Marktkommentar der Schwyzer Kantonalbank Konjunktur : Wunschdenken oder realität?

Seit geraumer Zeit öffnet sich eine Schere zwischen den durchwegs positiven Früh- und Stimmungsindikatoren und den doch weiterhin eher verhaltenen harten, realwirtschaftlichen Konjunkturdaten. Diese Entwicklung lässt sich nicht nur in den USA, sondern auch in Europa beobachten…..


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April 2017 Standpunkt   – Schwyzer Kantonalbank – Konjunktur


Die Frühindikatoren zeichnen schon seit einigen Monaten ein äusserst optimistisches Bild der aktuellen Konjunkturlage. In den USA erreichen unter anderem die Einkaufsmanagerindizes (PMI), das Konsumentenvertrauen und der Leading Economic Index synchron neue Höchststände. Demgegenüber schwächeln die “harten” Daten weiterhin. So kommen die Industrieproduktion, die Auftragseingänge für langlebige Güter und die Kapazitätsauslastung noch nicht richtig in Schwung. Entsprechend ist die Differenz zwischen den weichen und harten Konjunkturdaten mittlerweile so ausgeprägt wie schon seit Längerem nicht mehr (vgl. Abb.).

US-Arbeitsmarkt weiterhin stark

Eine positive Ausnahme bildet der Arbeitsmarkt. Die Lage ist weiterhin ausgezeichnet und es entstehen Monat für Monat neue Arbeitsplätze. So wurden zuletzt im Februar 235’000 Stellen geschaffen. Auch verbleiben die wöchentlichen Anträge auf Arbeitslosenhilfe schon seit längerer Zeit unter 300’000. Dieses positive Umfeld stimmt auch die Konsumenten optimistisch und die Konsumausgaben haben dementsprechend kontinuierlich zugenommen. Sie sollten somit auch zukünftig eine wichtige Stütze für ein solides Wirtschaftswachstum sein.

Comeback der Inflation?

Die Inflation, gemessen an dem von der Fed bevorzugten PCE-Deflator, ist im Februar gegenüber dem Vorjahr auf 2.1% gestiegen und liegt somit erstmals seit Mai 2012 über dem Inflationsziel von 2%. Auch die PCE-Kerninflation (ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise) ist mit 1.8% nahe bei 2%. Etwas anders sieht es in der Eurozone aus. Nachdem die Inflation im Februar wegen gestiegener Energiepreise im Vergleich zum Vorjahr 2% erreichte, ist sie im März wieder auf 1.5% gefallen. Im weiteren Jahresverlauf wird sich die Inflation im Zuge auslaufender Basiseffekte bei den Energiepreisen wohl weiter abschwächen. Die Kerninflation verbleibt mit 0.7% hartnäckig auf relativ tiefem Niveau .

Gute Stimmung auch in Europa

Die PMIs der Industrie überzeugen auch in der Eurozone, lag der Wert im März doch bei starken 56.2 Punkten. Der siebte Anstieg in Folge war regional breit abgestützt. Zwar weist Deutschland einmal mehr die höchste Dynamik mit 58.3 Punkten aus, aber auch Frankreich (53.3) und insbesondere Italien (55.7) trugen zur positiven Entwicklung bei. Auch die Schweiz muss sich im Reigen der hohen PMIs nicht verstecken und erreicht mit 58.6 Punkten den höchsten Stand seit Februar 2011.

06 04 17 SchwKant

Quelle: BONDWorld.ch