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LGT Navigator: Zweites Börsenquartal widerspiegelt Glaube an schnelle Konjunkturerholung

LGT Navigator: Eine neusten Umfragedaten zufolge überraschend schnelle Erholung der Konsumentenstimmung in den USA sorgt an den Aktienmärkten für einen positiven Abschluss des zweiten Quartals …

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Der S&P 500 verzeichnete gar die beste Quartalsperformance seit 1998! Angesichts des erwarteten schweren Wirtschaftseinbruchs im zweiten Quartal kann dies nur mit der unbeirrten Zuversicht der Investoren in eine schnelle Konjunkturerholung erklärt werden.

Eine Mehrheit der Anleger scheint fest davon auszugehen, dass die Weltwirtschaft den Tiefpunkt in der Corona-Krise bereits durchschritten hat – eine Annahme die gestern auch vom ranghohen US-Notenbanker John Williams, Chef der Fed von New York, geteilt wurde. An der Wall Street beendeten die Aktienindizes das zweite Quartal mit einer soliden Performance, respektive machten einen Grossteil der schweren Verluste im ersten Quartal wieder wett. Auf den ersten Blick spiegelt dies kaum die derzeitige Verfassung der amerikanischen oder der Weltwirtschaft, sondern vielmehr die Zuversicht der Investoren an eine schnelle V-förmige Erholung. Der Dow Jones Industrial verbuchte einen Tagesgewinn von +0.85% und schloss bei 25 812.88 Punkten. Der S&P 500 stieg um +1.62% auf 3 100.29 Zähler und der Nasdaq 100 beendete den letzten Tag im Q2 mit einem Tagesplus von +1.96% bei 10 156.85 Punkten.

Gestützt wurde die Börsenstimmung durch neuste Daten zur Konsumentenstimmung in den USA. Das Vertrauen der Amerikaner hat sich nach der schnellen Wiederöffnung des öffentlichen Lebens schneller als erwarteterholt. Gemäss dem New Yorker Konjunkturforschungsinstitut The Conference Board hat sich das Verbraucherstimmungsbarometer im Juni auf 98.1 Punkte von 85.9 Zählern im Mai verbessert. Im Schnitt hatten Analysten mit einer moderateren Erholung auf 91.8 Punkte gerechnet. Die überraschend soliden Daten stützen die Hoffnung der Investoren auf eine baldige Konjunkturerholung. Die jüngst aber wieder deutlich angespanntere Pandemielage in den USA dürfte in diesen Umfragewerten noch nicht berücksichtigt sein.

Erholt hat sich auch die Stimmung der Unternehmen in der Wirtschaftsregion Chicago, wenn auch nicht ganz so stark wie erhofft. Der regionale Einkaufsmanagerindex kletterte im Juni um 4.3 auf 36.6 Zähler. Damit bleibt der Aktivitätsindikator aber weit unter der Expansionsschwelle von 50 Punkten. Mit Spannung wird heute die nationale Industrieumfrage des ISM (Institute for Supply Management) erwartet.

BIZ geht von langwieriger Erholung aus

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) rechnet mit einem langen Weg aus der Rezession. Selbst wenn es keine zweite Pandemiewelle geben sollte, könnte die Erholung langwierig sein, hiess es im gestern veröffentlichten Jahresbericht. Zudem rechnet die BIZ mit einem starken Anstieg der Verschuldung und zahlreichen Konkursen, da bestehende Geschäftsmodelle sich als nicht mehr tragfähig herausstellen werden. Wegen der nur schwachen Inflationsentwicklung müssten die Notenbanken ihre Geldpolitik weiter locker halten. Wegen des trüben Konjunkturausblicks geht die BIZ davon aus, dass der deflationäre Druck überwiegen wird.

Inflation im Euroraum legt im Juni wieder zu

Im Euroraum bleibt die Teuerung äusserst moderat. Im Juni stiegen die Verbraucherpreise gegenüber der Vorjahresperiode um +0.3%, womit der Preisauftrieb aber doch deutlich stärker war als von Ökonomen mit +0.1% erwartet. Im Mai hatte die Inflationsrate noch +0.1% betragen.

Deutsche Unternehmen äussern sich skeptisch

Eine aktuelle Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zeigt, dass viele Unternehmen skeptisch sind hinsichtlich einer raschen Wirtschaftserholung. Hierfür fehle einfach die normale Nachfrage. Daran würden auch die milliardenschweren Rettungspakete nichts ändern. Daher sei eine V-förmige Erholung vom Tisch, kommentierte der Branchenverband. Von den insgesamt 8500 befragten Firmen rechnen laut DIHK 39% erst für 2021 mit einer Normalisierung – 11% mehr als in der letzten Umfrage von Anfang Mai. In der aktuellen Prognose geht die DIHK von einem Einbruch des deutschen BIPs von bis zu -10% im laufenden Jahr aus. Die Bundesregierung hingegen rechnet derzeit mit einem Rückgang um -6.3%.

Stärkster Einbruch der britischen Wirtschaft seit mehr als 40 Jahren

Grossbritanniens Wirtschaft ist im ersten Quartal so stark eingebrochen wie seit 1979 nicht mehr. Das britische Bruttoinlandsprodukt fiel gegenüber dem Vorquartal um -2.2% womit der Rückgang kräftiger ausfiel als von Analysten mit -2.0% prognostiziert. Im zweiten Quartal muss aufgrund des Stillstands der Wirtschaft wegen des Pandemie-bedingten «Lockdowns» mit einem noch deutlich signifikanteren Einbruch gerechnet werden. Die Bank of England hatte jüngst prophezeit, dass die Wirtschaft im ersten Halbjahr um bis zu 20% schrumpfen könnte. Die Regierung von Premierminister Boris Johnson will nun mit milliardenschweren Infrastrukturausgaben die Wirtschaft ankurbeln. Inzwischen drohen aber wegen der anhaltend starken Ausbreitung der Covid-19-Infektionen auf der Insel regionale «Lockdowns». Grossbritannien ist in Europa das am stärksten betroffene Land und zählt rund 54 000 Todesfälle.

Wirtschaftskalender 1. Juli
MEZLandIndikatorLetzte Periode
09:15SPIHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie Juni38.3
09:30CHEinkaufsmanagerindex Industrie Juni42.1
09:45ITIHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie Juni45.4
09:55DEArbeitslosenrate Juni6.3%
14:15USAADP-Beschäftigung Privatwirtschaft Juni-2.67 Mio.
16:00USAISM-Einkaufsmanagerindex Industrie Juni43.1
16:00USABauausgaben Mai (J/J)-2.9%
20:00USAFOMC-Protokoll Juni

Unternehmenskalender 14. Juli
LandUnternehmenPeriode
USAJPMorgan ChaseQ2
USACitigroupQ2

 

Quelle: BondWorld.ch