Marktkommentar der Schwyzer Kantonalbank: Konjunktur

Zwiespältige signale….


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Juli 2016 Standpunkt   – Konjunktur – Schwyzer Kantonalbank


Mit den Anfang Juni veröffentlichten Zahlen zu den neugeschaffenen Stellen wurden erstmals seit längerer Zeit enttäuschende Daten zum Arbeitsmarkt in den USA publiziert. Die nur 38’000 neugeschaffenen Jobs waren das schlechteste Ergebnis seit September 2010, auch die Erwartungen der Analysten waren um ein Vielfaches höher.

Ob es sich nur um einen kurzzeitigen Ausreisser nach unten handelte oder ob der bis anhin solide Arbeitsmarkt doch etwas an Schwung verliert, wird sich weisen. Die Zahlen für den Monat Juni werden am 8. Juli 2016 veröffentlicht. Auch die überraschend auf 4.7% gesunkene Arbeitslosenquote ist kein Anlass für Freudensprünge, muss der Rückgang doch fast gänzlich mit dem Rückzug von Personen vom Arbeitsmarkt in Verbindung gebracht werden, die die Suche nach einem Arbeitsplatz aufgegeben haben. Einzig die Anzahl Anträge auf Arbeitslosenunterstützung verbleibt auf einem stabil niedrigen Niveau und lässt die Aussichten auf ein anhaltend gesundes Arbeitsmarktumfeld intakt.

Industrie-Indikator hellt sich überraschend auf Gemessen am Einkaufsmanagerindex scheint die USIndustrie nun wieder etwas besser in Fahrt zu kommen. Der bedeutende Vorlaufindikator verbesserte sich auf 53.2 Punkte und liegt somit klar über dem Vormonatswert sowie auch über der wichtigen Wachstumsgrenze von 50.

Auf der anderen Seite enttäuschte der Dienstleistungssektor, der bis dato die treibende Kraft war. Der Wert für Mai von 52.9 ist zwar weiterhin solide, die Erwartungen sowie auch die Vorwerte lagen aber deutlich höher.

Stabilisierung in der EU Die Konjunkturdaten in Europa überraschten mehrheitlich auf der positiven Seite. Ähnlich wie in den USA hellte sich die Situation der Industrieunternehmen gemessen am Einkaufsmanagerindex auf und kam bei 52.8 zu stehen, was deutlich über dem Vormonatswert sowie auch über den Erwartungen der Analysten liegt. Unter den grössten europäischen Ländern im Euroraum bleibt einzig Frankreich das Sorgenkind mit einem Wert von unter 50 (48.3). Bei der Beurteilung der Daten ist allerdings Vorsicht geboten, denn sie wurden mehrheitlich noch vor der BrexitAbstimmung erhoben.

Arbeitslosenquote fällt weiter Die Arbeitslosenquote in der EU ist im Mai weiter leicht zurückgegangen und kam bei 10.1% zu stehen. Dies ist der niedrigste Stand seit Juli 2011. Insbesondere Deutschland sticht dabei mit einem Wert von 5.9% positiv hervor. Dies ist der tiefste gemessene Wert seit der Wiedervereinigung. Etwas überraschend verliess die Inflation in der Eurozone im Juni den negativen Bereich. Sie bleibt jedoch mit 0.1% (im Vergleich zum Vorjahr) auf sehr tiefem Niveau. Noch immer sorgt der tiefe Ölpreis dafür, dass die Rate nicht stärker ansteigt.

06 07 16 scantonal

Quelle: BONDWorld.ch