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LGT Navigator: Zwischen Zuversicht und Vorsicht

LGT Navigator: Perspektiven für eine weitere geldpolitische Lockerung durch die US-Notenbank, die Hoffnung auf ein milliardenschweres Konjunkturpaket in den USA sowie die nun begonnenen Covid-19-Impfkampagnen sorgten zu Wochenbeginn an den Kapitalmärkten zunächst für Zuversicht.

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Die anhaltend angespannte Pandemiesituation und die Spannung rund um die Verlängerung der Verlängerung der Brexit-Gespräche halten die Investoren aber in Atem. Auch neuste Konjunkturdaten aus China, die den Erholungstrend der weltweit zweitgrössten Wirtschaft belegen, konnten die Sorgen der Anleger nicht zerstreuen und so bleibt die grundsätzlich zuversichtliche Börsenstimmung durch Vorsicht gekennzeichnet. 

Europas Aktienmärkte waren gestern dank der Hoffnung auf eine «Last-Minute»-Brexit-Einigung solide in die neue Woche gestartet. Der EuroStoxx 50 schloss mit einem Tagesgewinn von +0.52% bei 3 503.96 Punkten. Nach der erneuten Verlängerung der Gespräche zwischen der EU und Grossbritannien über einen Brexit-Handelspakt hält sich der Optimismus, dass es doch noch zu einem Durchbruch kommen könnte. Eine neue Frist wurde bisher nicht genannt. Unterstützung boten auch europäische Bankenwerte, nachdem die EU-Regulierungsbehörden Bloomberg zufolge erwägen könnte, europäischen Banken wieder Dividendenausschüttungen zu erlauben. Wegen der Coronakrise gilt aktuell ein Moratorium bis zum 1. Januar 2021, welches europäische Banken dazu verpflichtet, auf die Auszahlung von Dividenden und auf Aktienrückkäufe zu verzichten.

An der New Yorker Börse sorgte zunächst der Beginn der Corona-Impfungen in den USA und die Aussicht auf ein milliardenschweres Hilfspaket für die US-Wirtschaft für steigende Kurse und neuerliche Rekordwerte. Am Ende des Tages ging der Dow Jones Industrial dann aber um -0.62% tiefer bei 29’861.55 Punkten aus dem Rennen. Der S&P 500 verlor -0.44% bei 3’647.49 Zählern. Besser schnitt die Technologiebörse Nasdaq ab. Der Nasdaq 100 legte um +0.7% auf 12’462.21 Punkte zu. Unterdessen haben die Abstimmungen der Wahlleute in den US-Bundesstaaten den Sieg von Joe Biden über den amtierenden Präsidenten Donald Trump bestätigt. Biden kann nun am 20. Januar als 46. Präsident der USA vereidigt werden.

Positive Konjunkturdaten aus China belegen Erholungstrend

An Asiens Aktienmärkten notierten die meisten Indizes gegenüber dem Vortag tiefer, obwohl positive Konjunkturnachrichten den Erholungstrend der chinesischen Wirtschaft unterlegten. So legte Chinas Produktion im November im Jahresvergleich um +7% zu und die Einzelhandelsumsätze stiegen gleichzeitig um +5%. Bereits im Oktober hatten die chinesischen Retail Sales um +4.3% zugenommen. Die Investitionen in Sachanlagen stiegen derweil im Zeitraum von Januar bis Ende November um +2.6%. Chinas Wirtschaft scheint sich damit weiter vom Corona-bedingten Einbruch zu erholen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht davon aus, dass die chinesische Wirtschaft in diesem Jahr um +1.9% zulegen wird, womit China die einzige grosse Volkswirtschaft wäre, die überhaupt ein Wachstum schafft.

EZB dürfte bei weiterer Aufwertung des Euros nicht tatenlos zusehen

EZB-Direktor Fabio Panetta geht davon aus, dass die Europäische Zentralbank gegen eine Aufwertung des Euro vorgehen wird, sollte die Wechselkursdynamik die Abwärtsrisiken für den Konjunktur- und Inflationsausblick der Eurozone gefährden. Die EZB werde weiterhin bereit sein, alle Instrumente gegebenenfalls anzupassen. Insgesamt werde auch das Jahr 2021 durch die Corona-Pandemie mit hohen Unsicherheiten gekennzeichnet bleiben. Daher werde die EZB nötigenfalls mit weiteren Hilfsmassahmen bereitstehen, meinte Panetta am Rome Investment Forum 2020.

Industrie der Eurozone setzt Erholung von Corona-Einbruch im Oktober fort

Der Industriesektor im Euroraum konnte im Oktober die Produktion im Vergleich zum Vormonat um +2.1% steigern. Gemäss dem Statistikamt Eurostat in Luxemburg war der Produktionszuwachs im Oktober in fast allen relevanten Bereichen spürbar, insbesondere bei der Herstellung von Investitionsgütern. Im Jahresvergleich lag die Industrieproduktion aber nach wie vor fast -4% geringer.

Wirtschaftskalender 15. Dezember

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 GB Arbeitslosenrate (Oktober, ILO) 4.8%
14:30 USA NY Fed Empire State Industrieindex (December)  6.3
14:30 USA Importpreise (November, J/J) -1.0%
15:15 USA Industrieproduktion (November, M/M) +1.1%

 

Unternehmenskalender 18. Dezember 2020

Land Unternehmen Periode
USA Nike Q2

 

Quelle: BondWorld.ch