentlich)+787’000
13:45EZEZB-Zinsentscheid0.0%
14:00DEVerbraucherpreise (Oktober, J/J)-0.4%
14:30EZEZB-Pressekonferenz 
15:00USAAusstehende Eigenheimverkäufe (September, M/M)+8.8%

 

Unternehmenskalender 29. Oktober
LandUnternehmenPeriode
CHCredit SuisseQ3
CHSwisscomQ3
CHGeberitQ3
CHClariantQ3
DEVolkswagenQ3
DEFreseniusQ3
FRSanofiQ3
NLRoyal Dutch ShellQ3
SPTelefonicaQ3
BEAnheuser-Busch InbevQ3
GBLloyds BankingQ3
GBBT GroupH1
USAAlphabetQ3
USAAmazonQ3
USAAppleQ4
USAFacebookQ3
USATwitterQ3
USAAmgenQ3
USAStarbucksQ4

 

Quelle: BondWorld.ch