Marktkommentar von State Street zur EZB-Zinsentscheidung


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Timothy Graf: Anscheinend reicht die jüngste Verschlechterung der Stimmungsindikatoren zur Konjunktur und der Inflationsdaten nicht aus, um die EZB zu einer weiteren Lockerung zu bewegen. Das Ausbleiben geldpolitischer Entscheidungen kam zwar heute nicht allzu überraschend, dennoch hatten wir mit Hinweisen der EZB gerechnet, die die Marktteilnehmer auf eine Lockerung im späteren Jahresverlauf vorbereiten würden. Da Inflation und Inflationserwartungen aber weiter deutlich unter dem Ziel der EZB liegen, wird ihre Zurückhaltung hinsichtlich einer geldpolitischen Lockerung vermutlich nicht mehr lange anhalten.

Stephen Yeats: Auch wenn einige Beobachter die EZB für das Ausbleiben einer geldpolitischen Lockerung kritisieren werden, hatte sie unseres Erachtens hierfür gewichtige Argumente. Der Euroraum hat den BrexitSchock bislang anscheinend gut verkraftet, weshalb der EZB-Rat erst das Ergebnis der Federal Reserve Sitzung in diesem Monat abwarten will. Allerdings werden die Erwartungen hinsichtlich einer Reaktion im Oktober oder Dezember wohl steigen, insbesondere in Bezug auf eine Verlängerung des Kaufprogramms von Vermögenswerten über den März 2017 hinaus.

Quelle: BONDWorld.ch