Marktkommentar der Schwyzer Kantonalbank Konjunktur : Mehr licht als schatten

Die sich im letzten Monat abzeichnende leichte Verbesserung der globalen konjunkturellen Entwicklung hat sich weiter bestätigt. Es gab zwar vereinzelt kleinere Enttäuschungen, insgesamt wurden die Erwartungen jedoch mehrheitlich erfüllt oder gar übertroffen….


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November 2016 Standpunkt   – Konjunktur – Schwyzer Kantonalbank


Die Einkaufsmanagerindizes Industrie (PMI) trumpften mit überraschend starken Zahlen auf globaler Basis auf. Die Indizes liegen in praktisch allen Ländern solid über der Wachstumsschwelle von 50 und sind im Oktober weiter angestiegen (vgl. Abb.). In den USA stieg der Wert leicht auf 51.9 Punkte, in der Eurozone kletterte er auf 53.5 Punkte. Deutschland agiert dabei weiter als Motor mit einem Wert von 55. Allerdings steuerten auch die anderen Länder gute Resultate bei, so zum Beispiel Frankreich, wo mit 51.8 Punkten endlich wieder die 50-Punkte-Grenze überschritten werden konnte. Auch die Schweiz überzeugte trotz starken Frankens mit einem Wert von 54.7.

USA: Wachstumsbeschleunigung Das bislang in diesem Jahr doch eher enttäuschende Wirtschaftswachstum in den USA legte im dritten Quartal klar zu. So wuchs das Bruttoinlandprodukt (BIP) in einer ersten Schätzung um 2.9% (annualisiert, zum Vorquartal). Das Wachstum hat sich somit im Vergleich zum Vorquartal ungefähr verdoppelt. Dies bestätigt die doch recht robuste Entwicklung der US-Konjunktur, die weiterhin vorwiegend vom soliden Arbeitsmarkt getragen wird. Seit nunmehr 85 Wochen liegen die Anträge auf Arbeitslosenhilfe klar unter der Schwelle von 300’000, welche ein gesundes Arbeitsmarktumfeld signalisiert.

Inflation wird langsam wieder ein Thema Die Inflation, gemessen an dem von der Fed bevorzugten PCE-Indikator, stieg im September um +1.7% (Kernrate) im Vergleich zum Vorjahr, was nach dem Vormonat dem höchsten Wert seit zwei Jahren entspricht. Auch in der Eurozone löste sich die Inflation im Oktober von den Tiefstständen und kam im Vorjahresvergleich bei +0.8% zu liegen. Trotz des Anstiegs besteht noch kein signifikanter Inflationsdruck und die Teuerungsrate liegt immer noch klar unter dem von den Zentralbanken angestrebten Wert von 2%. Die Inflationserwartungen haben sich zuletzt allerdings spürbar erhöht (vgl. Abb. S. 8).

Moderater Aufschwung in der Eurozone Das langsame, aber stetige Wachstum in der Eurozone setzt sich fort. Wie schon im Vorquartal ist das BIP in der Eurozone auch im dritten Quartal um +0.3% gewachsen. Die Zahl setzt sich aus mehr oder weniger solidem Wachstum aller Euroländer zusammen. An der Spitze steht Spanien mit +0.7% und selbst Frankreich konnte nach einem negativen Wert im 2. Quartal eine Zunahme von +0.2% vermelden. Zusammenfassend scheint somit der Weg zu einer Beschleunigung des BIP-Wachstums zum Jahresende geebnet, auch wenn die Dynamik bescheiden bleibt.

 04 11 16 Kong

Quelle: BONDWorld.ch